Für das Wohlergehen von Versuchstieren
Mit Dr. Helene Richter, Habilitandin in der Abteilung für Verhaltensbiologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU), ist gestern (19. Januar) eine herausragende münstersche Nachwuchswissenschaftlerin bei einer Feierstunde in Düsseldorf in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen worden. Insgesamt gibt es zehn neue Kollegiatinnen und Kollegiaten, wie die Akademie mitteilte.
Zu den Forschungsschwerpunkten der Biologin gehören die Diagnostik des Wohlergehens von Versuchstieren, die Verbesserung tierexperimenteller Verfahren und Haltungsbedingungen und die Aussagekraft und Reproduzierbarkeit von Tierversuchen. Außerdem erforscht Helene Richter Kognition und Emotion sowie Gen-Umwelt-Interaktionen bei der Entwicklung von Verhalten. Für einen allgemein verständlichen Text über ihre Dissertation gewann sie 2011 den Klaus-Tschira-Preis für verständliche Wissenschaft im Fach Biologie. In der Dissertation, die sie an der Justus-Liebig-Universität Gießen durchführte, stellte sie das in der tierexperimentellen Forschung geltende Dogma der strikten Vereinheitlichung der Versuchsbedingungen infrage.
Nach ihrer Promotion arbeitete Helene Richter als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, wo sie neuropsychiatrische Tests zur Beschreibung höherer kognitiver Funktionen bei Mäusen und Ratten etablierte und validierte. Seit März 2014 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Verhaltensbiologie der WWU.