Literatur- & Mediendidaktik

  • Was ist Literatur- und Mediendidaktik?

    Die Literatur- und Mediendidaktik ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich der kulturellen Praxis des Umgangs mit Literatur und Medien in institutionellen Kontexten widmet. Sie schafft Grundlagen für eine theoriegeleitete Literatur- und Medienvermittlung und für professionellen Literatur- und Medienunterricht.
    Im Mittelpunkt steht die Rezeption von Literatur und Medien in unterschiedlichen Formen, mithin von Texten, Hypertexten, von Film, Hörspiel, Theater, Literaturausstellungen und neuen Medienformen, die als je eigenständige, ästhetische und kulturelle Ausdrucksformen verstanden werden.

    Literatur- und Mediendidaktik steht in einem produktiven Spannungsfeld von verschiedenen Bezugswissenschaften (wie Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Filmwissenschaft, Theaterwissenschaft, Philosophie, Bildungswissenschaft, Sozialwissenschaft, Soziologie, Psychologie) sowie kulturell-institutionellen Rahmenbedingungen und Zielperspektiven von Bildungsinstanzen (Schule, Hochschule). Auf dieser Grundlage setzt sie sich mit Blick auf die Schulpraxis mit literatur- und mediendidaktischen Theorieentwürfen und Konzepten auseinander, wobei sie kritisch über bestehende Unterrichtspraxis hinausdenkt. Sie erforscht, analysiert und evaluiert die Rezeption von Literatur und Medien sowie den Literaturunterricht theoretisch sowie empirisch  und entwickelt neue Modelle, Konzepte und Verfahren. 

    Die gemeinsame Zielperspektive der vielfältigen Forschungs- und Arbeitsbereiche der Literatur- und Mediendidaktik besteht in der beständigen Optimierung von Lehr- und Lernprozessen, in denen Subjektbezug (d. h. der Blick auf den Lernprozess der lernenden Subjekte) und Gegenstandsbezug (d. h. ‚Literatur’ und ‚Medien’) grundsätzlich zusammen gesehen werden.

  • Literatur- und Mediendidaktik am Germanistischen Institut

    Am Germanistischen Institut ist die Literatur- und Mediendidaktik sehr facettenreich: Von der Erforschung ästhetischer Prozesse, der Auseinandersetzung mit Machtreflexion im Literatur- und Medienunterricht über Medienphänomene bis hin zur Leseförderung reichen die Forschungsschwerpunkte.

    So beschäftigt sich Prof. Dr. Sebastian Bernhardt mit Literatur- und Mediendidaktik im Kontext ästhetischer Erfahrungen, machtreflexiver Literatur- und Mediendidaktik (Rassismussensibilität, Genderreflexion, Geschichte in Literatur) und außerschulischem Lernen im Literatur- und Medienunterricht. Zudem beschäftigt er sich gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe mit der Erforschung der Nutzung von KI in tutoriellen Kontexten.

    Prof. Dr. Marion Bönnighausen beschäftigt sich mit Prozessen literarischen Verstehens und ästhetischer Erfahrung, Intermedialität, Theaterdidaktik und Leseforschung.

    Weitere Forschungs- und Lehrschwerpunkte in der Abteilung sind: Fanfiction und Literaturdidaktik (Merle Behnke), Bilderbuchdidaktik, phänomenologische und enaktivistische Literaturdidaktik (Marie Epping), Kinder- und Jugendliteratur und diversitätsorientierte Literaturdidaktik (Dr. Ina Henke), Phänomenologische Literaturdidaktik, Medialität und Mediendidaktik sowie Künstliche Intelligenz und Literaturdidaktik (Dr. Philipp Kamps), Transmedialität/Transmediales Erzählen (transmedia storytelling), Diversitätsorientierter Deutschunterricht (Dr. Laura M. Lewald-Romahn), Produktionsästhetische Perspektiven auf literarisches Lernen in der Grundschule (Nadine Rack-Hellekes).

  • Literatur- und Mediendidaktik im Studium

    Die Literatur- und Mediendidaktik ist in Münster fester Bestandteil der Lehre in allen lehramtsbildenden Studiengängen am Germanistischen Institut und begleitet Studierende vom Bachelor bis zum Master. Im Bachelor erwerben die Studierenden grundlegende Kenntnisse über Fragen der Rezeption ästhetischer Texte und Medien, das Lesen von Literatur und Modelle literarästhetischer Kompetenzentwicklung, im Master werden die Kenntnisse vertieft, erweitert und kritisch auf ihre Verwertbarkeit hin reflektiert.

    Das Ziel des Studienangebots besteht darin, Studierende mit den verschiedenen Arbeits- und Forschungsfeldern von Literatur- und Mediendidaktik bekannt zu machen und sie mittel- und langfristig dazu zu befähigen, fachdidaktische Konzepte und Modelle kritisch zu erörtern sowie fachwissenschaftliche Inhalte, didaktische Konzepte und konkrete Anwendungsmöglichkeiten sinnvoll miteinander in Beziehung zu setzen.