Vor zwei Wochen wurde die Kooperation zwischen dem SC Preußen Münster und dem Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) offiziell besiegelt. Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Austausch zwischen Sport und Religion zu fördern und dadurch neue Brücken zwischen den unterschiedlichen Kulturen zu schlagen, die im Vereinsalltag des Adlerclubs zusammenkommen. Ole Kittner, Geschäftsführer für Sport, Strategie und Kommunikation, hebt hervorr, dass diese Partnerschaft aktiv mit Leben gefüllt werden soll. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde bereits erfolgreich umgesetzt: Beim gemeinsamen Iftar – dem abendlichen Fastenbrechen im Ramadan nach Sonnenuntergang – kamen rund 120 Funktionäre, Spieler, Trainer, Eltern aus dem Leistungszentrum sowie ihre Familien zusammen.
Wer im Dezember durch Sarajevo spaziert, erlebt eine Stadt, in der religiöse Vielfalt sichtbar zum Alltag gehört. Vor der katholischen Kathedrale steht ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum und nur wenige Schritte entfernt laden die Stände eines Weihnachtsmarktes zum Verweilen ein. Lichter, Musik und der Duft von Gewürzen prägen die Atmosphäre der Adventszeit. Gleichzeitig ist Sarajevo eine Stadt, in der sich unterschiedliche religiöse Traditionen begegnen: Neben dem Klang der Kirchenglocken gehört auch der Ruf des Muezzins zur akustischen Kulisse des öffentlichen Lebens. Auffällig ist zudem, dass religiöse Orte – etwa die Synagoge – ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen auskommen. Absperrungen oder stark sichtbare Polizeipräsenz fehlen. Jüdisches Leben erscheint hier nicht als Ausnahme, die besonderer Sicherung bedarf, sondern als selbstverständlicher Bestandteil des städtischen Miteinanders. Ludger Hiepel, Amina Kišić und Mouhanad Khorchide waren gemeinsam in Sarajevo unterwegs und haben die Stadt unter einer interreligiösen Perspektive erkundet. Hier berichten sie von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen.
Rathausfestsaal, Prinzipalmarkt (Eingang Stadtweinhaus), 48143 Münster
Auf Einladung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster (CJZ) spricht Mouhanad Khorchide bei der Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit“, die in diesem Jahr unter dem Thema „Schulter an Schulter miteinander“ steht.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Johannes Schnocks stellt Mouhanad Khorchide sein Buch „Ohne Judentum kein Islam“ vor und beleuchtet die theologischen Verbindungen zwischen Judentum und Islam sowie deren Bedeutung für das heutige Zusammenleben.
Das ausführliche Programm des Abends finden Sie hier.
Bibel und Koran, Christentum und Islam – da geht mehr gegeneinander als miteinander. Größer könnten die Gegensätze nicht sein, lautet die landläufige Meinung. Diese ist kritisch zu überprüfen, sowohl aus gesellschaftspolitischer wie aus bildungs-politischer Sicht, denn Tatsache ist: Es leben Millionen Muslime in Deutschland. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede ergeben sich in den Fragen des (Zusammen-)Lebens vor dem Hintergrund der jeweiligen Religionszugehörigkeit? Und wie sieht es mit der religiösen Bildung aus? Ab dem Schuljahr 2025/26 soll es sukzessive flächendeckend islamischen Religionsunterricht in rheinland-pfälzischen Schulen geben; in anderen Bundesländern ist dies bereits der Fall.
Unter dem Titel „Between Faith and Politics: Lebanon and Germany as Contexts of Christian–Muslim Relations“ nimmt die Veranstaltung den Libanon und Deutschland vergleichend in den Blick. Der Libanon wird dabei häufig als „religiöse Konfliktzone“ wahrgenommen – eine Perspektive, die diese Diskussion bewusst hinterfragt. Im Mittelpunkt stehen interreligiöse Hermeneutik, gelebte soziale Wirklichkeiten sowie die Frage, wie religiöse Traditionen gesellschaftliche Institutionen prägen, ethische Ressourcen für Vertrauen bereitstellen, aber auch politisch instrumentalisiert werden können. Diskutiert wird, inwiefern verantwortungsvolle religiöse Deutungen und eine öffentliche theologische Sprache zur Würde des Menschen, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zu geteilter Verantwortung in pluralen Gesellschaften beitragen können.
Diese Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Zentrum für Islamische Theologie, der Katholisch-Theologischen Fakultät, dem Centrum für religionsbezogene Studien sowie dem Lehrstuhl für Orthodoxe Theologie der Universität Münster.
6.–8. Mai 2026 | Stiftungssitz der Udo Keller Stiftung | Neversdorf
Bewerbungen möglich bis zum 1. März 2026
Vom 6. bis 8. Mai 2026 findet unter der Leitung von Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi im Stiftungssitz der Udo Keller Stiftung in Neversdorf ein interdisziplinäres Nachwuchssymposium zum Thema „Posthumanismus und Theologie“ statt. Weitere Informationen zum Nachwuchssymposium entnehmen Sie bitte dem Link.
In ihrer Antrittsvorlesung „Wenn Kinder von ihrer Religion erzählen“ zeigte Prof.in Dr. Fahimah Ulfat, wie Kinder Religion eigenständig deuten und welche methodischen Konsequenzen sich daraus für die Religionspädagogik und Theologie ergeben. Sie betonte, dass direkte Fragen Kinder oft in einen erklärenden Modus versetzen, während narrative Zugänge tiefere Einblicke in ihre religiösen Orientierungen bieten. Die Ergebnisse zeigen ein ambivalentes Spektrum kindlicher Religiosität, das Nähe, Distanz, Kritik und funktionale Nutzung umfasst. Prof.in Ulfat plädierte dafür, Kinder als ernstzunehmende Akteur:innen in der religiösen Sinnbildung anzuerkennen.
Am 8. Februar 2026 lädt das Jüdische Lehrhaus Göttingen zu einem Lernnachmittag mit Prof. Dr. Mouhanad Khorchide ein. Unter dem Titel „Judentum und Islam“ wird er die gemeinsamen Quellen beider Religionen vorstellen. Die Veranstaltung findet von 16:00 bis 18:00 Uhr in der Citykirche St. Michael statt.
Unter der Leitung von Prof.in Dr. Asmaa El Maaroufi veranstaltete der Arbeitsbereich Islamische Philosophie mit Schwerpunkt Ethik des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) am 13.01.2026 einen öffentlichen Gastvortrag mit der renommierten Schriftstellerin Kübra Gümüşay zum Thema „Reale Utopien, alternative Zukünfte und die Politik der Imagination“.
In ihrem Vortrag sprach Frau Gümüşay über das Konzept der realen Utopien und die politische Bedeutung von Imagination mit besonderem Blick auf Fragen von Macht, Legitimität und Teilhabe an der Gestaltung wünschenswerter Zukünfte. Dabei lenkte sie den Blick darauf, wer alternative Zukunftsentwürfe formulieren kann, in wessen Zukunftsvisionen gegenwärtig gelebt wird und welche Vorstellungen von Zukunft gesellschaftlich ernst genommen und rezipiert werden.
Im anschließenden Gespräch mit Prof.in Dr. Asmaa El Maaroufi wurden diese Fragestellungen zum Umgang mit konfligierenden Zukunftsentwürfen sowie zur Verantwortung der Theologien in aktuellen gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen auch unter Einbezug der Fragen und Beiträge aus dem Publikum vertieft.
Warum Christentum und Islam jüdisches Leben brauchen
Das Gedenken an den Holocaust macht deutlich, dass religiöse Verantwortung mehr sein muss als symbolische Erinnerung. Christentum und Islam sind historisch und theologisch eng mit dem Judentum verbunden und ohne dieses nicht denkbar. Antijüdische Einstellungen entstehen dabei weniger aus religiösen Lehren selbst als aus überlieferten Deutungsmustern, die bis heute fortwirken und kritisch reflektiert werden müssen.
Notwendig ist ein selbstkritischer interreligiöser Dialog „Schulter an Schulter“, der über bloßen Austausch hinausgeht und gemeinsames Lernen ermöglicht. Das Judentum wird dabei nicht nur erinnert, sondern als lebendiger und unverzichtbarer theologischer Bezugspunkt ernst genommen.
Am 15. Januar 2026 eröffnete Prof. Dr. Mouhanad Khorchide in Düsseldorf die Vortragsreihe „Zeichen setzen gegen Antisemitismus“. Im Mittelpunkt stand die Einordnung von Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Problem sowie eine islamisch-theologische Perspektive, die das Judentum als unverzichtbare Grundlage des Islams würdigt. Diese Sichtweise widerspricht antisemitischen Deutungen und betont gemeinsame religiöse Verantwortung.
Eine anschließende Podiumsdiskussion aus jüdischen, muslimischen, wissenschaftlichen und politischen Perspektiven vertiefte die Frage, wie antisemitischen Narrativen solidarisch begegnet werden kann.
Mit „Die Schönheit des Judentums. Eine muslimische Liebeserklärung“ legt Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi eine persönliche und zugleich theologisch reflektierte Annäherung an das Judentum vor. Ausgehend von den spirituellen Überlieferungen beider Religionen erinnert er an die Nähe von Judentum und Islam, die sich auf Abraham, Sara und Hagar sowie auf gemeinsame Propheten und Erzählungen beziehen. Das Buch versteht diese Verbindung als Brücke, die – recht verstanden – in den Konflikten unserer Zeit Teil der Lösung sein kann. Im Blick auf jüdische Spiritualität entfaltet Karimi die Perspektive, dass Friede möglich bleibt: „dass das, was uns verbindet, größer ist als das, was uns trennt“.
24. Januar 2026 | 10:00 - 16:00 Uhr | Geschäftsstelle des Philologenverbandes NRW
Auf Einladung des Referats Frauen, Familie und Gleichstellung des Philologenverbandes NRW.
Gleichstellungsarbeit wird an Schulen häufig reaktiv verstanden, statt als Teil einer proaktiven Schul- und Beziehungskultur. In einer vielfältigen Gesellschaft, in der Schüler:innen mit unterschiedlichen familiären, religiösen und kulturellen Prägungen aufwachsen, ist eine kultursensible Perspektive jedoch zentral.
Besonders traditionelle Rollenbilder – etwa zu Geschlechtertrennung, Scham oder Ehre – können das schulische Miteinander beeinflussen. Ein reflektierter Umgang damit eröffnet die Möglichkeit, Gleichberechtigung und religiöse Identität miteinander zu verbinden, ohne in stereotype Zuschreibungen zu verfallen.
Schulministerin Dorothee Feller und Professor Mouhanad Khorchide von der Universität Münster stellen im Landtag Abschlussbericht zum Islamischen Religionsunterricht vor
Der Abschlussbericht zum Islamischen Religionsunterricht (IRU), erstellt vom Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster im Auftrag des Schulministeriums NRW, bestätigt dessen positive Wirkung: Lehrkräfte und Schüler:innen erleben den IRU als wertschätzend, motivierend und orientierend.
Laut Schulministerin Dorothee Feller stärkt der IRU seit über zehn Jahren die gleichberechtigte Teilhabe muslimischer Schüler:innen und unterstützt sie besonders im kritischen Umgang mit polarisierenden Social-Media-Inhalten.
Prof. Mouhanad Khorchide betont, dass der IRU Religionsmündigkeit fördert und ein weltoffenes Islamverständnis vermittelt, das demokratische Werte stärkt und Identitätsbildung unterstützt. Den Abschlussbericht finden Sie hier.
Die Erhebung kindlicher Perspektiven auf Religion stellt die Forschung vor besondere methodische Herausforderungen: Kinder geraten schnell in erklärende Modi, stoßen an sprachliche Grenzen und reagieren sensibel auf Erwartungen. Ihre religiösen Erfahrungen sichtbar zu machen, verlangt daher ein sorgfältiges, responsives Vorgehen. Darauf aufbauend zeigt sich ein breites Spektrum kindlicher Deutungen, das weit über die Reproduktion erwachsener Modelle hinausgeht und eigenständige Zugänge zu Religion eröffnet. Es wird der Frage nachgegangen, warum diese Perspektiven für die islamische Theologie unverzichtbar sind und welches Potenzial sie besitzen, theologische Annahmen zu irritieren und neue Horizonte zu eröffnen.
Am 14. Januar diskutieren Mouhanad Khorchide, Franz-Josef Overbeck und Yitzchack Mendel Wagner zentrale Fragen interreligiöser Verständigung. Unter dem Titel „Konflikt, Austausch, Versöhnung – drei Religionen im Gespräch über Chancen für ein friedvolles Zusammenleben“ treten Vertreter von Islam, Christentum und Judentum in einen offenen Dialog über Verantwortung, Versöhnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland.
Die Moderation übernimmt Jochen Sautermeister, eröffnet wird die Veranstaltung von Volker Kronenberg. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Publikumsdiskussion.
Unter dem Titel Kritisches Journal der Islamischen Theologie (KJIT) wird ab Oktober 2026 die erste deutschsprachige Rezensionszeitschrift der Islamischen Theologie, herausgegeben von Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi, halbjährlich im Verlag Karl Alber erscheinen.
Erkenntnisse und Perspektiven aus der wissenschaftlichen Evaluation
13. April 2026 | 14 Uhr | Anmeldung erforderlich
Der neue Termin für die im Rahmen der Evaluation des islamischen Religionsunterrichts in Nordrhein-Westfalen gemäß § 133 Abs. (3) SchulG NRW durch das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster durchgeführte Fachtagung steht fest.
Montag, 13. April 2026
Beginn: 14:00 Uhr Ort: Universität Münster Professional School gGmbH Königsstraße 47 · 48143 Münster
15. Januar 2026 | Beatrice-Strauss-Zentrum | Düsseldorf
Antisemitismus ist keine Randerscheinung, sondern eine ernste Gefahr für unsere offene Gesellschaft. In der Veranstaltungsreihe „Zeichen setzen gegen Antisemitismus“ beleuchtet Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (Universität Münster) in einem Impulsvortrag, wie antisemitische Vorstellungen unter Muslim:innen entstehen und wie sie historisch und aktuell im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu verorten sind – ohne sie als „importiertes Problem“ zu verallgemeinern.
Beteiligt sind Akteur:innen aus jüdischen und muslimischen Kontexten sowie aus Wissenschaft und öffentlichem Leben. Ziel ist ein respektvolles Miteinander, das Antisemitismus entschlossen entgegentritt.
15. Januar 2026 | Beatrice-Strauss-Zentrum | Düsseldorf
Antisemitismus ist keine Randerscheinung, sondern eine ernste Gefahr für unsere offene Gesellschaft. In der Veranstaltungsreihe „Zeichen setzen gegen Antisemitismus“ beleuchtet Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (Universität Münster) in einem Impulsvortrag, wie antisemitische Vorstellungen unter Muslim:innen entstehen und wie sie historisch und aktuell im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu verorten sind – ohne sie als „importiertes Problem“ zu verallgemeinern.
Beteiligt sind Akteur:innen aus jüdischen und muslimischen Kontexten sowie aus Wissenschaft und öffentlichem Leben. Ziel ist ein respektvolles Miteinander, das Antisemitismus entschlossen entgegentritt.