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Münster (upm)

"Erfolg entsteht dort, wo intensiv gearbeitet wird"

Nachwuchsphysikerin Valeria Bobkova kam bei einer Tagung mit zahlreichen Nobelpreisträgern ins Gespräch
Valeria Bobkova<address>© privat</address>
Valeria Bobkova
© privat

Insgesamt 39 Nobelpreisträger trafen kürzlich bei der Lindauer Nobelpreisträgertagung auf 580 exzellente Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt. Mit dabei waren auch zwei junge Physiker der WWU, die die Jury in einem mehrstufigen Auswahlverfahren überzeugt haben: Valeria Bobkova und Christian Schwermann. In einem Gastbeitrag in der Unizeitung wissen|leben berichtet Valeria Bobkova, wie sie das Treffen am Bodensee erlebt hat:

Das Programm der Konferenz war sehr eng getaktet. Wir hatten kaum eine freie Minute. Aber mit so vielen Nobelpreisträgern rund um die Uhr an einem Ort zu sein, ist unglaublich. Sie sind faszinierende und inspirierende Persönlichkeiten. Auch die Begegnung mit den anderen Nachwuchswissenschaftlern war beeindruckend. Die talentiertesten und fleißigsten jungen Physiker aus unterschiedlichen Bereichen nahmen an der Tagung teil – von Astronomie und Kosmologie bis hin zur Materialphysik.

Ich bin mit der Erwartung nach Lindau gefahren, dass ich meine Forschung mit anderen Studierenden und vielleicht mit dem einen oder anderen Nobelpreisträger besprechen kann. Außerdem wollte ich wissen, wie die Nobelpreisträger im „normalen Leben“ sind. Ich muss sagen: Sie sind absolut normale Menschen! Aber echt klug. Und auch sie hatten in ihrer Laufbahn mit Problemen zu kämpfen, die sie lösen mussten.

Die Konferenz ist sehr groß, und die Themen sind sehr unterschiedlich. Ich hatte unter anderem die Gelegenheit, mit Wolfgang Ketterle, der 2001 mit 44 Jahren einer der jüngsten Nobelpreisträger der Geschichte war, einen Teil meines Promotionsprojekts zu besprechen. In meiner Forschung an der WWU beschäftige ich mich mit der Schnittstelle zwischen Licht und Materie. Wir untersuchen die Dynamik dielektrischer Nanopartikel, die durch komplexe Lichtfeldgeometrien induziert wird.

Besonders beeindruckend fand ich auch die Gespräche mit den Physikern William Phillips und Konstantin Novoselov. Sie haben mir erzählt, dass Nobelpreise zwar eine große Ehre sind, sie aber nach wie vor viele Stunden im Labor arbeiten und forschen. Einfach mal eine Tasse Kaffee mit ihnen zu trinken, ist sehr beeindruckend. Wir hatten auch gemeinsame Abendessen, bei denen die Nobelpreisträger von ihren Familien und ihrem Privatleben erzählt haben.

Die wesentliche Erkenntnis für mich ist, dass wissenschaftlicher Erfolg dort entsteht, wo Menschen zielstrebig und intensiv arbeiten. Dann fehlt manchmal nur noch ein bisschen Glück zum großen Durchbruch. Es ist wichtig, mit anderen Forschern zusammenzuarbeiten, miteinander zu reden und viele Fragen zu stellen.

Valeria Bobkova promoviert am Institut für Angewandte Physik in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Cornelia Denz.

 

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung „wissen|leben“ Nr. 5, 10. Juli 2019.

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