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Münster (upm/nor)

Neues Rektorat steht fest

Hochschulwahlversammlung bestätigt Vorschläge
Das neue Rektorat (v.l.) wird am 1. Oktober seine Arbeit aufnehmen: Prof. Monika Stoll, Matthias Schwarte, Prof. Johannes Wessels, Dr. Marianne Ravenstein, Prof. Michael Quante, Prof. Maike Tietjens<address>© WWU - Peter Grewer</address>
Das neue Rektorat (v.l.) wird am 1. Oktober seine Arbeit aufnehmen: Prof. Monika Stoll, Matthias Schwarte, Prof. Johannes Wessels, Dr. Marianne Ravenstein, Prof. Michael Quante, Prof. Maike Tietjens
© WWU - Peter Grewer

Das neue Rektorat der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) steht fest. Nachdem bereits die Findungskommission der WWU den Personalvorschlägen des designierten Rektors Prof. Dr. Johannes Wessels für die drei nebenamtlichen Prorektorate gefolgt war, stimmten am heutigen Freitag (8. Juli) auch die Mitglieder der Hochschulwahlversammlung einstimmig zu. "Wir sind dankbar für die großartige Unterstützung aller Gremien der Universität", betonte Johannes Wessels. "Wir sind startbereit und freuen uns auf den 1. Oktober."

Demnach wird die Biologin Prof. Dr. Monika Stoll das "Prorektorat für Forschung" übernehmen. Neue Prorektorin für "strategische Personalentwicklung" wird die Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Maike Tietjens. Der Philosoph Prof. Dr. Michael Quante verantwortet in Zukunft das "Prorektorat für Internationales und Transfer". Hinzu kommen Dr. Marianne Ravenstein als Prorektorin für Studium und Lehre sowie Matthias Schwarte als Kanzler – sie beide gehören bereits hauptamtlich dem aktuellen Rektorat an.

Nach zehn Amtsjahren wird Prof. Dr. Ursula Nelles zum 1. Oktober in den Ruhestand treten. Diese Rektoratswahl erfolgte erstmals nach dem neuen, 2014 verabschiedeten nordrhein-westfälischen Hochschulzukunftsgesetz durch die Hochschulwahlversammlung.

Das neue Rektorat im Überblick:

Rektor:

Prof. Dr. Johannes Wessels (54), seit 2003 Direktor des Instituts für Kernphysik der WWU, ist ein international erfolgreicher Wissenschafter, der sich in zahlreichen Gremien und Forschungsverbünden engagiert. Zu den Forschungsgebieten des Physikers zählen die Kern- und Teilchenphysik, Teilchendetektoren und die medizinische Bildgebung. Seit 2011 ist Johannes Wessels stellvertretender Leiter des ALICE-Experiments im Large Hadron Collider (LHC), einem Teilchenbeschleuniger am Kernforschungszentrum CERN bei Genf. Er ist zudem Mitglied im Vorstand des Sonderforschungsbereichs 656 "Molekulare kardiovaskuläre Bildgebung" und im Graduiertenkolleg "Starke und schwache Wechselwirkung – von Hadronen zu Dunkler Materie". Neben vielen weiteren Funktionen in außeruniversitären Einrichtungen ist er Vertrauensdozent der Studienstiftung des deutschen Volkes und Vorsitzender des Komitees für Hadronen- und Kernphysik.

Prorektor für Internationales und Transfer:

Prof. Dr. Michael Quante (53), seit 2009 Professor für Philosophie mit Schwerpunkt "Praktische Philosophie" an der WWU, ist sowohl wissenschaftlich als auch hinsichtlich seiner Aktivität in außeruniversitären Gremien und Forschungsverbünden vielseitig aufgestellt. Der gebürtige Sendener hat Deutsch (Lehramt) und Philosophie an der FU Berlin und der WWU studiert. Nach seiner Promotion über "Hegels Begriff der Handlung" und Habilitation über "Personales Leben und menschlicher Tod" in Münster war er an unterschiedlichen Universitäten als Professor tätig, bevor er 2009 an die WWU zurückkehrte. Seit 2013 ist er auch Ethikbeauftragter und Mitglied des Forschungsbeirats der Universität Münster. Von 2012 bis 2014 amtierte er als Präsident der deutschen Gesellschaft für Philosophie. In diesem Jahr nahm ihn die nordrhein-westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste in ihre Reihen auf.

Prorektorin für Studium und Lehre:

Dr. Marianne Ravenstein (59) gehört dem Rektorat seit Oktober 2006 an, seit März 2012 nimmt sie ihr Amt hauptberuflich wahr. Bis 2012 war Marianne Ravenstein Akademische Direktorin am Institut für Kommunikationswissenschaft der WWU. Nach ihrem Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Geschichte in München und Münster promovierte sie 1986 zum Dr. phil. Marianne Ravenstein hat sich an der WWU frühzeitig in der akademischen Selbstverwaltung engagiert, beispielsweise als Mitglied im Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät von 2001 bis 2004. Die Rektoratsarbeit lernte sie schon in ihrer Zeit als Gleichstellungsbeauftragte der Universität von 1999 bis 2006 kennen.

Prorektorin für Forschung:

Prof. Dr. Monika Stoll (49)
ist seit 2014 Direktorin der Abteilung Genetische Epidemiologie am Institut für Humangenetik der WWU und hat die wissenschaftliche Leitung der "Core Facility Genomik" der Medizinischen Fakultät. Außerdem hat sie eine Gastprofessur an der Universität Maastricht (Niederlande) inne. Die Humanbiologin, die sich nach Postdoktoraten an der Universität Kiel und am Medical College of Wisconsin (USA) an der Universität Kiel habilitierte (2002), ist Mitglied des Senats der WWU und gehört dem Forschungsbeirat des Rektorats an. Monika Stoll war von 2009 bis 2014 Geschäftsführende Direktorin des Leibniz-Instituts für Arterioskleroseforschung an der WWU. Sie engagiert sich in wissenschaftlichen Gremien und Verbünden. Unter anderem war sie wissenschaftliche Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft (2009-2010), Fachgutachterin für den Europäischen Forschungsrat (2009-2013) und Mitglied des Gesundheitsforschungsrats des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (2010 bis 2012).

Prorektorin für strategische Personalentwicklung:

Prof. Dr. Maike Tietjens (48),
seit 2011 Inhaberin einer "Außerplanmäßigen Professur" für Sportwissenschaft, ist seit vielen Jahren auch in der universitären Selbstverwaltung der WWU präsent. Im Jahr 2011 wurde sie zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Universität. Geboren in Kiel, studierte sie an der dortigen Universität Sport und Mathematik. Die Promotion folgte an der Universität Bielefeld, bevor sie sich 2008 habilitierte und als Akademische Rätin an der WWU tätig war. Wissenschaftliche Schwerpunkte ihrer Arbeit sind unter anderem die Unfallforschung in Schule und Hochschule, die Bewegungssozialisation sowie die Selbstkonzeptforschung. Außeruniversitär ist Maike Tietjens zum Beispiel seit 2009 als Vizepräsidentin des Deutschen Turner-Bundes für Personalentwicklung, Gleichstellung und Frauen tätig.

Kanzler:

Matthias Schwarte (48) leitet seit März 2012 die zentrale Verwaltung der Universität Münster. Er war im Juni 2009 als Dezernent für Finanzen und Controlling an die WWU gewechselt. Der aus Lingen stammende Diplom-Kaufmann hat von 1989 bis 1995 Betriebswirtschaftslehre mit juristischem Schwerpunkt an der Oldenburger Carl-von-Ossietzky-Universität studiert. Bevor Matthias Schwarte zur WWU kam, war er unter anderem für "PwC Consulting" und danach als Leiter der Abteilung "Public - Financial Management" für IBM Deutschland tätig.