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Münster (upm)

Infineon-Promotionspreis für Physiker Thorsten Deilmann

Fachbereich Physik der WWU zeichnet Suche nach neuartigen optoelektronischen Bauteilen aus
Dr. Thorsten Deilmann<address>© privat</address>
Dr. Thorsten Deilmann
© privat

Für seine herausragende Dissertation erhält Dr. Thorsten Deilmann vom Institut für Festkörpertheorie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) den mit 2500 Euro dotierten Infineon-Promotionspreis 2016. Der Physiker entwickelte Rechenmethoden, mit denen sich die Eigenschaften von Nanostrukturen anhand grundlegender physikalischer Prinzipien vorhersagen lassen. Der Infineon-Promotionspreis wird jährlich vom Fachbereich Physik der WWU und der Infineon AG (Warstein) vergeben.

Thorsten Deilmann, der seine Dissertation in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Rohlfing und Prof. Dr. Peter Krüger anfertigte, berechnete optische Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhren, also aufgerollten atomar dünnen Kohlenstoff-Filmen. Bei der Absorption von Licht entstehen in diesen Systemen elektronische Zustände (sogenannte Exzitonen und Trionen), die für neuartige optoelektronische Bauelemente wichtig sein können. Außerdem bestimmte der Physiker in Zusammenarbeit mit Forschern der Technischen Universität Dortmund und des Forschungszentrums Jülich die elektronischen und magnetischen Eigenschaften in einem Komplex aus zwei organischen Molekülen. Solche molekularen Magnete sind vielversprechende Kandidaten zur Datenspeicherung und für Anwendungen im Bereich der Spintronik, die als eine Informationsverarbeitungs-Technologie der Zukunft gilt.

Zum Hintergrund: Materie besteht aus Atomen, die wiederum aus Kernen und Elektronen zusammengesetzt sind. Die quantenmechanische Wechselwirkung zwischen den Elektronen führt zu vielen physikalischen Phänomenen, die Gegenstand aktueller Forschung sind – besonders in nanostrukturierten Systemen mit Abmessungen auf der atomaren Längenskala. Hierzu zählen organische Moleküle und eindimensional ausgedehnte Systeme wie Kohlenstoff-Nanoröhren. Der Einsatz dieser Materialien verspricht neuartige elektronische und optoelektronische Bauteile, die kleiner, leistungsfähiger und energieeffizienter sind als die heutigen. Dazu werden Eigenschaften wie beispielsweise der Spin – der Eigendrehimpuls des Elektrons – genutzt.

Die Auszeichnung wird am Freitag, 22. Juli, während der Promotionsfeier des Fachbereichs Physik überreicht. Beginn der Feier ist um 15 Uhr im Hörsaal HS2 im Gebäude IG I der Physik, Wilhelm-Klemm-Straße 10.

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