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Mit familienbewusster Personalpolitik dem Fachkräftemangel die Stirn bieten

Das Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik an der WWU veröffentlicht Studie über familienbewusste Maßnahmen am Universitätsklinikum
Corinna Schein<address>© FFP/Caroline Queda</address>
Corinna Schein
© FFP/Caroline Queda

Ob familienbewusstes Handeln von Unternehmen innovativ und zugleich eine sich lohnende soziale Investition sein kann – danach fragt die jetzt veröffentlichte Studie „Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch das Programm audit berufundfamilie – eine Fallstudie am Universitätsklinikum Münster“. Das Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) erarbeitete diese in Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft der WWU im Rahmen des EU-Projektes „InnoSi“ (Innovative Social Investment – Strengthening communities in Europe). Am Beispiel des Universitätsklinikums Münster (UKM) zeigt sich, dass familienbewusste Maßnahmen im Wettbewerb um Fachkräfte als Vorteil angesehen werden.

Eine zentrale Anlaufstelle bilden

Das Ergebnis: Besonders die Bündelung der verschiedenen Angebote an einer zentralen Stelle überzeugt: „Viele Unternehmen bieten familienbewusste Maßnahmen an, aber das betriebseigene FamilienServiceBüro als zentrale Anlaufstelle für Beschäftigte ist besonders innovativ“, bemerkt Corinna Schein, Mitarbeiterin am FFP und Durchführende der Fallstudie. In der Beratungsstelle werden Fragen rund um das Thema Vereinbarkeit geklärt. Beschäftigte erhalten beispielsweise Informationen zu Betreuungsangeboten, Möglichkeiten der Arbeitszeitflexibilisierung, Elternzeit und Elterngeld und zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Dabei kann das FamilienServiceBüro auf ein spezifisches Kooperations-Netzwerk mit externen Dienstleistern zurückgreifen und so beispielsweise neben der betriebseigenen Kita ergänzende Betreuungsangebote zur Verfügung stellen. Die Zahlen zeigen: Das FamilienServiceBüro kommt bei den Mitarbeitenden der Uniklinik gut an. Die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen hat sich innerhalb von fünf Jahren verdreifacht.

Das Image stärken

„Die familienbewussten Maßnahmen der Uniklinik ermöglichen nicht nur den aktuellen Beschäftigten eine bessere Vereinbarkeit, sie stärken auch das familienbewusste Image des UKM nach außen“, stellt Corinna Schein fest. „Schließlich nimmt die Bedeutung von Familienbewusstsein bei der Job-Wahl zu. Damit sind Unternehmen, die in familienbewusste Maßnahmen investieren, in Zeiten des Fachkräftemangels klar im Vorteil.“

Die Fallstudie zeigt außerdem, dass die direkten Vorgesetzten wichtige Stellschrauben bei der Einführung innovativer Maßnahmen darstellen. Sie können die Mitarbeitenden in puncto Vereinbarkeit unterstützen, ihnen aber auch Steine in den Weg legen. Daher setzt das UKM auf die Sensibilisierung und Schulung der Führungskräfte.

Zertifizierung durch das audit berufundfamilie

Die Einführung der familienbewussten Maßnahmen am UKM wird seit 2010 durch das audit berufundfamilie begleitet. Das Audit-Team überprüft und beurteilt das Universitätsklinikum als außenstehende Instanz bei der Umsetzung der Ziele. Weil dies erfolgreich verlaufen ist, wurde das Zertifikat des UKM bei der Re-Auditierung bestätigt.

Das Projekt

Das Projekt „InnoSI“ (Innovative Social Investment – Strengthening communities in Europe) wird von der Policy Evaluation and Research Unit der Manchester Metropolitan University geleitet und von weiteren neun europäischen Universitäten begleitet. Es fragt danach wie robuste Sozialinvestitionsstrategien entwickelt werden können, die den sozioökonomischen Herausforderungen im Nachgang der Wirtschafts- und Finanzkrise gerecht werden. Der Forschungsfokus liegt auf rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für innovative soziale Wohlfahrtspolitik sowie der Rolle von privaten und gemeinnützigen Akteuren. Dafür wurden eine quantitativ vergleichende Studie in 28 EU-Ländern sowie evaluative Fallstudien in zehn EU-Staaten durchgeführt. Finanziert wird InnoSI von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programmes Horizont 2020.

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