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Der Preisträger Maurice Dellin hält die Universitätmedaille in den Händen und lacht in die Kamera.<address>© UKM - Marcus Heine</address>
Maurice Dellin freut sich über die besondere Ehrung.
© UKM - Marcus Heine

„Alle können etwas Positives bewirken“

Maurice Dellin über die Verleihung der Universitätsmedaille

Für sein langjähriges Engagement und seine herausragenden Verdienste um die Entwicklung neuer hybrider Lehrformate wurde der Medizinstudent Maurice Dellin mit der Universitätsmedaille ausgezeichnet. Seine Arbeit hat die universitäre Lehre in der Medizin zu Beginn der Covid-19-Pandemie nachhaltig verändert und den Weg für moderne, flexiblere und barrierefreie Angebote geebnet. Darüber hinaus ist Maurice Dellin seit mehreren Jahren in der Fachschaft aktiv, studentischer Vertreter in der Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs und organisierte hauptverantwortlich mehrere Medizinerbälle sowie die Open-Stage-Shows „Performing Ar(z)t“. Im Interview mit Kathrin Kottke spricht der Student über die Auszeichnung.

 

Wie erinnern Sie sich an den Tag der Preisverleihung?

Bis zu dem Moment, als Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels die Bühne betrat, wusste ich nichts von der geplanten Auszeichnung und war völlig überrascht. Ich konnte es erst gar nicht glauben und sofort stürzten viele Eindrücke und Gefühle auf mich ein: Aufregung, Stolz und vor allem Dankbarkeit, dass die Universität meine Arbeit auf diese Weise wertschätzt.

Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie?

Für mich ist es vor allem ein Zeichen, dass die Arbeit, die ich in den letzten Monaten und Jahren gemeinsam mit vielen anderen Personen geleistet habe, wahrgenommen wird. Viele Nutzerinnen und Nutzer des münsterschen Hybridsystems, zum Beispiel Eltern, chronisch Kranke oder Studierende, die außerhalb von Münster wohnen, habe ich nie kennengelernt. Bei der Examensfeier auf der Bühne zu stehen und in die Gesichter derjenigen blicken zu können, die durch die hybriden Möglichkeiten eine bessere Lehr- und Lernerfahrung an der Medizinischen Fakultät gemacht haben, bedeutet mir sehr viel. Darüber hinaus ist die Auszeichnung eines Studierenden mit der Universitätsmedaille ein wichtiges Signal: Alle Mitglieder der Universität haben die Möglichkeit, unseren Hochschulstandort mitzugestalten und etwas Positives zu bewirken. Besonders bei den Studierenden geschieht das oft ehrenamtlich. Es ist toll, dass das Rektorat das anerkennt.

Wie konnten Sie Studium und Ehrenamt unter einen Hut bringen?

Für mich war es nie ein Problem, viel Zeit in das Studium und meine anderen Projekte zu investieren, weil sie mir vor allem Spaß gemacht haben und immer noch machen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man am Ende die Früchte seiner Arbeit in Funktion sieht. Ein Gefühl, das mich bis heute motiviert.

Gab es auch Momente des Zweifels?

Bei der Entwicklung der hybriden Systeme an der Medizinischen Fakultät stand ich oft vor großen Problemen und dachte ‚Das war‘s, hier kommst du nicht mehr weiter‘. Wichtig war es immer, einen Ausgleich zu suchen und sich zeitweilig auf andere Dinge im Leben zu konzentrieren. Meist kam die Lösung ganz unverhofft, in einem ruhigeren Moment oder bei der Beschäftigung mit fachfremden Themen.

Wie geht es für Sie nach dem Studium weiter?

Ich werde noch ein paar Monate in Münster bleiben und einige Projekte weiterführen beziehungsweise abschließen. Im April geht es dann für ein Jahr für einen Forschungsaufenthalt an das ,AO Research Institute in Davos‘. Danach möchte ich meine Facharztausbildung zum Orthopäden und Unfallchirurgen beginnen – am liebsten am Universitätsklinikum Münster.

 

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 8, 11. Dezember 2024.

 

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