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Münster (upm/ch)

"Forever young" auf der Favoriten-Liste

Gemeinsames Biotechnologie-Projekt von Universität Münster und Fraunhofer-Institut für zwei internationale Chemietechnik-Preise nominiert
Größenvergleich: rechts eine gewöhnliche Tabakpflanze, links die Variante &quot;Forever young&quot;<address>© WWU</address>
Größenvergleich: rechts eine gewöhnliche Tabakpflanze, links die Variante "Forever young"
© WWU

Ähnlich wie bei der Oscar-Verleihung ist bei manchen Preisen schon die Nominierung eine große Ehre. So ist es auch bei den Auszeichnungen, die die internationale "Institution of Chemical Engineers" (IChemE) für besondere Erfindungen im Bereich der Chemietechnik vergibt. Ein Kooperationsprojekt der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) und des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie ist nun als einziger Beitrag aus Deutschland nominiert worden – und zwar für gleich zwei Preise in verschiedenen Kategorien. Das Projekt zur Verbesserung der Produktion pflanzlicher Biomasse steht in den Kategorien "Bioverfahrensentwicklung" und "Erfindung des Jahres" auf der Favoriten-Liste.

Die Forschergruppe um Prof. Dr. Dirk Prüfer und Dr. Gundula Noll von der WWU hat einen genetischen Schalter gefunden, der den Alterungsprozess bei Tabakpflanzen aufhält. Eine gewöhnliche Tabakpflanze wird nur wenige Monate alt, sie stirbt nach der Blüte. Die Variante mit dem Namen "Forever young" (für immer jung) fängt gar nicht erst an zu blühen, sondern wächst stetig weiter und wird dabei viele Meter hoch. Zum Vergleich: Eine gewöhnliche Tabakpflanze bringt es auf maximal zwei Meter. Dieses Prinzip ließe sich auf Nutzpflanzen übertragen, die zur Gewinnung von Lebensmitteln verwendet werden und bei denen die Blüte dafür keine Rolle spielt, beispielsweise Kartoffeln. Es könnte möglicherweise dazu beitragen, den steigenden Nahrungsbedarf der Bevölkerung zu decken.

Die "IChemE-Awards", die international als besonders prestigeträchtig gelten, werden am 7. November in Bolton, Großbritannien, in 13 Kategorien vergeben. Das Biomasse-Projekt steht zweimal gemeinsam mit vier weiteren nominierten Projekten auf der "Shortlist".

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