Studiengangsprofil Master of Arts Islamwissenschaft und Arabistik

Verantwortlicher Fachbereich FB 09 Philologie
Abschlussbezeichnung Master of Arts / M.A.
Studienform Vollzeitstudium, Präsenzstudiengang
Studientyp konsekutiv
Anzahl Leistungspunkte 120 LP
Regelstudienzeit 4 Semester
Studienort Münster

 

  • Das Wichtigste auf einen Blick / Einführung

    Der konsekutive, primär forschungsorientierte MA-Studiengang bietet aufbauend auf inhaltlich ähnlich gelagerten islamwissenschaftlichen, arabistischen, orientalistischen oder islamtheologischen BA-Studiengängen mit Sprachenschwerpunkt Arabisch eine thematisch breit angelegte und vertiefende islamwissenschaftliche und arabistische Ausbildung mit der Möglichkeit zur Spezialisierung auf einem oder zwei Schwerpunktgebieten. Die Lehrveranstaltungen in den vier Schwepunkten Geschichte und Gesellschaft / Arabische Literatur / Recht / Religion verbinden dabei vergangenheitsbezogene mit gegenwartsbezogenen Inhalten. Prägendes Merkmal ist die Arbeit mit originalsprachlichen Quellen in jedem Modul. Dazu kommen zwei Module, die der Erweiterung der Sprachkompetenz im Arabischen und einer zweiten Islamsprache gewidmet sind. Die Möglichkeit zur Anrechnung eines Praktikums, eines Sprachkurses im Ausland oder interdisziplinär oder fachvertiefender Studien ist durch das Modul Zusatzkompretenz gegeben. 

  • Qualifikationsziele

    • Ausbau der Kenntnisse des klassischen Arabisch und des modernen Hocharabisch in den Bereichen Lesen, Schreiben, Hörverstehen und Sprechen
    • Routinierter Umgang mit vormodernen und modernen arabischen Texten und Analyse für eigenständige, textbasierte Forschung
    • Routine im wissenschaftlichen Arbeiten, Recherche, Analyse, Erstellung wissenschaftlicher Texte, Präsentation
    • Fähigkeit zur kritischen Analyse von fachbezogenen Texten aus unterschiedlichen Kontexten, z.B. Wissenschaft und (soziale) Medien
    • Kompetenz zur eigenständigen Wissensproduktion durch Anwendung der im Studiengang erworbenen Kenntnisse und Methoden auf neue Themengebiete
    • Kenntnis einschlägiger Verfahren der Digital Humanities und ihrer Anwendungsmöglichkeiten in Islamwissenschaft und Arabistik
    • Kommunikation fachlicher Inhalte an unterschiedliche Zielgruppen
    • Vertiefung der interkulturellen Kompetenz
  • Berufliche Perspektiven 

    • Promotion, Hochschullaufbahn 
    • Hochschulverwaltung, z.B. in International Offices 
    • Politische Bildungsarbeit in parteinahen Stiftungen 
    • Politikberatung in Stiftungen, Thinktanks, etc. 
    • Referententätigkeiten in Ministerien, Parteien, Fraktionen oder Abgeordnetenbüros auf Bundes- oder Landesebene 
    • NGOs
    • Beratung in Wirtschaftsverbänden, Außenhandelskammern und Unternehmen
    • Integrationsprojekte auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene 
    • Radikalisierungsprävention 
    • Polizei, Bundes- und Landeskriminalämter: Informationsbeschaffung und -auswertung 
    • Medien: Journalismus, insbesondere als Korrespondent*in in islamisch geprägten Ländern, aber auch z.B. in Online-Redaktionen, international tätigen PR- und Kommunikationsagenturen 
    • Wissenschaftskommunikation 
    • Kulturaustausch, z.B. DAAD, Goethe-Institut 
    • Kulturmanagement, z.B. Musik-, Literatur- und Theaterfestivals 
    • Lektorat in Verlagen, literarisches Übersetzen 
    • Museen 
    • Stiftungen, und Begabtenförderungswerke zur Förderung von Kindern, Jugendlichen und Studierenden mit Migrationshintergrund 
  • Studienverlauf - Kompetenzerwerb

    • Die Studierenden wählen vier beliebige Module aus den Schwerpunktbereichen Geschichte, Religion, Recht, Arabische Literatur. Zwei davon werden idealtypisch im 1. Fachsemester, zwei im 3. Fachsemester studiert. In jedem Modul werden die Kenntnisse des jeweiligen Fachgebiets vertieft und in Lektürekursen die Lesekompetenz im Arabischen trainiert. In den Seminaren erweitern Studierende ihre Recherche-, Analyse- und Präsentationskompetenz aus und lernen integrativ Verfahren der Digital Humanities kennen. 
    • Im 2. Fachsemester absolvieren die Studierenden zwei Pflichtmodule zum Ausbau der Sprachkompetenzen im Arabischen und weiteren Islamsprachen, mit der Möglichkeit, sich im modernen Hocharabisch oder im klassischen Arabisch zu spezialisieren. 
    • Im 2. Fachsemester bietet das Modul Zusatzkompetenz die Möglichkeit, zwischen a. einem Praktikum, b. einem Sprachkurs im Ausland oder c. fachvertiefenden Kursen und Lehrveranstaltungen anderer Fächer zu wählen.
  • Besonderheiten des Studiengangs 

    • Fortsetzung der Sprachausbildung im modernen Hocharabisch und im klassischen Arabisch, sowohl integrativ in Themenmodulen als auch in zwei eigenen Sprachmodulen 
    • kontinuierliche Arbeit mit originalsprachlichen Texten in allen Modulen 
    • Wahlmöglichkeiten zwischen Veranstaltungen aus vier thematischen Schwerpunkten 
    • Förderung forschenden Lernens durch Anbindung einzelner Lehrveranstaltungen an die Drittmittelprojekte einiger Lehrender und durch Beteiligung Studierender an der wissenschaftlichen Erschließung der Institutssammlung 
    • direkter Einblick in DH-Verfahren, z.B. in die DH-gestützte Textedition im DFG-Langfristprojekt Edition des Gesamtwerks von Ibn Nubatah 
    • Möglichkeit zur Schärfung des eigenen beruflichen Profils durch ein Praktikum, einen Sprachkurs oder den Besuch intersiziplinärer oder fachvertiefender Lehrveranstaltungen, Summer Schools o.ä. 
    • Unterstützung bei der Organisation eines Auslandsaufenthalts
  • Zielgruppe, Zugang, Zulassung und Studienstart

    • Zugangsvoraussetzung: Abschluss eines fachlich einschlägigen Studiums (BA oder entsprechendes ausländisches Studium) mit einer Note von mindestens 2,5 
    • Studienstart nur im Wintersemester; Wechsel von einer anderen Hochschule mit Einstieg in ein höheres Fachsemester auch zum Sommersemester möglich 
    • siehe auch: Studienführer der Zentralen Studienberatung 
    • keine Studiengebühren über den Semesterbeitrag hinaus
  • Beratungs- und Service-Angebote für Studierende 

    Fachstudienberatung 

    Studiengang mit Studienführer der Zentralen Studienberatung (ZSB)

    Zentrale Studienberatung der Universität Münster (ZSB)

    International Office: Studieren im Ausland 

    Infoportal Praktikum des Career Service

Was spricht für den Master Islamwissenschaft und Arabistik in Münster?

  • Ein umfangreiches Lehrveranstaltungsangebot mit einem weit gefächerten Themenspektrum bietet Möglichkeiten zur individuellen Spezialisierung.
  • Spezialisierte Professor*innen für Geschichte der islamisch geprägten Welt, Religion, Recht, Literatur sowie die Geschichte des turko-persischen Raums
  • Ein inspirierendes wissenschaftliches Umfeld: Einige Lehrende sind mit ihren Forschungsprojekten im Exzellenzcluster Religion und Politik vertreten. Darüber hinaus sind derzeit zwei Forschungsgruppen am Institut angesiedelt
  1. die Forschungsstelle ALEA mit dem DFG-Langfristprojekt zur Edition des Gesamtwerks von Ibn Nubatah,
  2. die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe TRANSLAPT, die Arabisch-Osmanisch-Persische Übersetzungsprozesse im östlichen Mittelmeerraum zwischen 1400 und 1750 erforscht.
            Die aktuelle Forschung der Wissenschaftler*innen fließt in die Lehre ein.
  • Vertiefte und kontinuierliche Sprachausbildung im klassischen und modernen Arabisch durch Lektürekurse mit originalsprachlichen Quellen in jedem Modul. Dazu kommen Konversationskurse im modernen Hocharabisch und in arabischen Dialekten.
  • Persisch, Türkisch und/oder Osmanisch können als weitere Islamsprachen erlernt oder fortgeführt werden.
  • Exkursionen: Mindestens alle zwei Jahre organisieren wir eine wissenschaftliche Exkursion in ein Land der islamisch geprägten Welt für BA und MA-Studierende (2014 Jordanien, 2015 Zentralanatolien, 2017 Tunis, 2018 Kairo, 2020 Indien, 2023 Marokko). Die Exkursionen werden curricular eingebunden und in eigenen Seminaren vorbereitet. Das Institut übernimmt immer einen großen Teil der Reisekosten.
  • Berufsorientierung ist ein wichtiger Teil des Studiums: wer möchte, kann ein Praktikum mit Fachbezug im Studiengang anrechnen lassen. Die Fachstudienberatung, eine E-Learning-Einheit, eine Praktikumsdatenbank und das Netzwerk der Studierenden bieten Unterstützung bei der Suche nach einem passenden Praktikumsplatz. Alumnitreffen und Veranstaltungen mit Absolventen bieten die Möglichkeit, mit Absolvent*innen ins Gespräch zu kommen und Netzwerkkontakte zu knüpfen. Der Career Service der Universität bietet zahlreiche Workshops, Vorträge und Services zur Berufsorientierung an.
  • Eine eigene Kunst- und Handschriftensammlung bietet die Möglichkeit zur Forschung an originalen historischen Objekten aus über 1000 Jahren. In speziellen Seminaren können Studierende selbständig an den historischen arabischen und persischen Handschriften und Kunstgegenständen arbeiten und dadurch einen Einblick in die Handschriftenkunde und die materielle Kultur der islamischen Welt erhalten.

 

Häufig gestellte Fragen

Nachfolgend haben wir einige häufig gestellte Fragen und die jeweiligen Antworten zusammengestellt. Gerne können Sie uns bei weiteren Fragen kontaktieren. Wenn Sie noch weitere Informationen benötigen, in unseren Lehrveranstaltungen einen Eindruck vom Studium an unserem Institut gewinnen oder auch Studierende dazu befragen möchten, freuen wir uns über eine E-Mail von Ihnen.

Kontakt: Dr. Monika Springberg

  • Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

    • Bewerber*innen müssen ein fachlich einschlägiges Studium mit einer Regelstudienzeit  von mindestens sechs Semestern (z.B. BA, Diplom, Magister Artium) an einer deutschen oder einer ausländischen Hochschule mit einer Durchschnittsnote von 2,5 oder besser abgeschlossen haben. Als fachlich einschlägig gilt z.B. ein Studium in Islamwissenschaft, Orientalistik, Arabistik oder Arabisch-Islamischer Kultur mit dem Sprachenschwerpunkt Arabisch. (vgl. § 3 der Zugangs- und Zulassungsordnung)
    • Unabdingbar für die Zulassung sind fundierte Kenntnisse der arabischen Schriftsprache und die Sicherheit im Umgang mit den fachspezifischen Hilfsmitteln.
    • Ein großer und noch zunehmender Teil der relevanten Fachliteratur ist und wird in englischer Sprache publiziert. Ohne gute Lesekenntnisse im Englischen ist ein erfolgreiches Studium daher nicht möglich. Darüber hinaus sind Lesekenntnisse im Französischen empfehlenswert.
    • Ausländische Bewerber*innen müssen über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Diese werden in der Regel durch ein DSH 2- oder DSH 3-Zertifikat nachgewiesen. Nähere Informationen zu den Sprachanforderungen für ein Studium an der Universität Münster finden Sie hier. Folgende Zertifikate werden als Nachweis von Deutschkenntnissen auf DSH-2-Niveau akzeptiert:
      • DSH-2-Zeugnis (oder höher)
      • TestDaF Stufe 4 in allen Bereichen (oder höher)
      • Deutsches Sprachdiplom der Kultusminister-Konferenz Stufe II (In allen Teilbereichen C1-Niveau)
      • Goethe-Zertifikat C2
      • UNIcert-Zertifikat der Stufe III (oder höher)
      • TELC C1 Hochschule

    Der Studiengang ist zulassungsfrei, dass heißt: Alle Bewerber*innen, die die in der Zugangs- und Zulassungsordnung definierten Voraussetzungen erfüllen, erhalten einen Studienplatz.

  • Wann kann ich mit dem Studium beginnen und wie kann ich mich bewerben?

    Das Studium beginnt im Wintersemester. Bewerbungs- und Einschreibefristen finden Sie hier. Im Jahr 2026 können Sie sich vom 1. Mai bis zum 15. September bewerben. Die Bewerbung erfolgt über das Online-Bewerbungsportal der Universität Münster. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren  finden sich hier.

    Wenn Sie bereits an einer anderen Universität im Master Islamwissenschaft o.ä. studieren und nach Münster wechseln möchten, ist ein Wechsel auch zum Sommersemester möglich. Nehmen Sie in diesem Fall bitte frühzeitig Kontakt mit der Fachstudienberatung auf, um zu klären, welche Ihrer Leistungen aus Ihrem aktuellen Studiengang wir Ihnen unser Masterprogramm anerkennen können.

  • Welche Unterlagen muss ich mit meiner Bewerbung einreichen?

    1. Hochschulzugangsberechtigung (z.B. Abiturzeugnis)
    2. Zeugnis über den ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss. Liegt das Zeugnis (z.B. bei BA-Absolvent*innen) zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht vor, so muss ein vorläufiges Zeugnis eingereicht werden, in das mindestens die Noten der ersten fünf Semester eingetragen sind. Das Abschlusszeugnis kann bis Mitte November beim Studierendensekretariat nachgereicht werden.
    3. ggf. Nachweise über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse
    4. Nachweis über erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen (Transcript of Records)
    5. ggf. weitere Unterlagen, aus denen die Eignung für das angestrebte Studium deutlich wird, z.B. Praktikumsbescheinigungen, Arbeitszeugnisse, andere relevante Zusatzqualifikationen)
    6. Besondere Regelungen für Bewerber*innen aus Nicht-EU-Staaten finden Sie hier.
  • Welche Inhalte behandelt der Studiengang? Wie ist das Studium aufgebaut?

    Im Rahmen des Studiengangs wählen die Studierenden nach persönlichem Interesse vier Module aus den folgenden Bereichen:

    Geschichte und Gesellschaft

    • Modul Geschichte und Kultur
    • Modul Politik und Gesellschaft

    Arabische Literatur 

    • Modul Literatur und Ästhetik
    • Modul Literatur und Gesellschaft

    Islamisches Recht

    • Modul Islamisches Recht im gesellschaftlichen Kontext
    • Modul Islamisches Recht: Systematik und Quellenlehre

    Religion

    • Modul Sprache und Islam
    • Modul Religiöse Diskurstraditionen im Islam

    Zudem absolvieren alle Studierenden die folgenden zwei Pflichtmodule:

    • Modul Sprachliche Vertiefung und Erweiterung: Arabisch
    • Modul Sprachliche Vertiefung und Erweiterung: Weitere Islamsprache(n)

    Im Modul Zusatzkompetenz stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl:

    a. ein fachspezifisches Praktikum,
    b. ein Sprachkurs im Ausland,
    c. fachvertiefende oder interdisziplinäre Lehrveranstaltungen.

    Das Mastermodul besteht aus dem Mastercolloquium und der Masterarbeit.

  • Welche Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt das Studium?

    Absolvent*innen des MA Islamwissenschaft und Arabistik

    • verfügen über vertiefte Kenntnisse des modernen und klassischen Arabisch
    • können auch schwierige Texte sprachlich analysieren, verstehen und übersetzen
    • können situationsspezifisch auf Arabisch kommunizieren
    • können die islamische Religion und islamische Kulturen auf der Grundlage ihrer Originalzeugnisse verstehen
    • verfügen über gute Lesekenntnisse einer weiteren Islamsprache neben Arabisch  und können kulturinterne Diskurse in dieser Sprache verstehen

    Darüber hinaus

    • verfügen sie über vertiefte Kenntnisse der islamischen Geschichte und Gesellschaft, der Sprach- und Literaturwissenschaft des Arabischen, des islamischen Rechts oder der islamischen Religion
    • beherrschen sie fachspezifische Arbeitsweisen und Methoden und können damit neue Gebiete jederzeit selbständig erschließen

      Sie können ihr fachspezifisches Wissen anwenden, um

    • aktuelle Entwicklungen im Bereich des Islam in ihren religiösen, historischen, gesellschaftlichen und/oder kulturellen  Kontext einzuordnen, sie so besser zu verstehen und anderen zu erklären
    • sich an den Diskursen über den und ggf. im Islam fachlich fundiert zu beteiligen und sie nach außen zu vermitteln
    • innerislamische Diskussionen einer breiteren Öffentlichkeit verständlich zu machen, in Konflikten mit der islamischen Welt zu moderieren und zu einem gegenseitigen Verständnis beizutragen

     

  • Welche beruflichen Perspektiven haben Absolvent*innen?

    Als stärker forschungsorientierter Studiengang qualifiziert der Master Islamwissenschaft und Arabistik in erster Linie für ein aufbauendes Promotionsstudium und eine wissenschaftliche Laufbahn an Universitäten oder anderen Forschungseinrichtungen. Aufgrund des Stellenwerts, den der Islam in der politischen und gesellschaftlichen Landschaft Europas eingenommen hat, stehen den Absolvent*innen nach Abschluss des Master-Studiengangs Islamwissenschaft und Arabistik darüber hinaus vielfältige andere Berufsfelder offen.

    Im politischen Bereich gehören hierzu Tätigkeiten für die Stiftungen der Parteien, Fraktionen oder Abgeordnetenbüros auf Bundes- oder Landesebene, für Ministerien, Verbände und internationale Organisationen, zunächst als Referent*in oder Stabsmitarbeiter*in. Im Bereich der Wirtschaft qualifizieren die interkulturelle Kompetenz, das kulturspezifische Wissen und die Sprachkenntnisse Islamwissenschaftler*innen für Beratertätigkeiten in Verbänden, Außenhandelskammern und Unternehmen. Auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sind Islamwissenschaftler*innen in den Bereichen Integration und Migrationsarbeit gefragt. Überaus gesucht sind Islamwissenschaftler*innen im Bereich Informationsbeschaffung und –auswertung bei Bundes- und Landeskriminalämtern und Geheimdiensten.

    Master-Studierende, die sich durch extracurriculare Aktivitäten und Praktika in Richtung Medienbranche orientiert haben, sind besonders qualifiziert für Tätigkeiten im traditionellen Journalismus, insbesondere als Korrespondent*in in Ländern des islamischen Kulturkreises, aber auch z.B. in Online-Redaktionen, international tätigen PR- und Kommunikationsagenturen sowie im Media Monitoring.
    Ein traditionell wichtiges Berufsfeld für Islamwissenschaftler*innen ist die Kulturwirtschaft im weitesten Sinn: Im Bereich Kulturaustausch kommen z.B. der DAAD und das Goethe-Institut als Arbeit gebende Institutionen in Frage. Eine Reihe von Absolvent*innen beginnen ihre berufliche Tätigkeit beim DAAD als Gastdozent*innen an arabischen Universitäten. Kulturvermittelnd sind Islamwissenschaftler*innen als Sprachlehrer*innen, Reiseleiter*innen und Kurator*innen in Museen tätig. Angesichts der in den letzten Jahren großen Anzahl von Ausstellungen, Theater-, Literatur- und Musikfestivals mit Fokus auf der islamischen Welt, die das gewachsene öffentliche Interesse an dem Thema bezeugen, hat das Kulturmanagement als mögliches Berufsfeld für Islamwissenschaftler*innen zunehmende Bedeutung erlangt. Auch literarisches Übersetzen und das Lektorat in Verlagen sind bei entsprechender Ausrichtung des Studiums eine mögliche Berufsperspektive.

    Zahlreiche Stiftungen und Begabtenförderungswerke widmen in jüngster Zeit der Förderung von Kindern, Jugendlichen und Studierenden mit Migrationshintergrund vermehrte Aufmerksamkeit und entwickeln hierzu spezielle Programme – Islamwissenschaftler*innen bringen mit ihrem kulturspezifischen Wissen und ihren interkulturellen Kompetenzen ausgezeichnete Voraussetzungen für Tätigkeiten in diesem Rahmen mit. Erfahrungsgemäß arbeiten viele Islamwissenschaftler*innen in nicht fachspezifischen Berufsfeldern, z.B. im Wissenschaftsmanagement im Hochschulbereich, in denen sie aufgrund ihrer ausgeprägten analytischen Fähigkeiten und ihrer Adaptionsfähigkeit reüssieren.