

Leitung der JIF: Prof. Dr. Fahimah Ulfat und Dr. Asher J. Mattern, Institut für Ökumenische und Interreligiöse Forschung, Tübingen
Die Jüdisch-Islamische Forschungsstelle (JIF), gegründet am 1. Juni 2023 von Prof. Dr. Fahimah Ulfat und Rabbiner Dr. Asher J. Mattern, bietet ein Forum für die Erforschung der jüdischen und islamischen Theologien, ihren Hermeneutiken sowie ihren Rechts- und Bildungskonzeptionen in Zusammenarbeit mit ausgewiesenen Expert*innen in diesen Bereichen. Ein Hauptziel der JIF ist es, die historischen Interdependenzen und Unterschiede zwischen den beiden Traditionen zu beleuchten und ihre Rolle in modernen multikulturellen Gesellschaften zu verstehen. Die Forschungsstelle fördert den gesellschaftlichen und interreligiösen Austausch und organisiert Workshops, Ringvorlesungen, theologische Streitgespräche und Lehrveranstaltungen, um stereotype, imaginäre Zuschreibungen abzubauen und durch kritische und konstruktive Diskussionen zu ersetzen. Sie ist national und international vernetzt.
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Publikationen

The Relationships Between Jews and Muslims in the Past and Present
– Pedagogical Implications from an Islamic Religious Education Perspective in a German Context
Religions | 2024 | Open Access | DOI: 10.3390/rel15121470
This article explores the historical and contemporary relationships between Jews and Muslims, focusing on their implications for Islamic religious education in Germany. It highlights the complexity of Jewish–Muslim relations, characterized by periods of coexistence and conflict.

Jewish-Muslim Relations in the Past and Present
Guest Editors: Fahimah Ulfat, Asher J. Mattern
Religions | 2024 | Open Access | Link to the Issue
This Special Issue is dedicated to the exploration of Jewish–Muslim relations in both past and present. At its core is the examination of shared theological, legal, philosophical, and educational traditions, as well as their potential to address contemporary societal challenges.
Fachtagungen
Torah – Worldliness – Quran: Beyond the Common Concepts of ‘Secular’ and ‘Religious’
28.–29. November 2023│ Tübingen
Die erste Tagung der Jüdisch Islamischen Forschungsstelle „Torah – Worldliness – Quran: Beyond the Common Concepts of ‘Secular’ and ‘Religious’“, die am 28. und 29. November 2023 in Tübingen stattfand, erwies sich als ein herausragendes Ereignis, das Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt anzog. Diese Konferenz zeichnete sich durch ihre hochkarätigen internationalen Rednerinnen und Redner aus, die ein breites Spektrum an Themen behandelten, welche die traditionellen Grenzen des Säkularen und Religiösen hinterfragten. Ca. 50 Wissenschaftler:innen und Studierende nahmen daran teil.
Lena Salaymeh eröffnete die Diskussion mit einem tiefgehenden Einblick in jüdisch-islamische Traditionen, die über säkulare Verknüpfungen hinausgehen. Asher J. Mattern trug mit seiner Analyse von „Kodesh and Chol: A World between Sanctification and Profanation“ zur Vertiefung des Dialogs bei, während Rana Alsoufi aus der Perspektive des islamischen Rechts die Navigation zwischen göttlichen und rechtlichen Normen im säkularen Kontext beleuchtete. Daniel Boyarin bereicherte die Tagung mit seinem Vortrag über „Midrash an the Making of Christianity and Judaism“.
Zusätzlich zu diesen Beiträgen präsentierten weitere renommierte Forscherinnen und Forscher ihre Arbeit, die das Publikum in ihren Bann zog. Sophie Bigot-Goldblum erkundete in ihrem Vortrag „Shimon bar Yochai: Clean Hands?“ die ethischen Anforderungen religiöser Praktiken. Noémie Benchimol untersuchte den Eid in der rabbinischen Literatur in „Beyond the sacred-profane divide: the oath in rabbinic literature“. Florian Lützen analysierte in „The Three Dialectical Dimensions of the Concept of Religion (dīn) in Islamic Theology“ die verschiedenen Dimensionen des Religionsbegriffs im Islam. Paul Fenton gab Einblicke in das Denken Abraham Isaak Kooks in „Between the Sacred and Profane in the Thought of Abraham Isaak Kook, Chief Rabbi of British Mandatory Palestine“. Hanoch Ben-Pazi setzte sich mit „Judaism and the Moral Requirements of Atheism and Secularism“ auseinander, während Ufuk Topkara das Thema „In the World and Beyond: The Place of Hope in Islamic Thought“ behandelte. Asher Biemanns Beitrag „Worldview, Worldliness, and World-to-Come in Herman Cohen“ und Khaled Abou El Fadls „The Will of God, the Will of the People, and the Challenge of Islamic Law in the Modern State“ rundeten das umfangreiche Programm ab.
Das Schwäbische Tagblatt berichtete positiv über die Tagung, betonend, dass es die erste ihrer Art in Deutschland war, bei der sich jüdische und muslimische Theologen ohne christliche Mitwirkung trafen. Die Veranstaltung, organisiert von Asher Mattern und Prof. Fahimah Ulfat, wurde für ihre positive Atmosphäre und das hohe Interesse trotz der politischen Spannungen im Nahen Osten gelobt. Die Diskussionen umfassten die Beziehung der Religionen zur Weltlichkeit, wobei Gemeinsamkeiten zwischen Judentum und Islam hervorgehoben wurden, insbesondere ihre Praxisorientierung und die Auseinandersetzung mit weltlichen Herausforderungen.
Jew-HUMAN-Muslim. Otherness and Universalism in Jewish and Muslim Though
International Conference, 17.–18. November 2025, Universität Tübingen
The conference seeks to engage with one of the most important questions not only in Jewish and Muslim thought but in general philosophy – and especially in our current situation: What does it mean to be human? Drawing on the theological, philosophical, and ethical dimensions of both traditions, the conference explores how humanity is defined and lived in relation to oneself, to others—whether neighbor or stranger—, to gender relations, and to the world as a divinely imbued creation. Through an interdisciplinary approach, it examines how Jewish and Muslim traditions conceptualize the human being as both an individual and part of a collective.
„Braucht Antisemitismusforschung empirische Forschung?“