Urbanitätsmerkmale
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Merkmale und Erscheinungsformen von Urbanität in Zeit und Raum

  • Über das Projekt

    Das Städtewesen ist nur in der Zusammenschau einer großen Anzahl von Daten zu einzelnen Städten zu verstehen. Die Verbreitungskarten der älteren Forschung (H. Stoob, E. Ennen u.a.) sind bislang das einzige Mittel, um dies zu visualisieren und zu erforschen. Solche Karten sind aber in ihrer Aussagekraft und den Analysemöglichkeiten stark eingeschränkt. Zudem steht der dabei verwendete, idealtypisch-mittelalterliche Stadtbegriff einem Vergleich über Raum und Zeit im Weg.

    Die Kritik seitens der Archäologie und ost-(mittel)europäischer Forscher*innen an diesem Vorgehen nimmt das Projekt auf und bezieht aktuelle Forschungstrends der Digital History bzw. Spatial Humanities ein, um zu einem methodischen Neuansatz auf diesem Gebiet zu gelangen. Im Zentrum steht dabei ein lebensweltlicher Urbanitätsbegriff mit der Frage, welche physischen und sozialen Phänomene sich in Siedlungen finden lassen, die als Merkmale von Urbanität gedeutet werden können. Der Stadtbegriff, mit der Frage ob eine Siedlung die Schwelle zur Stadt überschreitet oder „Stadtqualität“ wieder verliert, tritt dabei in den Hintergrund.

    Aus der Untersuchung von Siedlungen in Westfalen und Mecklenburg werden Befunde in einem komplexen Datenbanksystem zusammengetragen und ein Katalog von konkret beobachtbaren Urbanitätsmerkmalen gebildet. Statt also eine vorgeprägte Modellvorstellung von Stadt an die Befundaufnahme heranzutragen, werden das Auftreten und Vergehen von Merkmalen analysiert und daraufhin untersucht, ob sich regional und chronologisch abgrenzbare Urbanitätsprofile bestimmen lassen. Dies eröffnet einen neuen Blick auf den zeitlichen und regionalen Wandel von Siedlungen wie auch auf Prozesse der Urbanisierung und De-Urbanisierung.

    Das Projekt liefert ein integratives und skalierbares Urbanitätskonzept mit einem Katalog von Urbanitätsmerkmalen, eine Aufsatzpublikation zur Entwicklung von Urbanität in Westfalen und Mecklenburg sowie eine digitale Publikation der Forschungsdaten, um so der vergleichenden Städteforschung einen neuen Impuls zu geben.

  • Projektlaufzeit

    Januar 2026 – März 2027

  • Projektteam

    Dr. Daniel Stracke

    Tobias Runkel M.A.