Drei aufeinander gestapelte Bücher.
Deutsches Städtebuch
© IStG

Handbuch städtischer Geschichte

  • Über das Projekt

    Das „Deutsche Städtebuch“ gilt als zentrales Referenzwerk der interdisziplinären Stadtgeschichtsforschung, da es standardisierte und vergleichbare Grundlagen zur historischen Entwicklung deutscher bzw. ehemals deutscher Städte bereitstellt. Das seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert erscheinende Handbuch dokumentiert systematisch die Entwicklung der Städte und Gemeinden. Jeder Band ist nach Regionen gegliedert und enthält standardisierte Artikel mit Informationen zur geographischen Lage, historischen Entwicklung, Verwaltungsstruktur, zu demographischen Daten, Wirtschaftsverhältnissen sowie kulturellen und baulichen Besonderheiten.

    Bis 1974 erschien in elf Teilbänden die Erstauflage, die nach fünf größeren geographischen Teilräumen geordnet ist – Nordostdeutschland, Mitteldeutschland, Nordwestdeutschland, Südwestdeutschland, Bayern – und im Rahmen eines einheitlichen Gliederungsschemas Informationen zu mehr als 2.300 Städten (z.T. angrenzender Staaten) bietet. Mit Band V/1 (Bayern), der 1971 erschienen ist, ist die Verantwortung für das Deutsche Städtebuch an das Institut für vergleichende Städtegeschichte übergegangen.

    Da die erste Auflage weitgehend vergriffen ist, durch einen erweiterten Forschungsstand in vielen Bereichen überholt und insbesondere der erste, 1939 von Erich Keyser herausgegebene Band politisch problematisch ist, wurde seit den späten 1980er Jahren eine Neubearbeitung in Angriff genommen. So konnten bislang vier Neuauflagen publiziert werden: das „Schlesische Städtebuch", das „Städtebuch Brandenburg und Berlin", das „Städtebuch Hinterpommern" sowie das „Städtebuch Historisches Ostbrandenburg“.

    Das „Städtebuch Historisches Ostbrandenburg“ konnte zudem als erster Band der Gesamtreihe parallel als Open Access-Version erscheinen. Die Artikel sind zugleich als PDFs über die Homepage des IStG zugänglich.

  • Erich Keyser

    Erich Keyser (1893–1968) war als Initiator und Herausgeber des Deutschen Städtebuchs prägend für die Institutionalisierung der deutschen Stadtgeschichtsforschung. Zugleich ist er aber durch seine Verstrickung im nationalsozialistischen Wissenschaftssystem stark belastet. Er vertrat eindeutig revanchistische und großdeutsch-nationalistische Positionen, insbesondere hinsichtlich der historischen Legitimation deutscher Ansprüche auf die östlichen Gebiete Europas. In seinen Arbeiten verband er stadtgeschichtliche Forschung mit völkisch-territorialen Narrativen, was die wissenschaftliche Objektivität seines Werkes in Teilen problematisch macht.

  • Das Deutsche Städtebuch ist das Standardwerk sowohl für die lokale Stadtgeschichte, die vergleichende Städteforschung als auch für Stadtplanung. Gleichwohl sind die Bände der Erstauflage nur in wenigen Bibliotheken greifbar und zudem schwierig zu benutzen. So bildet beispielsweise der 1939 erschienene Band "Norddeutschland" die damaligen Reichsgrenzen ab und gibt Städtenamen nur in deutscher Form an.

    Sukzessive werden nun für alle bisher erschienenen Bände die behandelten Städte alphabetisch aufgelistet und ergänzt um die aktuellen und die historischen Städtenamen, die GND der Städte, die jeweilige Region sowie die bibliographischen Angaben des Eintrags (Autor inklusive GND, Titel des Beitrags, Band-Nr., Seitenzahl). Dies ermöglicht eine bandübergreifende Suche nach Autoren und Städtenamen in unterschiedlichen Sprachen, sodass vergleichende Städteforschung über Landesgrenzen hinaus möglich ist.

    Bisher wurden die Bände I, II, III.1, III.2, III.3 und IV.1 erfasst.

    Behandelte Städte

Publikationen der Erstauflage

Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte, hg. von Erich Keyser:

  • Band I – Nordostdeutschland

    • Provinz Ostpreußen, Freie Stadt Danzig, Provinz Pommern, Land Mecklenburg, Provinz Schleswig-Holstein, Hansestadt Hamburg, Provinz Brandenburg, Reichshauptstadt Berlin und Provinz Schlesien, hg. von Erich Keyser, Stuttgart/Berlin 1939.
  • Band II – Mitteldeutschland

    • Land Sachsen, Thüringen, Provinz Sachsen und Land Anhalt, hg. von Erich Keyser, Stuttgart/Berlin 1941.
  • Band III – Nordwest-Deutschland

    • Niedersächsisches Städtebuch, hg. von Erich Keyser, Stuttgart 1952.
    • Westfälisches Städtebuch, hg. von Erich Keyser, Stuttgart 1954.
    • Rheinisches Städtebuch, hg. von Erich Keyser, Stuttgart 1956.
  • Band IV – Südwest-Deutschland

    • Hessisches Städtebuch, hg. von Erich Keyser, Stuttgart 1957.
    • Baden-Württemberg, 1. Badisches Städtebuch, hg. von Erich Keyser, Stuttgart 1959.
    • Baden-Württemberg, 1. Württembergisches Städtebuch, hg. von Erich Keyser, Stuttgart 1961.
    • Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland, hg. von Erich Keyser, Stuttgart 1964.
  • Band V – Bayern. Bayerisches Städtebuch

    • Unter-, Mittel- und Oberfranken, hg. von Heinz Stoob, Stuttgart 1971.
    • Ober-, Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben, hg. von Heinz Stoob, Stuttgart 1974.

Publikation der Neubearbeitungen

Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Historischer Kommissionen und Landesgeschichtlicher Institute und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages.

  • Band 1 – Schlesisches Städtebuch

    • hg. im Institut für vergleichende Städtegeschichte an der Universität Münster von Heinz Stoob und Peter Johanek in Verbindung mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen Bonn, bearbeitet von Waldemar Grosch unter Mitarbeit von Heinz Stoob, Maria Elisabeth Grüter und Franz-Joseph Post, Stuttgart 1995.
  • Band 4 – Städtebuch Historisches Ostbrandenburg

    • hg. v. Klaus Neitmann und Winfried Schich (†), bearbeitet von Joachim Stephan unter Mitarbeit von Holger Schmidt und Gerhard Weiduschat, Berlin 2022.

    Gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Brandenburgischen Landeshauptarchivs sowie der Senatskanzlei – Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin.

    Die 47 Artikel zu Städten des historischen Ostbrandenburg sind über die Homepage des IStG abrufbar. Der gesamte Band ist zudem als Open Access-Version erschienen.