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Münster (upm/jas)

Über die Entwicklung von Demokratien und Diktaturen

Internationale Tagung des Lehrstuhls für Ökonomische Politikanalyse an der WWU / Zwei öffentliche Keynote-Vorträge
Tagungsplakat<address>© WWU - Lehrstuhl für Ökonomische Politikanalyse</address>
Tagungsplakat
© WWU - Lehrstuhl für Ökonomische Politikanalyse

Was sind die Ursachen von politischer Gewalt, Bürgerkriegen und Terrorismus? Welche Faktoren gefährden die Stabilität von Demokratien? Mit diesen und weiteren aktuellen Fragen beschäftigen sich Wissenschaftler aus mehr als 20 Nationen vom 15. bis 17. März bei der zweiten internationalen Konferenz „The Political Economy of Democracy and Dictatorship“ („Politische Ökonomie von Demokratie und Diktatur“). Gastgeber der Tagung ist der Lehrstuhl für Ökonomische Politikanalyse an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) mit Prof. Dr. Thomas Apolte. Zwei öffentliche Vorträge der renommierten Keynote-Speaker Prof. Dr. Timur Kuran und Prof. Dr. Uwe Sunde runden das fachwissenschaftliche Programm ab. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

Prof. Dr. Timur Kuran von der Duke University (USA) referiert am Donnerstag, 15. März, ab 14.15 Uhr zum Thema „Intolerant Communities and Democratic Erosion“. Dabei analysiert er Gesellschaften, die das politische und öffentliche Leben mit einer bestimmten ethnischen, religiösen oder nationalen Identität verknüpfen möchten, und kontrastiert diesen Wunsch mit den Ansprüchen einer pluralen und liberalen Demokratie. Prof. Dr. Uwe Sunde von der Ludwig-Maximilians-Universität München widmet sich am Freitag, 16. März, ab 14.30 Uhr dem Thema „Democracy, Demography and Comparative Development“. Sein Vortrag zeigt die Wechselwirkungen zwischen der Stabilität von Demokratien und der demografischen Struktur auf. Die englischsprachigen Vorträge finden jeweils im Hörsaal SCH2 im Centrum für Interdisziplinäre Wirtschaftsforschung, Scharnhorststraße 100, statt.

Das Tagungsthema greift die aktuelle politische Stimmungslage auf. „Zurzeit steht die Welt, was Demokratisierung, Abnahme politischer Gewalt und Zunahme von Toleranz und Offenheit angeht, vor einem Scherbenhaufen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Apolte. „Das betrifft nicht allein junge Demokratien und Demokratiebewegungen, sondern auch etablierte Demokratien, deren Bürger sich zunehmend von Extremisten und Populisten angezogen fühlen.“ Dazu zählt er zum Beispiel Donald Trump, die AfD oder den katalanischen Politiker Carles Puigdemont. Dieser Entwicklung sei eine regelrechte Demokratisierungswelle vorausgegangen, die nach 1989 vor allem in Mittel- und Osteuropa einsetzte.

Zu dem wissenschaftlichen Tagungskomitee gehören Prof. Dr. Thomas Apolte (WWU Münster), Prof. Dr. Mario Ferrero (Universität Ostpiemont, Italien), Prof. Dr. Mario Gilli (Bicocca-Universität Mailand, Italien) sowie Prof. Dr. Yuan Li (Universität Duisburg-Essen). Die Tagung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell unterstützt.

Zu den Referenten:

Dr. Timur Kuran ist Professor für Wirtschaft, Politikwissenschaften und Islam-Studien. Er ist unter anderem Autor des Buches „The Long Divergence: How Islamic Law Held Back the Middle East“ (2010) und Experte für den Nahen und Mittleren Osten in Bezug auf Geschichte, Politik und Gesellschaft. Der US-Amerikaner ist in der Türkei aufgewachsen.

Dr. Uwe Sunde ist Professor für Bevölkerungsökonomie und forscht beispielsweise zu Langzeitentwicklungen und Quellen des Wirtschaftswachstums. 2015 erhielt er den Hermann-Heinrich-Gossen-Preis für seine herausragenden Forschungsleistungen und -arbeiten zu Risikopräferenzen sowie zur Rolle der Lebenserwartung und der Humankapitalbildung für die langfristige ökonomische Entwicklung.

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