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Münster (upm)

Herausragende Masterarbeit am Fachbereich Physik ausgezeichnet

"Infineon-Master-Award 2017" geht an Johannes Michel
Johannes Michel<address>© DESY/Marta Mayer</address>
Johannes Michel
© DESY/Marta Mayer

Für seine herausragende Masterarbeit erhält Johannes Michel den mit 1500 Euro dotierten „Infineon-Master-Award“, den der Fachbereich Physik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gemeinsam mit der Infineon AG (Warstein) verleiht. Seine Arbeit fertigte Johannes Michel in der Arbeitsgruppe von Juniorprofessorin Dr. Anna Kulesza am Institut für Theoretische Physik an. Der 25-jährige Physiker erstellte präzise theoretische Vorhersagen für die Produktion von Higgs-Bosonen und ähnlichen Teilchen am Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider" (LHC) am Kernforschungszentrum CERN in Genf.

Der „Infineon-Master-Award“ wird am Freitag, 2. Februar, bei der Promotionsfeier des Fachbereichs Physik überreicht. Ort und Zeit: Hörsaal 2 im Gebäude IG I, Wilhelm-Klemm-Straße 10, 15 Uhr.

Zur ausgezeichneten Arbeit:

Am LHC werden bei Protonen-Kollisionen schwere Teilchen wie das Higgs-Boson erzeugt, deren Zerfallsprodukte von komplexen Detektoren immer präziser nachgewiesen werden. Der Abgleich mit theoretischen Vorhersagen für solche Prozesse ermöglicht es, die Struktur des Protons zu vermessen und mögliche kleine Abweichungen vom Standardmodell der Teilchenphysik zu identifizieren. Ein wichtiges Werkzeug für präzise theoretische Vorhersagen ist die sogenannte Faktorisierung, die die mathematische Struktur der Teilchenkollision wiedergibt. Johannes Michel erweiterte bekannte Faktorisierungs-Formeln, um auch den Bereich „hoher Rapiditäten“ zu beschreiben, der in der bisherigen Fachliteratur nicht analysiert wurde. Die Rapidität ist ein Maß für die Geschwindigkeit der produzierten Teilchen. Bei hohen Rapiditäten werden Teilchen mit viel Impuls in Richtung der Protonenstrahlen erzeugt.

In aufwendigen Rechnungen ermittelte Johannes Michel die mathematische Struktur der neuen Faktorisierungs-Formeln, setzte sie in Beziehung zu bekannten Ergebnissen und gewann schließlich numerische Ergebnisse für die Teilchenproduktion bei hohen Geschwindigkeiten.