Grußwort

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vor Ihnen liegt die 10. Ausgabe unseres Newsletters. In den letzten 6 Jahren haben zahlreiche Studierende mit viel Engagement und Kreativität an der Entwicklung und dem Fortbestand dieses Formats mitgewirkt – sei es durch vielfältige und interessante Beiträge, in der Redaktion und im Lektorat oder durch das Bereitstellen von Fotomaterial. Ihnen allen sei hiermit herzlicher Dank ausgesprochen – auch als Mitglied des Instituts bekommt man längst nicht alles mit und erfährt immer gern etwas über Auslandsaufenthalte, Vorträge, Exkursionen oder Kulturelles (wobei diese Aufzählung nur ein kleiner Ausschnitt ist und längst nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt).
Doch nicht nur dieses kleine Jubiläum ist erwähnenswert. Im Sommersemester 2018 werden die ersten Studierenden des ZFB Chinastudien nach neuer Prüfungsordnung von 2015, die im Wintersemester 2015/16 begonnen haben, ihr Studium abschließen. Nicht nur für Sie als Erstsemester, auch für uns stand vor 3 Jahren einiges Neues auf dem Programm. Wir hoffen, Sie haben Ihr Studium am Institut und an der WWU genossen, sich wohlgefühlt und vor allem vieles gelernt, das Ihnen auf Ihrem weiteren Weg weiterhilft. Vielleicht konnten wir bei einigen nachhaltiges Interesse am chinesischen Kulturraum wecken und dürfen Sie demnächst im Master Sinologie begrüßen. In jedem Fall wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Abschluss und alles Gute für die aufregende Zeit danach. Fühlen Sie sich jederzeit am Institut willkommen – ob zum jährlichen Tag der offenen Tür oder zwischendurch. Und den Studierenden, die uns noch ein bisschen erhalten bleiben, wünsche ich einen weiterhin erfolgreichen Studienverlauf und einen schönen Sommer!
Ihre Anne Sapich

Programm der Fachschaft im Sommersemester 2018

Eure Fachschaftlerinnen und Fachschaftler sind mal wieder eifrig in der Planung, um euch in diesem Sommersemester ein bisschen Abwechslung vom Universitätsalltag zu bieten. Bisher wurden folgende Programmpunkte ausgeheckt:

Instituts-Stammtisch
Einmal im Monat laden wir euch herzlich zu einem entspannten Abend ein, zum Nachholen all der Gespräche, die in der Teeküche nicht beendet oder gar nicht erst begonnen werden konnten. Wegen Überschneidung mit dem Koreanischen Stammtisch ist der neue Termin nun voraussichtlich jeden 4. Donnerstag im Monat.
Bitte auf Aushänge oder Ankündigungen über die üblichen Kanäle achten!

Deutsch-Chinesischer Abend
Dieses Semester möchten wir den Deutsch-Chinesischen Abend gerne einem ganz besonderen Thema widmen: dem Tee.
Ein aktueller und ein früherer Kommilitone haben sich bereit erklärt, ihre Leidenschaft mit uns zu teilen. Für das übrige Wohl sorgen wir mit einem Buffet und unserer Karaoke-Ausrüstung.
Der Termin ist für Mitte Juni angepeilt. Räumlichkeiten müssen noch abgestimmt werden. Freunde und Interessierte sind wie immer willkommen!

SinoKino
Unser neues Konzept:
Wir schlagen euch drei Filme vor und Ihr wählt euren Favoriten aus, der dann im Institut gezeigt wird. Das erste Rennen in diesem Semester hat Mulan für sich entschieden.
Zur nächsten Abstimmung werdet ihr rechtzeitig informiert. Filmvorschläge sind willkommen!

Sommersemester sind leider immer so kurz! Wenn es terminlich noch klappt, möchte die Fachschaft gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem 2. Stock wieder ein Sinologisch-Arabistisches Event auf die Beine stellen.
Die Fachschaft ist jedoch nicht nur zu eurem Vergnügen da. Solltet ihr also Fragen oder Probleme haben, könnt ihr euch gerne an die Vertreterinnen und Vertreter wenden, persönlich oder per Mail an fssino@uni-muenster.de. Über diese Mail-Adresse könnt ihr euch auch für den Fachschaftsverteiler anmelden, falls ihr über Veranstaltungen, Praktika- und Jobausschreibungen auf dem Laufenden gehalten werden möchtet. Dazu genügt eine kurze, formlose E-Mail.
Zudem möchte die Fachschaft auf mögliche Änderungen im Hochschulgesetz aufmerksam machen, die Einfluss auf euren Studienalltag und die studentische Hochschulvertretung haben könnten. Das Eckpunktepapier der Landesregierung findet ihr online, ebenso die Kritikpunkte und eine Petition des AStA unter dem Motto „Lasst mich doch denken“ (Stand April 2018).

Jan Kubandt

Den Master in Münster beginnen

Jeder hat einmal als Erstsemester angefangen – frisch an die Uni, planlos darüber, wie die Dinge laufen, wo es die beste Mensa gibt oder wie die Buchausleihe funktioniert. Beim Wechsel des Studienortes kann man all diese Ahnungslosigkeit gleich noch einmal durchleben. Wunderbar.
Das Münsteraner Sinologie-Institut nimmt einen jedoch gut auf: Dank der kleinen, gemütlichen Teeküche kommt auch ein Neuankömmling jedem ganz ungezwungen näher und lernt auf diese Art auch eher Studenten aus den jüngeren Semester kennen. Klein, aber fein: Wer die familiäre Atmosphäre in Münster einmal kennengelernt hat, will sie nicht missen.
Ungewohnt ist für mich auch der Unterricht: Das verstaubte Klassische sprechen Studierende hier (dank Unger!) fließend und erfahren dabei das alte China aus nächster Nähe. Urplötzlich lässt sich ganz einfach herausfinden, welche Waschpfanne der Han-zeitlichen Elitegräber der Konkubine oder der Hauptfrau gehörte, oder an welcher originalsprachlichen Textstelle Mencius das Konzept von Folter unterstützen würde und an welcher nicht. Es ist ein starker Umstieg von Göttingen, wo das Studium sich dem Modernen China ab dem 20. Jahrhundert zuwendet – es ist jedoch gut und auch wichtig, beide Blickwinkel zu haben.
Einer der Hauptgründe, der mich nach Münster bewegt hatte, wurde positiv bestätigt: Der Fokus auf den späteren Berufseinstieg wird im ersten Semester gut behandelt. Diesen Artikel schreibe ich, während ich in Xi’an bin, denn im zweiten Mastersemester können Studierende bequem innerhalb der Regelstudienzeit ein Praktikum oder einen Auslandsaufenthalt unterbringen. Der im Modul selbstwählbare Career-Service-Workshop zur Berufsvorbereitung hat mir wider alle Erwartung unglaublich gut gefallen (manchmal muss man doch mit einer Pflichtveranstaltung zu seinem Glück gezwungen werden).
Neuanfänge sind immer schwer, doch ich freue mich, in Münster erneut ein „Ersti“ sein zu können.

Fleur Grüninger

Chinesisch-Arabischer Kulturabend – Arabisten und Sinologen feiern interdisziplinäre Freundschaft

Die Münsteraner Arabisten und Sinologen studieren in demselben Gebäude. Doch trotz des gemeinsamen Interesses an einer fremden Kultur laufen sie sich nur selten über den Weg oder tauschen ihre Erfahrungen aus. Um das zu ändern, haben die beiden Fachschaften einen Abend organisiert, den Arabisten und Sinologen gemeinsam mit kulturellem Programm füllten. Am 18. Dezember war es soweit: die Künste beider Kulturkreise kamen an diesem Chinesisch-Arabischen Abend in verschiedenen Formen zum Ausdruck, etwa im Tanz, in der Musik, in der Kalligraphie und in der Kunst der Entspannung. Eine lockere Atmosphäre mit angeregten Gesprächen und viel Gelächter vertrieb den Studierenden für einen Abend die Gedanken an ihre noch ausstehenden Aufgaben.
Der Auftakt des Abends war eine Kalligraphiedarbietung von Iyad Shraim, Dozent der Arabisten, und Sino-Masterstudent Kolja Quakernack. Neben dem Tang-Gedicht Shanxing 山行 des Dichters Du Mu 杜牧 und einem Zitat von Goethe kalligraphierten beide die arabische beziehungsweise chinesische Übersetzung für „Ästhetik“ und „Freundschaft“. Anschließend hatten die Gäste etwas Zeit, sich mit den Kalligraphen zu unterhalten und sich schon einmal an dem Buffet voll selbstgemachter Köstlichkeiten zu bedienen.
Anschließend ging es zügig weiter mit den musikalischen Beiträgen. Diese wurden sowohl von Kommilitoninnen und Kommilitonen der beiden Studiengänge als auch von der Band „Daniel und der Andere“ bestritten. Mit viel Spaß und Hingabe zogen sie die Gäste für eine gute Stunde in ihren Bann. Über Decken auf dem Boden und ein paar Sitze verteilt, füllte das aufmerksame und begeisterte Publikum den Seminarraum des sinologischen Instituts vollständig aus.
Als auch der letzte Ton und der letzte Applaus verklungen waren, rückten Gespräche und das Buffet wieder in den Vordergrund. Auch hier haben Kommilitoninnen und Kommilitonen viel Zeit und Herzblut investiert: Zwischen Nudelauflauf, Jiaozi und persischem Reis war sicherlich für jeden etwas dabei.
Für den Ausklang des Abends sorgten die Arabisten mit der Premiere ihrer Eigenproduktion: Zusammen mit ihren Erstsemestern hat die Fachschaft der Arabistik die Abenteuer des „Absinthbart“ in einer Sequenz herrlicher Kurzgeschichten filmisch festgehalten.
So konnte auch mit den Aufräumarbeiten die gute Stimmung des Abends nicht mehr abreißen.

Die Fachschaften der Arabistik und der Sinologie möchten allen Gästen und insbesondere allen Künstlerinnen und Künstlern, Köchinnen und Köchen und insgesamt allen, die auch hinter den Kulissen tatkräftig mitgeholfen haben, ganz herzlich danken. Es sollen auch in Zukunft gemeinsame Veranstaltungen stattfinden, möglicherweise schon in diesem Sommersemester. Auf dass wir nicht mehr nur aneinander vorbeilaufen.

Jan Kubandt und Kolja Quakernack

Vortragsreihe: „Studis für Studis—Sinologie im Beruf“

Kulturschock, Sprachbarrieren und Informatik – „Studis für Studis“ stellt Berufsbilder vor

Zwei Alumni des Sinologie-Instituts waren am 8. November 2017 zu Gast, um ganz unterschiedliche Karrieren nach dem Studium vorzustellen.
Den Anfang machte Kolja Quakernack, der vier Jahre lang in Shanghai gelebt und unterschiedliche Aufgaben an der Deutschen Schule in Pudong übernommen hatte. Wie ihm hierbei das Studium weitergeholfen hat, erklärte er anhand einer Anekdote: Ein Mann steht klatschend auf dem Marktplatz. Als er gefragt wird, warum er klatsche, sagt er, dass er die Elefanten verscheuche. Er erntet verwirrte Blicke. Dann erwidert er die Frage mit einer Gegenfrage: „Sehen Sie denn hier Elefanten?“ Und gibt sich die Antwort gleich selbst: „Dann sehen Sie ja, wie gut das Klatschen funktioniert“. Im Folgenden verglich Kolja Quakernack die „Elefanten-Momente“ der Umstehenden in dieser Anekdote mit der Verwirrung über kulturelle Unterschiede. Mithilfe seines Wissens über China hätte er diese viel besser einordnen können, für sich und auch für andere. An der deutschen Schule, deren Struktur, Aufbau und Zusammensetzung des Personals er bildhaft beschrieb, übernahm Kolja Quakernack deswegen unter anderem die Aufgabe, neu eingetroffenen deutschen KollegInnen mit interkulturellen Trainings zur Seite zu stehen. Aber auch Kalligrafie- und Schachangebote, das Übersetzen von Dokumenten und das Mitwirken von China- und Karrieretagen gehörte zu seinen Aufgaben. Nach seinem Auslandsaufenthalt ist er jetzt wieder zurück in Deutschland, um in Münster seinen Master zu beginnen.
Als zweite Rednerin berichtete Corinna Kluck von einer ganz anderen Karriere: Als Fraud Analyst bei dem Domain- und Mailprovider One.com beschäftigt sie sich in Kopenhagen mit der Abwehr digitaler Kriminalität aus China. Kenntnisse im Programmieren sowie deutsche, englische und chinesische Sprachkenntnisse seien in diesem Beruf notwendig, in dem sie unter anderem Dokumente und Formulare übersetzt, Inhaberschaften von Domains überträgt und bei sogenannten Content Checks und Suspicious Checks mit internationalen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet. Der Job, bemerkt sie, sei nichts für schwache Nerven: Aufgrund ihrer Aufgaben sehe sie sich häufig mit unangenehmen Inhalten von Gewalt bis Pornografie konfrontiert. Wer sich dieser Herausforderung gewachsen sieht, könne aber in den unterschiedlichen Aufgabenbereichen Kenntnisse der Informatik und Chinesisch in einem sehr abwechslungsreichen Beruf miteinander verbinden.
Beide Redner standen nach der Vorstellung ihrer Aufgaben dem versammelten Publikum Rede und Antwort und konnten einige wertvolle Tipps zur Berufsorientierung geben. Damit war die Vortragsreihe „Studis für Studis“ auch 2017 ein voller Erfolg.

Wiebke Quader

„Verbindung von Geschichte und Gegenwart“ - Interview mit Professor Chen

现代与历史之间 — 专访陈教授

Im Wintersemester 2017/18 hatten Studierende die Gelegenheit, an einem Blockseminar mit dem Titel „Local Governance and Legal Thoughts of Scholars in the Middle Tang Dynasty“ teilzunehmen. Gastprofessor Chen Deng-wu von der National Taiwan Normal University in Taipeh nahm sich für den Newsletter des Instituts Zeit, über seine Arbeit Studienreise zu reden und den Studierenden einige wertvolle Tipps zu geben.

2017/18冬季学期,汉学系的学生参加了由来自台湾师范大学的陈教授开设的题为“中唐士人的地方治理與法律思想:以杜牧為中心”的研讨课。课后,陈教授接受了学生们的采访,谈了自己在德国的感受,并给汉学系的学生提了几点建议。

NL: Professor Chen, was ist der Anlass für Ihre Forschungsreise und welche Verbindung haben Sie zum sinologischen Institut in Münster?

Chen: Ich war 2017 das erste Mal in meiner Rolle als Vorsitzender der Fakultät für Literatur in Münster, um eine Kooperationsvereinbarung mit dem Fachbereich Philologie zu unterzeichnen. Dank der finanziellen Unterstützung des Forschungsfonds der WWU konnte ich dieses Semester erneut nach Münster kommen, diesmal für einen Forschungsaufenthalt von 3 Monaten.

NL:陈教授,请问您这次访学的目的是什么呢?您和明斯特大学汉学系有怎样的渊源呢?

陈:2017年,我作为台湾师范大学文学院的院长来到明斯特,与明斯特大学语言学院签订合作协议。这一次,明斯特大学为我提供了奖学金(Forschungsfond),于是我应邀来到这里开始了为期三个月的访学。

NL: Ist das Unterrichten in Deutschland anders als in Taiwan?

Chen: Ich finde die deutschen Studenten sind fleißiger als die in Taiwan. Sie lernen ohne Anweisungen selbstständig in der Bibliothek und diskutieren während des Unterrichts viel mit den Lehrenden. Ich möchte auch speziell über meine Wahrnehmung des sinologischen Instituts in Münster sprechen. Es hat die folgenden Stärken: Das Ausmaß (die Größe) der Bibliothek ist beeindruckend. Die Bibliothek verfügt über eine sehr umfangreiche Sammlung. Die Studenten sind sehr motiviert, sich immer weiter zu verbessern. Die Forschungsarbeit der Lehrenden aus Münster hat eine hohe Qualität.

NL:您认为,这里的课堂和台湾的有什么不同呢?

陈:我觉得德国的学生比台湾的更勤奋,他们会经常自习,在课堂上也和老师有更多的交流。这里我也想特别说一下我对汉学系的感受:最初我惊讶于汉学系图书馆的规模;这里的图书资源非常丰富;学生的上进心很强;老师们的研究都做得非常好。

NL: Haben Sie einen Tipp für Studierende der Sinologie und der chinesischen Geschichte?

Chen: Besonders brauchen Studierende für das Fach die Fähigkeit, gut (auf Chinesisch) zu lesen. Sie benötigen Kenntnisse nicht nur von klassischem, sondern auch modernem Chinesisch, aber auch anderen Sprachen wie Englisch, Japanisch und so weiter. Dies ist eine Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium.

NL:您对学习汉学或者学习中国历史的学生有什么建议吗?

陈:首先当然是要有良好的阅读能力,这里不局限于古代汉语,也包括现代汉语、英语、日语等等。这是完成学业的一个大前提。

NL: Warum sollte man Sinologie in Deutschland studieren?

Chen: Zuerst haben viele Fächer Verbindungen miteinander. Durch das Kennenlernen anderer Kulturen und Länder können wir auf die Veränderungen in Deutschland zurückschließen. Man kann auch besser über die eigene Kultur reflektieren, wenn man etwas über das Fremde lernt. Außerdem können sich neue Perspektiven auftun, wenn man die Kulturen vergleichen kann. Es steht auch eine andere wichtige Frage hier im Raum: Sollen wir uns im Studium auf das moderne oder das klassische China konzentrieren?
Hierzu möchte ich auf die Beobachtungen des inzwischen verstorbenen Professor Schwartz von der Harvard University verweisen: Er hat über Yan Fu (1853-1921), einen berühmten Übersetzer in China, geforscht. In seinem Werk „The world of thought in ancient China“ stellt Schwartz fest, dass man das heutige China unmöglich verstehen kann, ohne den Hintergrund der Philosophie im alten China zu kennen. Das alte und das moderne China sind nicht voneinander trennbar. Deswegen mein Vorschlag an deutsche Studierende:
Zuerst sollten Sie in das chinesischsprachige Ausland fliegen und persönlich etwas über die Kultur und Geschichte lernen, um es besser zu verstehen. Weil das Fach der Sinologie in westlichen Ländern eher interdisziplinär ausgelegt ist, konzentriert man sich nicht nur auf die Sprach- und Literaturwissenschaften, sondern befasst sich auch mit Soziologie, Kulturwissenschaften, Geschichte und auch Rechtswissenschaften. Weil dies die Grundlage der westlichen Sinologie ist, sollten Sie sich auch mit mehreren Fachrichtungen beschäftigen und fächerübergreifend arbeiten. Wenn Sie mit dieser Grundlage in der Sinologie arbeiten, können Sie Methoden aus anderen Fächern in die Forschung bringen und dabei neue Erkenntnisse gewinnen.

NL:您认为,为什么要在德国学习汉学呢?

陈:首先,很多学科都有互通性。通过对其他国家、其他文化的了解可以让我们得到来自于异文化的冲击,在此基础上,当我们回望德国自己的变迁时,会刺激我们对本土文化的思考,会产生不同的想法,这是一个自省的过程。当然,这里又提出了一个新的问题:我们的研究应该定位于古典或者现代的中国?在这里,我们必须要提及哈佛大学的Schwartz教授。他主要研究严复,然而他最有名的著作却是《古代中国的思想世界》(《The World of Thought in Ancient China》)。为了研究严复(1853-1921),他发现,不回溯到中国文化的源头,不回溯中国的古典思想,无法了解中国。所以,古、今中国是无法分割的整体。所以我也想给德国的同学提一些建议:
首先,大家应该到汉语国家去,到当地去了解文化、历史。其次,西方的汉学,涉猎都非常广,非常博学,比如社会、历史、文化、法律等等。这就意味着,汉学以外,其他相关学科的知识也要丰富起来,交叉学科的比较学习会成为新的方法论的基础,在这个基础上,回看汉学的相关文献,认知会不同。

NL: Vielen Dank für Ihre Zeit!

NL:谢谢您接受我们的访问。

Zhao Yuan und Wiebke Quader

Verbindung mit dem Collegium Johanneum

Das Collegium Johanneum ist ein Internat und Gymnasium in Ostbevern in Trägerschaft des Bistums Münster. Durch sein Konzept der ganzheitlichen Förderung und der offenen Ausrichtung zieht es viele Schülerinnen und Schüler aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland an. Ein Großteil der Internatsschüler stammt aus der Volksrepublik China. Diese kommen in der Regel erst nach Abschluss der Mittelstufe an das Collegium, wo sie das erste Jahr der Orientierung und dem Spracherwerb widmen. Daraufhin steigen sie vollständig in die Oberstufe ein, um ihr Abitur zu erwerben.
In der Absicht, die große Gruppe an chinesischen Schülerinnen und Schülern gezielt bei der Integration zu unterstützen, sind das Collegium und die studentische Fachschaftsvertretung Sinologie und Ostasienkunde der WWU Münster eine strategische Verbindung eingegangen. Um diese mit Leben zu füllen, sind sie auf die Unterstützung der Studierenden des Fachbereichs angewiesen.

Folgende Konzepte wurden als Bereiche möglichen Engagements ausgearbeitet:
Workshops/Tutorien als allgemeines Nachhilfeangebot mit unverbindlicher Teilnahme der Schülerinnen und Schüler, Einzelnachhilfe (evtl. in Verbindung mit einer Tandempartnerschaft) und AGs mit spezifischen Themen.
Da die Schülerinnen und Schüler erst zur Oberstufe in den deutschen Unterricht eintreten, liegen Problemschwerpunkte meist in der Sprache und in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern. Um ihnen den Eintritt zu erleichtern, haben im letzten Wintersemester zwei Studierende unseres Instituts eigene AGs angeboten: eine zur Alltagskultur und eine zur deutschen Kulturgeschichte. Diese Kurse waren nicht ausschließlich an die chinesischen Schülerinnen und Schüler gerichtet, sondern standen allen Interessenten offen.
Das Collegium bietet den Studierenden zudem die Möglichkeit während der alljährlichen Summer School als Aufsichtsperson zu arbeiten, inklusive Vergütung und Unterkunft.
An Studierende mit pädagogischem oder interkulturellem Interesse hat das Internat ein besonderes Angebot: das Durchführen universitärer Studien, etwa im Rahmen einer Bachelorarbeit – z.B. zum Lernalltag chinesischer Schülerinnen und Schüler in Ostbevern.

Bei Interesse oder Fragen steht euch die Fachschaft gerne zur Verfügung.

Jan Kubandt

Musik und Unterhaltung zum Jahr des Hundes

Der chinesische Studentenverein in Münster hat das Jahr 2018, das Jahr des Hundes, mit einem prunkvollen Bühnenprogramm unter dem Motto “火力犬开” (eine Anspielung auf den chinesischen Film 火力全开) willkommen geheißen. Im Alexander-von-Humboldt Haus kamen am 30. Januar anlässlich des chinesischen Neujahrs nahezu 200 Gäste zusammen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Hinter der Bühne hatten mehr als 30 Engagierte für den reibungslosen Ablauf des Abends gesorgt, darunter vor allem die Initiatorin des Abends, Lingzi Fan 范凌子. Als Moderatorin mit Gesangsauftritt führte Jodie Huang 黄雪遥, Bachelorstudentin unseres Instituts, zusammen mit Shuai Liu 刘帅 durch den Abend. Nach einer Einführungsrede des Vorsitzenden des chinesischen Generalkonsulats aus Düsseldorf bekam das internationale Publikum ein breites Spektrum der chinesischen Künste präsentiert. Der Auftakt war ein Gedichtvortrag von einigen jüngeren Darstellern, die in einem deutsch-chinesischen Dialog die kulturellen Leistungen und Unterschiede beider Kulturen erklärten. Jodie Huang stimmte mit der Ballade „She Says“ 她说 den musikalischen Teil des Abends ein. Ein peppiges „Smooth Criminal“, dargebracht von Anqi Wang 王安琪 und Wanbing Zhang 张纨冰 in Form eines Cello-Duetts, rüttelte die verträumte Stimmung etwas auf. Mit seiner Kalligraphie auf den traditionellen roten Spruchbändern begrüßte unser Masterstudent Kolja Quakernack, begleitet von den milden Guzheng-Klängen Jialin Suns 孙嘉琳, das neue Jahr. Nach einem kraftvollen „Wasserärmel Tanz“ 水袖舞 von Xiaolan Li 李潇兰 wurde es für einige Gäste interaktiv: Bei einem lustigen Pantomimespiel konnten einige Freiwillige dem Publikum ihren Einfallsreichtum beweisen. Der anschließende „Komische Dialog“ 相声 von Chang Liu 刘畅 und Jian Qu 瞿见 ließ die Lachmuskeln nicht zur Ruhe kommen. Den Abschluss machte unsere Bachelorstudentin Karin Chau, die zusammen mit Yuichi Sasaki den Song „Slowly Past“ 从前慢 darbot. Das bunte Bühnenprogramm mit seinen engagierten Darstellern war ein würdiger Empfang für das neue Jahr. Auch wenn das Jahr inzwischen bereits einige Wochen alt ist, wünschen wir an dieser Stelle allen Freunden des Instituts ein frohes Jahr des Hundes!

Kolja Quakernack

Mediathek

Hier wollen wir euch in jeder Ausgabe einen Einblick in verschiedene Themenbereiche geben.
Das Thema dieser Ausgabe: Podcasts

Wenn es um das Sprachstudium geht, ist gerade das Hörverständnis ein nur schwer zugänglicher Bereich. Einfache, verständliche und interessante Inhalte auf genau dem richtigen Sprachniveau können hierbei Podcasts liefern. Die kurzen Audio- oder Videodateien, die in einer der vielen Podcast-Apps kostenlos per Abo direkt auf das Smartphone geladen werden können, decken unterschiedliche Themenbereiche von Unterhaltung bis Politik ab. In dieser Ausgabe wollen wir euch einige Podcasts vorstellen, die Lernende mit unterschiedlichem Sprachniveau verwenden können.
Beginner bis mittleres Niveau: Für den Beginn bieten sich weniger sicheren Lernenden jene Podcasts an, welche die chinesische Sprache mit englischen oder deutschen Erläuterungen verbinden. Hierbei gibt es eine Auswahl von Podcasts, die sich auf nützliche Phrasen und Konversation konzentrieren, beispielsweise I love learning Chinese, Coffee Break Chinese, Learn Chinese - Mandarin Chinese Lessons und Alltagschinesisch. Für Lernende, die sich zwischen dem Anfänger- und Fortgeschrittenen-Niveau bewegen, gibt es aber auch eine Auswahl an Podcasts mit Alltagsthemen, Konversationen, Übungen und Fragen sowie Tipps fürs Leben in China. Nennen könnte man hier Learn Chinese – Visualmandarin, ChinesePod, Popup Chinese und Learn Chinese – ChineseClass101.
Wer lieber etwas über das Leben und den Alltag in China hören und insbesondere Begriffe der Pop- und Jugendkultur lernen möchte, erhält einen Einblick bei HelloChina – Learn real Chinese@Hello Chinese.

Übergang zu rein chinesischen Texten: Wer einen auf Chinesisch basierten Podcast bevorzugt, hat wiederum viele sehr unterschiedliche Optionen zur Auswahl: Speziell zum Lernen angelegte Angebote mit Erläuterungen von Vokabeln (auf Chinesisch) finden sich bei 慢速中文 Slow Chinese sowie Learn Chinese & Culture @ iMandarinPod.com. Ein anderer Ansatz für (auch Beginnern) zugängliche Texte ist das Lernen durch Geschichten, die entweder auf Chinesischlernende oder sogar auf chinesische Kinder zugeschnitten sind, etwa 听故事学中文 Learning Chinese through Stories und 彩色斑马讲故事. Wer sich schon an etwas schwierigere Inhalte heran traut, kann auch mit kurzen Ausschnitten klassischer westlicher und chinesischer Romane einsteigen, die auf Englisch und Chinesisch vorgelesen werden. Ein solches Angebot findet sich zum Beispiel bei 美文阅读.

Fortgeschritten: Für all jene, die sich mit der gesprochenen Sprache schon ausreichend wohl fühlen, aber ihr Hörverständnis und ihren Wortschatz anderweitig verbessern wollen, bieten Podcasts alles von lockeren Unterhaltungen über das Privatleben, wirtschaftlichen Analysen und Diskussionen über Geschichte oder Literatur. Hier können Interessierte gezielt nach Themen in den chinesischen Podcast-Charts suchen. Populär sind dort unter anderem Podcasts, in denen Moderatoren über private Themen plaudern, etwa 一个人听, 内涵段子 und 段子来了. Jugendkultur und -sprache, die besonders in Taiwan verbreitet ist, finden sich im unterhaltsamen Podcast 青春爱消遣. Interessant sind aber auch zum Beispiel Beziehungstipps für chinesische Männer, wie sie bei 恋爱偏方 zu finden sind.
Interessierte können sich af der anderen Seite auch über Wirtschafts- und Kulturthemen informieren, beispielsweise über 麦肯锡谈中国, auf 第一财经, oder sie können den Podcast von Alibaba-Entertainment-Manager Gao Xiaosong namens 晓说2017 anhören.
Wer stattdessen einen Einblick in Vorlesungen an chinesischen Universitäten erhalten möchte, kann beispielsweise bei 中文口语法与教学 Spoken Mandarin den Ausführungen zur Alltagssprache auf Chinesisch lauschen und gleichzeitig den englischsprachigen Folien im Video-Podcast folgen. Für Freunde des klassischen humoristischen Dialogs findet sich das folgende Angebot: 岳云鵬,郭德纲,于谦,等德云社精彩相声集. Auch klassische Gedichte lassen sich im Podcast-Format finden, beispielsweise bei 仓央嘉措诗歌情.

Wiebke Quader

Das Jinhua Homestay Project

China von einer anderen Seite kennenlernen

Carolin Stricker hatte 2016 die Chance, mit zwei anderen Studierenden der Sinologie Münster in ein kleines chinesisches Dorf zu reisen. Für einige Wochen konnte sie intensiv in die chinesische Kultur eintauchen. An dieser Stelle stellt sie das Projekt vor und gibt Interessierten Informationen zum Bewerbungsprozess.

Ihr studiert Sinologie, aber hattet noch nicht die Chance, die VR China zu bereisen und tief in die Kultur einzutauchen?
Dann könnte das Jinhua Homestay Project genau das Richtige für euch sein.
In dem Projekt bekommt ihr die Chance, alles Erlernte hautnah zu erleben und zusätzlich kann auch euer persönliches „Chinapaket“ abgerundet werden.
Es handelt sich um ein dreiwöchiges Projekt vom 10. bis 30. August 2018 in Songxi 松溪 in der Provinz Zhejiang 浙江. Das Ziel ist es, die Stadt Jinhua und die Provinz Zhejiang für einen nachhaltigen Tourismus attraktiv zu machen, bei dem die Dörfer mit ihrer historischen Architektur geschützt werden. Das Projekt startete bereits 2015 und wird von der Regierung der Stadt Jinhua finanziell unterstützt. Bis heute nahmen 295 Chinesischinteressierte teil, die aus allen Ecken der Welt stammen, darunter auch vier Studierende aus unserem Institut. Jedes Jahr haben etwa 45 Teilnehmer die Aufgabe, die Dörfer auf ihre geschichtlichen, strukturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse zu untersuchen. Die TeilnehmerInnen werden vor Ort von Gastfamilien aufgenommen, wo sie in den familiären Alltag integriert und versorgt werden. Das Projekt arbeitet mit Universitäten in Shanghai und Hangzhou zusammen. Die Hauptsprache des Projekts ist Englisch.
Das diesjährige Programm soll sich von den bisherigen in den Aufgabenfeldern unterscheiden. So sollen die Gruppen folgende Schwerpunkte haben: E-Commerce, Öffentlichkeitsarbeit, Produktdesign, Landschaftsdesign und Malerei.
Welche Kosten kommen auf euch zu?
Hin- und Rückflug sowie das Visum müssen eigenständig bezahlt werden. Sobald ihr dann aber in Shanghai gelandet seid, kommen keine weiteren Kosten mehr hinzu. Der Transport von Shanghai nach Jinhua wird organisiert und bezahlt. Auch die Verpflegung und eventuell auftretende Kosten für Eintritte oder Restaurantbesuche werden vom Projekt übernommen. Des Weiteren bekommen Teilnehmende für die Dauer des Aufenthalts Taschengeld im Wert von 750 Yuan (≈ 100€).
Die einzigen Teilnahmevoraussetzungen: Ihr seid mindestens 18 Jahre alt, in guter gesundheitlicher Verfassung, habt ein großes Interesse für die chinesische Kultur, sprecht fließend Englisch und habt ein offenes Auftreten. Bis zum 30. Mai 2018 könnt ihr euch auf folgender Website bewerben:
http://www.jinhua-homestay.com/en/appform.php.

Carolin Stricker