Ein modernes Gebäude mit einer großflächigen Glasfassade an der Giebelseite. Der angrenzende Gebäudeteil ist hell verputzt mit regelmäßigen Fensterreihen. Das Dach ist mit mehreren Dachfenstern versehen. Im Hintergrund sieht man grüne Bäume und einen klaren blauen Himmel.
Speicherstadt Münster
© Universität Münster

Die Speicherstadt Münster – Konversion und Denkmalschutz

  • Über das Projekt

    Die Unterschutzstellung des ehemaligen Heeresverpflegungshauptamtes in Münster im Jahr 1998 offenbarte den Denkmalwert der Gesamtanlage und die besondere Bedeutung des Areals für die städtebauliche Entwicklung. Die Anlage, in der mit neun Speichergebäuden und einer Heeresbäckerei die Versorgung des Militärs sichergestellt werden sollte, steht als 'Dokument der Aufrüstung' für die intensiven Kriegsvorbereitungen der 1930er Jahre und besitzt zugleich Modellcharakter für zahlreiche weitere, auf Normierung und Wirtschaftlichkeit ausgerichtete Reichstypenspeicher dieser Zeit. Aufgrund der Gebäudenutzung nach 1945 durch die Britische Rheinarmee als Verpflegungs- und Möbellager (Winterbourne-Kaserne) wurde das Ensemble vor dem Verfall bewahrt und ist heute eines der besterhaltenen seiner Art, für das durch den neuen Eigentümer, die WLV, ein sinnvolles Konversionskonzept umgesetzt werden konnte. Dieses hat trotz notwendiger baulicher Veränderungen den Charakter der "Speicherstadt" erhalten und ermöglicht heute ihre Nutzung als Dienstleistungs- und Kommunikationszentrum mit Verwaltungs-, Büro- und Archivräumen.

    Ziel des am IStG angesiedelten Vorhabens war es, die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Gesamtanlage, ihre ehemalige Bedeutung und ihr heutiges durch die erfolgreiche Konversionsmaßnahme entstandenes Erscheinungsbild zu dokumentieren. Als ein wesentliches Ergebnis des Projektes ist die Entwicklung einer Architekturtopographie der Reichstypenspeicher zu sehen, die in einer digitalen Verbreitungskarte die flächendeckende Errichtung dieser militärisch funktionalen Bauformen im Deutschen Reich und somit das Ausmaß der Kriegsvorbereitungen verdeutlicht. Zudem bietet der Vergleich mit den übrigen Standorten ehemaliger Heeresverpflegungsämter einen Blick auf den differenten Umgang mit architektonischen Altlasten, der das Spektrum von Abriss, allmählichem Verfall über weitere militärische Nutzungen hin zu anderen erfolgreichen Konversionsmaßnahmen offenbart.

    Die Forschungsergebnisse wurden sowohl in der Publikation als auch in einer begleitenden Ausstellung und einer digitalen Verbreitungskarte präsentiert.

  • Projektlaufzeit

    2006 – 2009

  • Projektteam

    Projektleitung

    Dr. Angelika Lampen

    Projektmitarbeitende

    Angelika Oelgeklaus, M.A.

Online-Projekt

  • Portal

    "Die Speicherstadt Münster" (2009)

    Im Anschluss an Forschungsprojekt, Publikation und Ausstellung wurde ein Internet-Portal errichtet, das auf der Grundlage einer digitalen Verbreitungskarte sämtliche, bislang bekannten Standorte von Heeresverpflegungsämtern kartiert und darüber hinaus Zusatzinformationen anbietet. So sind Texte und Bildmaterial abrufbar, die den Katalogteil der Publikation ergänzen und fortführen. Das Portal ist als Open-Access-Ressource konzipiert: Neue Informationen zu bislang unbekannten Standorten werden nach einer redaktionellen Prüfung und Bearbeitung am IStG eingepflegt. Sollten Sie über Text- und/oder Bildmaterial verfügen, wenden Sie sich bitte an die unten angegebene Kontaktadresse.

    Projektseite Speicherstadt Muenster
    Screenshot des Internetauftritts zur Speicherstadt Münster

Ausstellung

Vom 18. 12. 2008 bis zum 9. 1. 2009 wurde in der LWL-Bürgerhalle des LWL-Landeshauses eine Ausstellung zur Publikation präsentiert, die im Anschluss bis Februar 2009 in der Speicherstadt in Münster Coerde zu sehen war.

Publikation

  • Die Speicherstadt Münster. Heeresverpflegungsamt und Reichstypenspeicher – Konversion und Denkmalschutz, hg. v. Institut für vergleichende Städtegeschichte durch Angelika Oelgeklaus, Münster 2008.