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Münster (upm).
Auf dem Foto sind der Preisträger Dr. Halil Emre Uçar und der Akademiepräsident Prof. Dr. Gerd Heusch zu sehen.<address>© AWK - Bettina Engel-Albustin</address>
Dr. Halil Emre Uçar (l.) erhält den Karl-Arnold-Preis der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste von Akademiepräsident Prof. Dr. Gerd Heusch.
© AWK - Bettina Engel-Albustin

Auszeichnung für Dissertation über Wahrheitsansprüche in Moscheegemeinden

Sozialwissenschaftler Halil Emre Uçar gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten „Karl Arnold-Preis“

Der Sozialwissenschaftler Dr. Halil Emre Uçar von der Islamisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster hat am Mittwoch (14.10.) in Düsseldorf für seine Doktorarbeit den mit 10.000 Euro dotierten „Karl Arnold-Preis“ der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste erhalten. In seiner Dissertation mit dem Titel „Moscheegemeinden in der postmigrantischen Gesellschaft. Eine rekonstruktive Studie zu Milieus, Kulturerbe und kollektiven Orientierungen“, die er an der Ruhr-Universität Bochum verfasst und mit „summa cum laude“ abgeschlossen hat, untersucht er am Beispiel von zwei Moscheegemeinden in Deutschland, wie sich Wahrheitsansprüche in religiösen Gemeinschaften herausbilden.

Die Ergebnisse von Halil Emre Uçars Arbeit zeigen, dass Moscheegemeinden keine starren Gebilde sind, in denen die Tradition einfach fortgeführt wird. Die Mitglieder handeln Religion, Kultur, Zugehörigkeit und Wahrheitsansprüche innerhalb ihrer Moscheegemeinde immer wieder neu aus. Dabei spielen Erfahrungen von Migration, soziale Unterschiede, Sprache und lokale Bedingungen eine wichtige Rolle. „Mit einer qualitativ rekonstruktiven Studie habe ich die jeweiligen Milieus und Erfahrungsschichtungen untersucht. Es zeigte sich, dass diese durch eine bestimmte Migrationsgeschichte geprägt sind und beeinflussen, was als normal oder unhinterfragt gilt“, erklärt Halil Emre Uçar.

Die Arbeit hat die Jury in mehreren Punkten überzeugt: eine innovative sozialwissenschaftliche Fragestellung, ein sorgfältiges methodisches Vorgehen sowie eine hohe Alltagsrelevanz des Themas. „Es wäre begrüßenswert, wenn die Erkenntnisse der Arbeit Eingang in schulische und unterrichtliche Diskurse fänden“, betont Prof. Dr. Andrea Stieldorf, Sekretarin der Klasse Geisteswissenschaften der Akademie und Vorsitzende der Jury. „Der Gewinn dieses Preises hat für mich ein sehr hohes Gewicht, weil ich aus einer migrantischen Nichtakademikerfamilie komme“, betonte der Preisträger.

© Uni MS - Johannes Wulf

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