Anna Catharina von Romberg an Anna Theodora von Romberg, o.D.
Privatbriefe aus dem Dreißigjährigen Krieg – Fokus Westfalen
© Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Münster)
  • Über das Projekt

    Die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges ist mit den Friedensschlüssen in Münster und Osnabrück – dem sogenannten Westfälischen Frieden und der darauf aufbauenden Westfälischen Friedensordnung nach 1648 – fest mit Westfalen verbunden. Das Projekt „Privatbriefe aus dem Dreißigjährigen Krieg – Fokus Westfalen“ nimmt die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges in Westfalen in neuer Weise in den Blick. Privatbriefe (verstanden als Briefwechsel zwischen Verwandten und Bekannten jenseits amtlicher Korrespondenzen) ermöglichen einen unmittelbareren Zugriff auf das im Moment der Verschriftlichung noch unabgeschlossene Handlungsgeschehen. Im Fall von Korrespondenznetzwerken lassen sich zudem Handlungszusammenhänge aus vielfältigen Perspektiven spiegeln. Eine Vielzahl von Privatbriefen aus einer Region erlaubt es zudem, vorsichtig Rückschlüsse auf kollektive Wahrnehmungsmuster zu ziehen. Privatbriefe als Quelle erschließen damit grundsätzlich neue, regional geprägte Perspektiven auf das alltägliche Leben im Dreißigjährigen Krieg.

    Der Raum Westfalen mit seiner ausgezeichneten Archivsituation, gerade im Bereich der Adelsarchive, bietet sich für eine systematische Erschließung in besonderer Weise an. Der Schwerpunkt liegt daher auf adligen Privatbriefen, über die gleichwohl auch Informationen über Bedienstete, Untertanen, aber auch Söldner in den Diensten adliger Kriegsunternehmer aus Westfalen erschlossen werden können. Da viele Briefe von Frauen – Ehefrauen, Müttern oder Schwestern – geschrieben wurden, lassen sich mit dem zur Verfügung stehenden Material auch weitergehende genderspezifische Fragen bearbeiten. In den Blick geraten zudem verschiedene ländliche wie städtische Kontexte, was gerade für vergleichende Perspektiven ein großer Gewinn ist.

    In einer ersten Projektphase wurde auf der Basis von Probeerhebungen eine digitale Infrastruktur entwickelt, über die die Briefe – teils als Volledition, teils über Rückgraterschließungen – mit inhaltlicher Verschlagwortung und Digitalisaten abrufbar und durchsuchbar sind. In einer zweiten Projektphase sollen dann einschlägige Briefbestände systematisch erhoben und inhaltlich erschlossen werden.

  • Projektlaufzeit

    Seit 2025

  • Projektteam

    Projektleitung

    Prof. Dr. Ulrike Ludwig

    Projektmitarbeitende

    René Stülen

    Luca Bröckelmann, M.A.

    Simon Dreher, M.A.

    Emily Todt, M.A.

    Ehemalige Projektmitarbeitende

    Simon Müller, M.A.