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Münster (upm/kk)

Dreifache Förderung für Projekte zur digitalen Hochschullehre

"Fellowships" des Stifterverbands für innovative digitale Lehr- und Lernformate an WWU-Dozenten vergeben
Prof. Dr. Christian Müller<address>© Privat</address>
Prof. Dr. Christian Müller
© Privat

Dreifacher Erfolg für die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU): Im Rahmen des Programms „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ fördern das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) und der Stifterverband drei Projekte an der WWU. Die Höhe der Projektförderungen beträgt zusammen fast 80.000 Euro. „Die drei erfolgreich bewilligten Projekte sind richtungsweisend dafür, wie die Präsenzlehre und digitale Lehr- und Lernformen konsequent miteinander verzahnt werden können“ betont Prof. Dr. Regina Jucks, Prorektorin für Studium und Lehre. „Besonders erfreulich dabei ist, dass die drei geförderten Projekte auch die Vielfalt der unterschiedlichen Fachkulturen der WWU widerspiegeln.“

Ab Januar 2019 werden für die Dauer von einem Jahr folgende Projekte gefördert: „Mikro2go – Mikroökonomie zum Mitnehmen“ von Prof. Dr. Christian Müller der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, „Inverted Classroom basierter Übungsbetrieb in mathematischen Anfängervorlesungen“ von PD Dr. Christian Serpé des Fachbereichs Mathematik und Informatik sowie „Verknüpfung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik durch E-Learning in der Geographie“ von Saskia Weitekamp des Fachbereichs Geowissenschaften.

Zum Hintergrund: Mit rund zwei Millionen Euro fördern das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stifterverband das Programm „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“. In der aktuellen Förderrunde werden dadurch 43 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen bei der Einführung digitaler Lehr- und Lernformate unterstützt. Antragsberechtigt sind alle staatlichen oder staatlich refinanzierten Hochschulen in NRW. Für die Umsetzung ihrer Konzepte erhalten die Fellows jeweils bis zu 50.000 Euro.

Die Projekte im Einzelnen:

Prof. Dr. Christian Müller, Institut für Ökonomische Bildung, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

„Mikro2go – Mikroökonomie zum Mitnehmen“: Das innovative „Blended-Learning-Konzept“, welches die Online- und Präsenzanteile von Unterricht kombiniert, „Mikro2go – Mikroökonomie zum Mitnehmen“ ermöglicht Studierenden der wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagenveranstaltung Mikroökonomie ein strukturiertes, individuelles und flexibles Selbststudium. Das Konzept besteht aus den Bausteinen Wiederholungsfragen zur Vorlesung und mathematische Grundlagen. Die Bausteine werden durch Online-Tests innerhalb der universitätseigenen Online-Plattform „Learnweb“ realisiert. Ziel von Mikro2go ist es, in großen Lehrveranstaltungen, digitale Lernkonzepte zu nutzen, um Studierende zu aktivieren und die Unterschiede sichtbar zu machen.
Die Wiederholungsfragen zur Vorlesung sind smartphone-optimierte wöchentliche Tests, in denen die Inhalte aus der letzten Vorlesung wiederholt werden. In verschiedenen Frageformaten erhalten die Studierenden eine direkte Rückmeldung zu ihrem Wissensstand sowie entsprechende Erklärungen. Der Baustein mathematische Grundlagen bietet Studierenden eine Auswahl von Übungsaufgaben, um in einem gezielten Selbststudium die notwendigen mathematischen Voraussetzungen zu erwerben.

PD Dr. Christian Serpé<address>© Privat</address>
PD Dr. Christian Serpé
© Privat
PD Dr. Christian Serpé, Mathematisches Institut, Fachbereich Mathematik und Informatik

Inverted-Classroom-basierter Übungsbetrieb in mathematischen Anfängervorlesungen: Der Übergang von der Schule zur Hochschule stellt gerade im Bereich der Mathematik für viele Studierende eine große Herausforderung dar. Dies liegt zum einen an der anderen Art, Mathematik zu betreiben, und zum anderen an unterschiedlichen Lehrformen an der Universität im Vergleich zur Schule.

In diesem Projekt soll der begleitende Übungsbetrieb von mathematischen Anfängervorlesungen durch digitale Hilfsmittel neugestaltet und somit nachhaltig verbessert werden. Adaptiv gestaltete digitale Musterlösungen ersetzen die Besprechung von mathematischen Aufgaben in den Übungsgruppen und stellen sicher, dass die Studierenden in der für sie individuell notwendigen Ausführlichkeit die Lösungen der Übungsaufgaben erhalten. Die so gewonnene wichtige Zeit in den Präsenzübungen in kleinen Gruppen wird dann gezielt dazu genutzt, intensiver über aktuell auftretende Probleme der Studierenden zu sprechen und wichtige Begriffe und Konzepte der laufenden Vorlesung unter Anleitung von Tutoren zu diskutieren. Diese Umgestaltung soll insbesondere den Studierenden zu Beginn ihres Studiums helfen, den Übergang von der Schule zur Hochschule erfolgreich zu meistern.

Saskia Weitekamp<address>© Privat</address>
Saskia Weitekamp
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Saskia Weitekamp, Institut für Didaktik der Geographie, Fachbereich Geowissenschaften

Verknüpfung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik durch E-Learning in der Geographie: Im Projekt wird ein konsequent E-Learning-gestütztes Veranstaltungsformat im Lehramtsstudiengang "Master of Education" im Fach Geographie entwickelt, praktisch erprobt und evaluiert. Dabei wird ein Konzept für Vorlesungs- und Seminarbestandteilen entwickelt und fachwissenschaftliche und fachdidaktische Ansätzen verzahnt.

Inhaltlich steht das Themenfeld der Mensch-Umwelt-Beziehungen im Vordergrund, das im „Inverted-Classroom-Format“ mit Distanz- und Präsenzlernphasen durchgeführt wird. In der methodischen Umsetzung des Projekts dominiert die Nutzung zahlreicher E-Learning-Tools – insbesondere die der universitätseigenen Online-Plattform „Learnweb“. Im Fokus des Projekts steht dabei die Flexibilisierung der Lehre und die Berücksichtigung von Heterogenität innerhalb der Studierendenschaft, insbesondere in Bezug auf Lernvoraussetzungen. Das Projekt zielt darauf ab, mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse ein neues Modul zu entwickeln, das ab dem Wintersemester 2019/20 im Rahmen der Reakkreditierung eingeführt werden soll.

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