Sprachdidaktik

  • Was ist Sprachdidaktik?

    Die Sprachdidaktik erforscht und modelliert sprachliche Lehr-Lern-Prozesse. Ziel ist, sprachbezogene Erwerbs- und Vermittlungsprozesse durch wissenschaftliche Analysen besser zu verstehen und durch die Entwicklung geeigneter Unterstützungsmöglichkeiten zu optimieren. Im Zentrum stehen Forschungen und Entwicklungsprojekte zur Individualisierbarkeit sprachlichen Lernens, die den Ansprüchen heterogener Lerngruppen gerecht werden und die Erwerbsprozesse des Deutschen als Erst-, Zweit- und Fremdsprache einbeziehen. Maßgeblich ist hierfür ein grundlegendes Verständnis der Zusammenhänge zwischen mündlichem und schriftlichem Handeln. Bezugswissenschaften sind vor allem Linguistik und (Zweit-)Spracherwerbsforschung, mitunter aber auch Bereiche der Psychologie und der Erziehungswissenschaft.

  • Sprachdidaktik am Germanistischen Institut

    Ein bedeutender Schwerpunkt der Sprachdidaktik am Germanistischen Institut liegt auf der Entwicklung sprachdidaktischer Instrumente zur Einschätzung und Förderung mündlicher (Erzählen, Zuhören, Präsentieren, Moderieren) sowie schriftlicher Kompetenzen (Schrift und Orthographie, Textproduktion). Dabei werden gezielt auch die Schnittstellen dieser Kompetenzen (Grammatik, Sprachbewusstheit, Mediales Lernen, Visualisieren) und ihre Bezüge zu Querschnittsaufgaben des Deutschunterrichts (Demokratiebildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung) sowie der Austausch von wissenschaftlicher und schulischer Praxis berücksichtigt.

    Prof. Dr. Anne Berkemeier und ihr Team beschäftigen sich mit Schrift- und Orthographievermittlung, handlungsbezogener Grammatikdidaktik sowie dem Ausbau mündlicher und schriftlicher Handlungskompetenzen in der Erst- und Zweitsprache Deutsch, auch als Bildungssprache. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung sprachdidaktischer Förderinstrumente.

    Prof. Dr. Juliane Stude und ihr Team arbeiten zum Erwerb mündlicher und schriftlicher Diskursfähigkeiten bei Kindern, insbesondere Erzählkompetenz sowie zu Lehr-Lern-Diskursen in sprachlich heterogenen Klassen, Sprachförderinteraktionen und Sprachbewusstheit. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Internationalisierung in der Lehrkräftebildung.

    Neben dem Schrift- und Orthographieerwerb (Anja Heitmann, Svenja Völkert) sind weitere Arbeitsschwerpunkte der Abteilung u. a. Mehrsprachigkeitsdidaktik und Sprache im Fachunterricht (Dr. Cana Bayrak, Dr. Handan Budumlu, Dr. Necle Bulut, Dr. Sabina Schroeter-Brauss, Yvonne Elger) sowie digital vermittelte Lernprozesse (u. a. Dr. des. Katharina Larkin, Dr. Olga Fekete) und sprachvergleichende Grammatik (PD Dr. Lirim Selmani).

  • Sprachdidaktik im Studium

    Die Sprachdidaktik ist fester Bestandteil der Lehre in allen lehramtsbildenden Studiengängen am Germanistischen Institut und begleitet Studierende vom Bachelor bis zum Master. Ziel des sprachdidaktischen Lehrangebots ist, sprachliche Lehr-Lern-Prozesse wissenschaftlich zu verstehen, zu reflektieren und auf dieser Grundlage eine anwendungsorientierte Handlungsfähigkeit für unterrichtliche Settings erwerben zu können. Dabei werden alle Kompetenzbereiche des Deutschunterrichts berücksichtigt: Schriftvermittlung, (Zweit-)Sprachförderung, mündliches Kommunizieren (Sprechen und Zuhören), Lesen von Sachtexten, das Schreiben von Texten, das Rechtschreiben sowie das Nachdenken über Wortschatz, Grammatik und sprachliches Kommunizieren. Hinzu kommen übergreifende Themen wie z. B. Inklusion oder Medien. Ziel ist, mit allen sprachlichen Größeneinheiten (vom Laut bis zum Text) in verschiedenen kommunikativen Kontexten umgehen zu können, um Unterrichtsprozesse möglichst gut gestalten und Lernende möglichst wirksam unterstützen zu können.