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Münster (upm/ch)

NRW-Hochschulen nehmen Campus-Cloud in Betrieb

Ein Elefant im Datenschutz-Dschungel
Cloud-Dienst sciebo<address>© WWU - sciebo</address>
Ein grüner Elefant symbolisiert den Cloud-Dienst sciebo
© WWU - sciebo

Für rund 20 nordrhein-westfälische Universitäten und Fachhochschulen ist es ein Meilenstein: Am 2. Februar nehmen sie gemeinsam den nichtkommerziellen Cloud-Dienst "sciebo" in Betrieb. Dieser Dienst – einer der größten seiner Art in Deutschland – ermöglicht Studierenden und Wissenschaftlern einen sicheren Umgang auch mit großen Datenmengen. Die beteiligten Hochschulen betreiben "sciebo" in Eigenregie. Die Daten werden ausschließlich an drei Universitäten in NRW verarbeitet, und zwar in Münster, wo die Projektleitung liegt, sowie in Bonn und Duisburg-Essen. Dadurch, dass "sciebo" seinen Sitz in NRW hat, gilt das deutsche Datenschutzgesetz – eines der strengsten weltweit.

"Bei den meisten kommerziellen Cloud-Diensten liegen die Daten auf Servern im Ausland. Damit verbunden sind häufig laxe Datenschutzvorschriften und undurchsichtige Nutzungsbedingungen", unterstreicht Dr. Raimund Vogl, Leiter des Zentrums für Informationsverarbeitung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). "Dadurch disqualifizieren sich diese Dienste für den Umgang mit sensiblen Daten." Raimund Vogl ist Konsortialführer von "sciebo" und verantwortlich für die Einführung und den Betrieb des Dienstes, der unter dem Arbeitstitel "Sync & Share NRW" vorbereitet wurde.

"Sciebo" (sprich: Skie-Boh) ist ein Kunstwort, inspiriert vom lateinischen Verb scire, welches "wissen" oder "können" bedeutet. Der Name lässt sich aber auch als Abkürzung für "science box" lesen und verweist so auf den Charakter als Campus-Cloud. Das "sciebo"-Logo – ein grüner Elefant – steht für Attribute, die sowohl dem Tier als auch dem neuen Cloud-Dienst zugeschrieben werden: unter anderem ein gutes (Daten-)Gedächtnis, eine große Toleranz als Lasttier beziehungsweise eine hohe Datenkapazität und eine gute Eignung als "Herdentier", also für eine große Nutzergruppe.

"Sciebo" ermöglicht die automatische Synchronisation von Daten mit verschiedenen Endgeräten, beispielsweise PC und Smartphone. Außerdem erlaubt der Dienst die gemeinsame Arbeit verschiedener Nutzer an denselben Dokumenten. Jedem Teilnehmer stehen 30 Gigabyte kostenloser Speicherplatz zur Verfügung, für Forschungsprojekte nach Bedarf auch deutlich mehr. Das Gesamtspeichervolumen beträgt fünf Petabyte – das entspricht etwa einer Million DVD-Filme.

Der Cloud-Dienst steht exklusiv den Mitgliedern der Teilnehmerhochschulen zur Verfügung. Einige wenige Hochschulen haben sich dazu entschieden, "sciebo" zunächst nur ihren Beschäftigten oder nur ihren Studierenden anzubieten. Das Projekt wird vom Land NRW mit rund 2,8 Millionen Euro gefördert.

Beteiligte Universitäten und Fachhochschulen:

Universitäten:

Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Projektleitung), Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Deutsche Sporthochschule Köln, Universität zu Köln, Universität Duisburg-Essen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universität Siegen, Universität Paderborn, Bergische Universität Wuppertal

Fachhochschulen:

Hochschule Bochum, Fachhochschule Dortmund, Hochschule für Gesundheit, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Fachhochschule Köln, Fachhochschule Münster, Hochschule Niederrhein, Hochschule Rhein-Waal, Fachhochschule Südwestfalen, Hochschule Ruhr West

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