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Münster (upm/ch)

Ein Pionier mit Mut und Weitsicht

Die Universität Münster trauert um Klimaforscher Prof. Dr. Wilfrid Bach
Prof. Dr. Wilfrid Bach - so kannte man ihn in den 1980er Jahren.<address>© privat</address>
Prof. Dr. Wilfrid Bach - so kannte man ihn in den 1980er Jahren.
© privat

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) trauert um Dr. Wilfrid Bach, emeritierter Universitätsprofessor für Physische Geographie/Klimatologie, der am 21. Juni im Alter von 79 Jahren verstorben ist. Wilfrid Bach war ein Pionier der Klima- und Energieforschung und ein herausragender Wegbereiter der mittlerweile allgemein anerkannten Theorie des vom Menschen verursachten Klimawandels.

Bereits zu Beginn der 1980er Jahre sprach Wilfrid Bach die Erwärmung der Erde an. Er diskutierte nicht nur im wissenschaftlichen Kreis, sondern machte die Erkenntnisse in zahlreichen an das breite Publikum gerichteten Büchern, Interviews und Zeitschriftenartikeln auch einer großen Öffentlichkeit zugänglich. In Fachkreisen gilt Wilfrid Bach dank seiner Weitsicht und seiner Bereitschaft, aus seinen Forschungen zu Umweltproblemen heraus konkrete Lösungswege anzubieten, auch heute noch als Vorbild.

Wilfrid Bach wurde am 23. Februar 1936 geboren. Er studierte von 1956 bis 1961 an den Universitäten Marburg und Sheffield das Fach Geographie. 1965 promovierte er in Sheffield, England. Nach 14-jähriger Tätigkeit an Universitäten in Sheffield (im Rahmen seiner Promotion), Montreal (Kanada), Cincinnati (Ohio/USA), Hawaii und Zürich wurde er 1975 an die WWU berufen. Dort prägte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 das Fach Klimatologie. Er leitete als geschäftsführender Direktor das neu gegründete Institut für Landschaftsökologie und war von 1983 bis 1984 Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät.

Wilfrid Bach engagierte sich auch außerhalb der Universität in vielfältiger Weise, unter anderem als Mitglied der "Medical Koalition for a Sustainable Global Environment" und des Moskauer Internationalen Energie-Klubs, als Mitglied von Eurosolar und von 1987 bis 1994 als Mitglied der Enquete-Kommissionen des Bundestages "Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre".

Die Zeit, die ihm verblieb, um nach der Emeritierung seine vielfältigen Pläne weiterzuverfolgen, war kurz. Er litt die letzten Jahre an Alzheimer und lebte zurückgezogen in einem Heim in Münster.

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