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Münster (upm/ch)

Geschichte des mittelalterlichen Mönchtums

Historiker Prof. Dr. Joachim Wollasch wird 80 Jahre alt
Prof. Dr. Joachim Wollasch<address>© privat</address>
Prof. Dr. Joachim Wollasch
© privat

Prof. Dr. Joachim Wollasch, ehemaliger Direktor des Historischen Seminars und des Instituts für Frühmittelalterforschung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), feiert am Dienstag, 1. Februar, seinen 80. Geburtstag in seiner Heimatstadt Freiburg. Am 4. Februar wird er in Münster bei einem akademischen Festakt an der WWU geehrt.

Joachim Wollasch, Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen und der französischen "Société nationale des Antiquaires", trug mit seiner Forschungstätigkeit maßgeblich zur Stellung Münsters als Zentrum interdisziplinärer Mittelalterforschung bei. Seine Forschungsarbeit konzentriert sich vor allem auf die Geschichte des mittelalterlichen Mönchtums und dessen Wirkung auf die Umwelt der Klöster. Grundlegende Arbeiten gelangen ihm vor allem mit einer neuen Interpretation der Totenbücher des Mittelalters, die er durch neuartige Editionen verfügbar machte und deren Namenvielfalt er mithilfe der elektronischen Datenverarbeitung erschloss. In zahlreichen Aufsätzen stellte er den Zusammenhang von Totengedenken und Reformmönchtum dar. Seine Untersuchungen zur Armensorge im Mittelalter führten zu einer neuen Bewertung der sozialgeschichtlichen Aspekte des Gedenkens an Verstorbene. Im Zentrum seiner Forschungsarbeiten stand die Geschichte des Klosters Cluny in Burgund, welches Mönchtum und Religiosität des 10. bis 12. Jahrhunderts entscheidend prägte.

Nach dem Studium in seiner Heimatstadt Freiburg wurde Joachim Wollasch dort 1955 promoviert; 1963 habilitierte er sich. Nach Dozententätigkeit in Freiburg und einem Aufenthalt am Deutschen Historischen Institut in Rom wurde der Historiker 1973 auf einen Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an die Universität Münster berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 tätig war.