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Münster (upm/jn)

Trauer um Prof. em. Dr. Jürgen Welp

Früherer Direktor des Instituts für Kriminalwissenschaften im Alter von 77 Jahren gestorben

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) trauert um Prof. em. Dr. Jürgen Welp. Der im Alter von 77 Jahren kürzlich verstorbene Rechtswissenschaftler war fast 30 Jahre lang (1973 bis 2001) Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und Strafprozessrecht und Institutsdirektor sowie geschäftsführender Direktor des Strafrechtlichen Seminars an der WWU. In dieser Zeit prägte Jürgen Welp die Rechtswissenschaftliche Fakultät grundlegend, unter anderem durch sein Engagement im Bereich der EDV. Auch in der Hochschulpolitik setzte er sich als Mitglied des Senats, als Sprecher der Universitätshochschullehrer und in zahlreichen Gremien auch über die Fakultätsgrenzen hinaus ein.

Jürgen Welp wurde 1936 in Osnabrück geboren. Das Studium der Rechtswissenschaften nahm er 1956 in Heidelberg auf, führte es in München fort, kehrte jedoch zur Beendigung nach Heidelberg zurück. Nach Studium und Referendariat war er von 1965 bis 1971 als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Heidelberg bei Wilhelm Gallas tätig. Seine Promotion schloss er 1968 mit einer Arbeit über Garantenstellungen bei Unterlassungsdelikten ab. Nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent übernahm er Lehrstuhlvertretungen in München und Münster. 1972 wurde er dann bereits nach kurzer Zeit zum Wissenschaftlichen Rat und Professor in Münster ernannt.

In der Forschung arbeitete Jürgen Welp vor allen Dingen auf den Gebieten des strafrechtlichen und strafprozessualen Geheimnisschutzes, der strafprozessualen Überwachung und Kontrolle, der Strafverteidigung sowie auf strafrechtlichen und strafprozessualen Aspekten des Datenschutzes. Er verfasste eine Vielzahl von Monografien, Aufsätzen, Vorträgen und Besprechungen höchstrichterlicher Entscheidungen. Während seiner Zeit an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät war er unter anderem von 1976 bis 1983 als Richter im Nebenamt beim Oberlandesgericht Hamm (OLG) tätig. Die Verbindung zur Praxis lag Jürgen Welp sehr am Herzen, weshalb er in den Jahren nach seiner Arbeit am OLG neben seiner universitären Tätigkeit als Strafverteidiger weiter arbeitete.