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Münster (upm/bhe).
Zu sehen ist ein Porträtfoto von Dr. Victoria Sakti.<address>© Imelda Taurina Mandala</address>
Dr. Victoria Sakti
© Imelda Taurina Mandala

Europäischer Forschungsrat zeichnet Sozial- und Kulturanthropologin mit „Starting Grant“ aus

Victoria Sakti erforscht das Altern in der Stadt / Zwei Millionen Euro Förderung

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) hat Dr. Victoria Kumala Sakti mit einem „ERC Starting Grant“ ausgezeichnet. Mit der EU-Förderung von rund zwei Millionen Euro wird die Wissenschaftlerin vom Institut für Ethnologie der Universität Münster innerhalb der kommenden fünf Jahre das Forschungsprojekt „Improvising Later Life in the City: A Multi-sited Ethnography of Ageing in Rapidly Urbanising Contexts (LIV-AGE)“ realisieren. Die Sozial- und Kulturanthropologin untersucht ab Frühjahr 2027, wie die rasante Urbanisierung und die Alterung der Bevölkerung das Leben im Alter in unterschiedlichen sozialen und kulturellen Zusammenhängen beeinflusst.

Konkret geht es darum, wie sich ältere Menschen in einem sich wandelnden städtischen Umfeld zurechtfinden, wie sie sich ihre Lebensgrundlagen und ihren Pflegebedarf sichern, ihre Mobilität bewahren und ein Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln. In ihrem  Projekt will die Wissenschaftlerin diese Themen und Erfahrungen in einen größeren historischen Kontext von Gewalt, Vertreibung und Ungleichheit einordnen, der das Leben vieler Menschen in vielen Ländern prägt. Ziel ist es, neue Wege zum Verständnis des Alterns zu erschließen – wie ältere Menschen den Wandel in den Städten erleben, aber auch, wie Vorstellungen von einer altersgerechten Stadtentwicklung umgesetzt und neu gedacht werden.

Victoria Sakti wird mit der Förderung eine Forschungsgruppe aufbauen. Sie plant und startet ihre vergleichende, ethnografische Forschung in Indonesien, Kolumbien und Simbabwe. Dabei wird sie die Situation sowohl in Megastädten als auch in kleineren städtischen Zentren untersuchen. „Münster wird als Lernzentrum dienen. Hier werden wir unsere Erkenntnisse aus den drei Forschungsstandorten zusammenbringen und die Perspektiven aus dem Süden und Norden miteinander verknüpfen“, erläutert Victoria Sakti. In Zusammenarbeit mit Gemeindevertretern und Fachleuten aus der Stadtplanung und Stadtpolitik verbindet das Projekt Ethnografie mit Interviews, sensorischen und multimodalen Methoden, Archiv- und Geschichtsforschung sowie gemeinsamer Forschung mit älteren Menschen.

Victoria Sakti arbeitet seit 2025 am Institut für Ethnologie und am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster. Zuvor war sie als Postdoktorandin am Max-Planck-Institut Göttingen und als Doktorandin am Exzellenzcluster „Languages of Emotions“ an der Freien Universität Berlin tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind transnationale Mobilität, Altern, Vertreibung, Gender, politische Gewalt und sozialer Wandel. Ihr regionaler Forschungsschwerpunkt liegt auf Südostasien, insbesondere auf Indonesien und Timor-Leste. Im Sommersemester 2026 hat sie eine Vertretungsprofessur an der Universität Heidelberg inne.

ERC Grants

Die Förderlinie „ERC Starting Grants“ fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eine eigene und unabhängige Forschungsgruppe aufbauen möchten. Weitere Förderlinien des Europäischen Forschungsrats sind der „Consolidator Grant“ und der „Advanced Grant”.

 

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