Eine historische Darstellung der Stadt Magdeburg.
HiSMaComp
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Historische Vermessungskarten und das vergleichende Studium der Funktionalität und Morphologie urbanen Raumes

Standardisierung – digitale Verarbeitung – Forschung
  • Über das Projekt

    Das polnisch-deutsche Verbundprojekt, das von der DFG und dem polnischen National Science Centre (NCN) gefördert wurde, wurde gemeinsam mit Prof. Dr. Roman Czaja von der Uniwersytet Mikołaja Kopernika in Toruń bearbeitet.

    Um Stadtentwicklung vergleichend in den Fokus zu nehmen, stützte sich das Projekt vor allem auf Vermessungskarten des 19. Jahrhunderts. Inhaltlich wurden die Entwicklung und Raumstrukturen von sechs polnischen und deutschen Städten rekonstruiert und anhand typologischer Kriterien verglichen. Die sechs Fallbeispiele lassen sich als Manifestationen der Stadttypen Stiftsstadt (Olsztyn/Allenstein – Ochsenfurt), Bad- bzw. Kurstadt (Inowrocław/Hohensalza – Bad Pyrmont) sowie Metropole (Warschau – Magdeburg) beschreiben. Der Einfluss dieser jeweiligen Funktionen auf die Gestalt der einzelnen Städte und die für die Stadttypen prägenden Entwicklungspfade bilden das erste Erkenntnisziel des Projektes.

    Neben den inhaltlichen Ergebnissen standen methodische Erträge im Fokus des Projektes. Die Forschungen fußen neben den historischen Karten auf Schriftquellen. Die beides integrierende Datenverarbeitung erfolgte mittels eines Geoinformationssystems. Die Schaffung kompatibler Geodaten für den Stadtvergleich stellte dabei ein bislang nicht eingelöstes Forschungsdesiderat und eine besondere Herausforderung dar. Auch die Implementierung des UrbanOnto-Systems des Warschauer Projektes „Historical Ontology of Urban Spaces“ wurde praktisch erprobt und nutzbar gemacht, um neue Erkenntnisse zum Wandel städtischer Räume zu erlangen.

    Die so gewonnenen Erfahrungen und neu erarbeiteten Datenstandards bilden einen wichtigen Beitrag für die zukünftige Nachnutzung der Forschungsdaten aus den europäischen Städteatlasprojekten.

  • Projektlaufzeit

    2022 – 2025

  • Projektteam

    Projektleitung

    Dr. Angelika Lampen

    Dr. Daniel Stracke

    Projektmitarbeitende

    Dr. Anna Paulina Orłowska

    Tobias Runkel, M.A.

    Anna-Lena Schumacher

    Dr. Daniel Stracke

    Dr. Olga Kozubska (Ergänzungsprojekt)

Der Blog des Projekts findet sich unter folgendem Link:

Ergänzungsprojekt - Verbreitung der Stadttypen in Polen, Deutschland und der Ukraine

Das von der DFG geförderte Ergänzungsprojekt startete im Oktober 2023 mit einer Laufzeit von 21 Monaten. Wie der Titel „Die Identifizierung und Verbreitung funktionaler Stadttypen in Deutschland, Polen und der Ukraine. Die HiSMaComp-Stadttypen: Metropole – Stiftstadt – Kurstadt“ zeigt, nimmt das Projekt eine Makroperspektive ein mit dem Ziel, alle Städte zu identifizieren, die zu den im HiSMaComp-Projekt untersuchten Stadttypen gehören. Ihre räumliche Verbreitung wurde anschließend in thematischen Karten visualisiert. Neben den ursprünglich untersuchten Ländern – Polen und Deutschland – kam die Ukraine als drittes Untersuchungsgebiet hinzu, was einen quantitativen Sprung zum Hauptprojekt bedeutet und den Forschungsrahmen sowie den geografischen Umfang der Untersuchung erweitert.

Auf Grundlage der Fallstudien von HiSMaComp wurden im Rahmen des Ergänzungsprojekts Kriterien für jeden der drei im Hauptprojekt festgelegten Stadttypen erarbeitet und auf andere europäische Regionen anwendbar gemacht. Durch die neuen Erkenntnisse des Ergänzungsprojekts konnte die in HiSMaComp erarbeitete Ontologie deutlich erweitert werden.

Darüber hinaus wurde das Vorkommen der funktionalen topografischen Objekte untersucht und eine Taxonomie von Städten mit mehr oder weniger typischen Funktionen entwickelt, die den „Realtyp“ von „Metropole“, „Kirchenstadt“ und „Kurort“ erkennen lässt. Eine solche Analyse kann die vergleichenden Studien vertiefen und soll regionale und/oder überregionale Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen, die von der Forschungsgemeinschaft bislang unbemerkt geblieben sind. Mithilfe dieses breiteren Kontexts wird auch eine Neubewertung typischer und individueller Merkmale der ursprünglichen Fallstudien – Waszawa/Warschau, Magdeburg, Olsztyn/Allenstein, Ochsenfurt, Inowrocław/Hohensalza und Bad Pyrmont – ermöglicht.