|
Münster (upm/AvH/ch)

"Einer der weltweit einflussreichsten Psychologen"

Amerikanischer Sozial- und Motivationspsychologe Edward Tory Higgins erhält Anneliese-Maier-Forschungspreis / Zu Gast an der WWU
Prof. Edward Tory Higgins<address>© privat</address>
Prof. Edward Tory Higgins
© privat

Mit Professor Edward Tory Higgins von der Columbia University (New York) forscht demnächst einer der international einflussreichsten Psychologen der letzten Jahrzehnte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung hat ihn gemeinsam mit fünf weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland für den Anneliese-Maier-Forschungspreis 2016 ausgewählt. Das teilte die Stiftung heute (26. Januar) mit. Der Preis ist mit jeweils 250.000 Euro dotiert und wird an herausragende Geistes- und Sozialwissenschaftler vergeben, die von Kooperationspartnern an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen nominiert werden. E. Tory Higgins, der laut der "American Psychological Association" zu den 100 bedeutendsten Psychologinnen und Psychologen seit 1945 gehört, wurde von Prof. Dr. Gerald Echterhoff, Arbeitseinheit Sozialpsychologie der WWU, vorgeschlagen.

"Mit E. Tory Higgins verbindet mich eine langjährige Forschungskooperation. Ich freue mich sehr, dass wir die Zusammenarbeit nun sogar noch intensivieren können", betont Gastgeber Gerald Echterhoff. "Neben einigen Fachkollegen von der WWU wollen wir auch Wissenschaftler verschiedener deutscher und internationaler Universitäten einbinden und ein Forschungsnetzwerk aufbauen. Mit Professor Higgins haben wir eine Koryphäe der Sozialpsychologie gewinnen können. Das macht unser Vorhaben für viele sehr gute Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders interessant." In der Forschung soll es um gesellschaftlich hochaktuelle Fragen gehen, beispielsweise um die Hürden, die einer Integration von Flüchtlingen im Wege stehen. E. Tory Higgins wird in den kommenden fünf Jahren für Forschungsaufenthalte regelmäßig Gast an der WWU sein.

E. Tory Higgins' experimentellen und theoretischen Arbeiten zur sozialen Wahrnehmung und zu den Mechanismen der menschlichen Motivation gelten als Klassiker. Seine jüngste Forschung gilt sogenannten shared realities, also zwischen einzelnen Personen oder in Gruppen geteilten Ansichten und Urteilen. Der Wissenschaftler will in Zusammenarbeit mit seinen Kooperationspartnern, vor allem dem Gastgeber Gerald Echterhoff, weiter erforschen, welche Rolle diese beispielsweise bei der Entwicklung von Vorurteilen, Stereotypen oder auch radikalen Überzeugungen spielen und welchen Einfluss hierbei die Kommunikation mit Bezugspersonen und die soziale Entwicklung von Jugendlichen haben.

Mit dem Preisgeld werden laut Stiftung Forschungskooperationen von Wissenschaftlern aus dem Ausland mit Fachkollegen in Deutschland für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren finanziert. Der Preis soll die Internationalisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland voranbringen und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert. Die sechs neuen Preisträger wurden unter insgesamt 79 Nominierten aus 23 Ländern ausgewählt; die Preisverleihung findet am 8. September 2016 in Berlin statt.

Edward Tory Higgins – Lebenslauf

Edward Tory Higgins, Jahrgang 1946, ist "Stanley Schachter Professor of Psychology" und "Professor of Business" an der Columbia University in New York, USA. Er ist außerdem Direktor des "Motivation Science Center" der Columbia Business School und Fellow der American Academy of Arts & Sciences. Tory Higgins wurde mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem "William James Fellow Award for Distinguished Achievements in Psychological Science", dem "Award for Distinguished Scientific Contributions" und dem "Presidential Teaching Award". 2004 wurde er für die "Columbia’s University Lecture" ausgewählt, womit sein bisheriges akademisches Wirken gewürdigt wurde. E. Tory Higgins ist Autor zahlreicher Bücher. Er hat bereits mehrere Regierungen sowie Wissenschaftsorganisationen beraten.

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung mehr als 2000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 27.000 "Humboldtianern" aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 52 Nobelpreisträger.

Links zu dieser Meldung