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Münster (upm/ch)

Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit

Osteuropa-Historiker Prof. Dr. Eduard Mühle erhält polnischen Forschungspreis
Prof. Dr. Eduard Mühle<address>© privat</address>
Prof. Dr. Eduard Mühle
© privat

Prof. Dr. Eduard Mühle, Direktor der Abteilung für Osteuropäische Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), hat den polnischen Alexander-von-Humboldt-Forschungspreis erhalten. Die mit 24.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Stiftung für die Wissenschaft in Polen – dem polnischen Pendant der Deutschen Forschungsgemeinschaft – in Kooperation mit der deutschen Alexander-von-Humboldt-Stiftung vergeben. Mit dem Preis ist eine Einladung zu einem insgesamt sechsmonatigen Aufenthalt an einer polnischen Forschungseinrichtung verbunden.

Die Auszeichnung würdigt Eduard Mühles Forschungen zur Geschichte des osteuropäischen, insbesondere polnischen Mittelalters und dient der Förderung seiner Arbeit an einer Monografie über die Lebenswelt eines herzoglichen Amtsträgers im Polen des 12. Jahrhunderts. Das mit dem Preis verbundene Stipendium soll zudem die weitere langfristige Zusammenarbeit mit polnischen Kollegen fördern, um die sich der münstersche Osteuropa-Historiker seit Langem verdient gemacht hat – als Direktor des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg (1995-2005), Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Warschau (2008-2013) und Professor der WWU.

Der Historiker wird als Gast des Instituts für Archäologie und Ethnologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in den nächsten drei Jahren in mehreren Aufenthalten an verschiedenen Standorten des Instituts sowie in weiteren polnischen Bibliotheken und Archiven die einschlägigen archäologischen und schriftlichen Quellen auswerten und intensive Fachgespräche führen.

Eduard Mühle wurde 1990 an der WWU promoviert und 2004 an der Universität Marburg habilitiert. Im Sommer 2005 übernahm er an der WWU den Lehrstuhl für Geschichte Ostmittel- und Osteuropas und leitet seither im Historischen Seminar die Abteilung für Osteuropäische Geschichte. Seine aktuellen Forschungen befassen sich mit Herrschaft und Gesellschaft im mittelalterlichen Polen, der mittelalterlichen Stadt im östlichen Europa, der Stadtgeschichte Breslaus sowie der Geschichte der Slawen und des Slawendiskurses.

Der seit 1996 vergebene Humboldt-Forschungspreis der polnischen Wissenschaftsstiftung ist das polnische Gegenstück zur gleichnamigen Auszeichnung, die durch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung in Deutschland vergeben wird. Er würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen und soll die Kooperation zwischen deutschen und polnischen Wissenschaftlern fördern. Das Preisgeld dient der Finanzierung des Forschungsaufenthaltes in Polen. Der bislang überwiegend an Naturwissenschaftler verliehene Preis ging zum zweiten Mal an einen Historiker; 2007 erhielt ihn der Neuzeithistoriker Lutz Niethammer.

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