Grußwort

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Zu Beginn des Wintersemesters 2015 ist das Institut für Sinologie und Ostasienkunde der WWU Münster unverdient und ehrenvoll bereichert worden, denn es durfte die tausende Bände zählende Bibliothek der eminenten Daoismuskennerin Prof. Dr. Judith Magee Boltz (1947-2013) übernehmen. Damit ist eine der größten sinologischen Privatsammlungen nach Münster gekommen, die weit über das Spezialgebiet der Verstorbenen hinausgeht.

Judith Boltz, Ehefrau des unserem Institut seit langem verbundenen Prof. Dr. William G. Boltz, studierte an der University of California at Berkeley, wo sie 1985 unter der Betreuung von Michel Strickmann (1942-1994) und Edward H. Schafer (1913-1991) mit der Arbeit "Taoist Rites of Exorcism" (1985) promoviert wurde, eine Studie über Diagnose und Heilung von Geisteskrankheit infolge von Besessenheit. Weite Bekanntheit erlangte sie wenig später mit ihrer Arbeit A Survey of Taoist Literature (1987), zu ihren faszinierendsten Aufsätzen zählt "Not by the Seal of Office Alone" (1993).

Die Sorgfalt der Arbeit von Judith Boltz verrät sich in den nahezu alle Bücher aus ihrer Bibliothek übersäenden, mitunter in kleinste Details gehenden Notizen.
Tolle, lege – nehmen Sie die Bücher in die Hand, lassen Sie sich anregen vom Geist einer herausragenden Gelehrten, lassen Sie sich berühren von manchem in der Sammlung befindlichen Sonderdruck, der vor Jahrzehnten und früher mit einer Mischung von Stolz und Bescheidenheit von einem Gelehrten einem anderen Gelehrten überreicht wurde. – Lassen Sie sich anregen, und vergessen Sie dabei nicht den Dank an Prof. William Boltz, denn er ist es, der Judys Bücher nach Münster bestimmt hat.

Ihr Reinhard Emmerich

Grüße aus Münster! Alumnitag und Sommerfest

Karriere, Netzwerke und Stipendien waren das Thema des Alumnitages 2015, der bei bestem Wetter am 26. Juni im Institut für Sinologie und Ostasienkunde stattfand. Nach einigen ermutigenden Worten von Dr. Yu Hong, der die Teilnehmenden dazu aufrief, Mut zur eigenen Karriere zu finden, berichteten Alumni und Lehrende über Erfahrungen, Chancen und Perspektiven der Studiengänge.

Den Anfang machte Mareen Anders, die nach ihrem Studienabschluss eine Stelle im lokal ansässigen Waxmann-Verlag fand und erläuterte, wie das Sinologie-Studium sie für diesen Beruf vorbereitete. "Die Arbeit erfordert Organisation, Disziplin und Sorgfalt." Welche Qualifikationen aus dem Studium ihr helfen: "Wer Chinesisch lernen kann, kann alles lernen." Olga Lunina, die inzwischen in den Wirtschaftswissenschaften promoviert und im International Relations Center der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Bewerber für Auslandsaufenthalte betreut, erläuterte ihre Aufgaben und konnte gleichzeitig wertvolle Tipps für interessierte Bewerber geben. Weitere Hilfestellungen für die zukünftige Karriere konnte Jonas Polfuß mit seiner Vorstellung des Alumni-Netzwerks des Instituts geben: Mit Kontakten nicht nur in Deutschland, sondern auch den USA und Kanada, China und der Türkei wachse dieses Netzwerk immer weiter, und ehemalige Studierende aus Münster arbeiteten inzwischen unter anderem an Schulen, Hochschulen, in Wirtschaftsfirmen und Verlagen. Zum Abschluss berichtete Professor Emmerich über die deutsch-chinesische Stipendienkultur. Er berichtete über seine persönlichen Erfahrungen sowie die Geschichte des DAAD, von Stipendien bis zu Rückholprogrammen, von Politik bis zu Kulturverbreitung durch die Elite.

Im Anschluss an die Vorträge hatten Lehrende, Studierende und Ehemalige die Gelegenheit, das von der Fachschaftsvertretung organisierte Sommerfest im Hof zu genießen. Gemeinsam mit Freunden und Bekannten fand der Alumnitag mit einem leckeren Büffet, Gegrilltem, Cocktails und Musik einen gelungenen Abschluss. Zusätzlich stand es den Teilnehmern offen, einen Kantonesischkurs für Anfänger zu besuchen und mehr über Etikette und angemessenes Verhalten in China zu lernen.

Wiebke Quader

歡迎光臨 - Die Fachschaft Sinologie heißt alle Erstis herzlich Willkommen!!

Liebe Erstsemester,

wir, die "Fachschaftsvertretung Sinologie und Ostasienkunde" – einfach Fachschaft genannt – begrüßen euch hiermit sehr herzlich an unserem Institut. Dabei möchten wir uns auch gerne vorstellen, denn wir sind wahrscheinlich das Gremium, mit dem ihr auf Institutsebene am meisten zu tun haben werdet.

Wer ist in der Fachschaft?

Zunächst einmal werdet ihr mit uns alleine schon deshalb zu tun haben, weil ihr uns jederzeit über den Weg laufen könnt. Die Fachschaft wird nämlich aus Studenten gebildet, die jedes Wintersemester gewählt werden, und im Sommersemester werden der Senat, sowie die Fachbereichsräte gewählt. Wir möchten euch einladen und ermutigen, von eurem Wahlrecht Gebrauch zu machen und an den Wahlen teilzunehmen. Genauere Informationen könnt ihr hierzu von uns erhalten, nun erst einmal die allgemeinen Fakten zum Aufbau der Fachschaft, da diese eure erste Kontaktstelle ist:

Die Sitze der Fachschaft Sinologie sind auf elf Plätze begrenzt, wobei es auch viele nicht gewählte Kommilitoninnen und Kommilitonen gibt, die uns in unserer Arbeit sehr unterstützen. Habt ihr eure Fachschaftsvertreter gewählt, bestimmen diese wiederum aus den eigenen Reihen eine/n Vorsitzende/n und eine/n stellvertretende/n Vorsitzende/n. Untereinander verteilen und koordinieren sie die anstehenden Aufgaben- und Verantwortungsbereiche.

Seit den Wahlen im Wintersemester 2015/16 in bzw. mit der Fachschaft aktiv sind:

Jasmin Spieß (Vorsitzende) Marcel Greiner
Marycel Fuhrmann (stellv. Vorsitzende) Denis Cohrs
Lisa Göpfert Edhard Reifengeist
Dario Landau Sebastian Molle
Karin Chau Jan Kubandt
Julia Keese Leonie Wiethaup (Protokollantin)

Was macht die Fachschaft?

In erster Linie stehen wir euch zur Verfügung, wenn ihr zu eurem Studium Beratung oder Hilfe braucht, bei Fragen und Problemen zur Studiumsorganisation und als Sprachrohr gegenüber den Dozenten oder höheren universitären Instanzen. So gibt es etwa das "Fachschaftenreferat", bei dem sich Fachschaftsvertreter verschiedenster Institute treffen, um allgemeine Probleme der Studierenden zu besprechen oder auch über Finanz-Anträge einzelner Fachschaften abzustimmen, sowie über Exkursionen, Veranstaltungen oder Ersti-Fahrten zu beraten. Auch bei eigenen Ideen oder Anmerkungen könnt ihr uns gerne ansprechen.

Anders herum dienen wir auch als Ver- und Übermittler für Dozenten oder Instituts-Externe, die sich an euch wenden möchten. Das kann alles Mögliche sein, von allgemeinen Informationen über Veranstaltungshinweise bis hin zu Praktikums- und Job-Angeboten.

Zudem planen und organisieren wir verschiedene Veranstaltungen zur Vernetzung der Studierenden untereinander, aber auch mit Außenstehenden. So veranstalten wir die O-Woche für euch Erstis und laden euch Mitstudenten zu unseren regelmäßigen Fachschafts-Stammtischen in der Cavete ein. Ein- bis zweimal im Semester kommt es auch zum Karaoke-Abend sowie zum Deutsch-Chinesischen Stammtisch, den wir zusammen mit den Vertretern chinesischer Studierender in Münster veranstalten.
Momentan planen wir ein "Chinesisches Wochenende", für das kommende Sommersemester.

Damit wir euch also ständig auf dem Laufenden halten und auch euch zur Verfügung stehen können, haben wir die Facebook-Gruppe "Uni Münster Chinastudien" und unsere E-Mail-Adresse fssino@uni-muenster.de eingerichtet. Auf unserer eigenen Homepage www.fs-sinologie.de erhaltet ihr ebenfalls viele Informationen, auch allgemeinerer Art, wie etwa die aktuelle Zusammensetzung der Fachschaftsvertretung. In der Teeküche des Instituts befindet sich auch das Whiteboard der Fachschaft, wo ebenfalls Aushänge und Informationen zu finden sind ebenso wie Kontaktdaten von Fachschaft bzw. Fachschaftsmitgliedern, über die ihr uns bei Bedarf erreichen könnt. Auf unserem Whiteboard könnt ihr euch auch für unseren E-Mail-Verteiler einschreiben, oder ihr schreibt uns einfach an.

Wir freuen uns auf die Zeit mit euch und wünschen einen tollen Start ins Studium!

Euer Team der Fachschaft Sinologie

Jan Kubandt

Wikipedia? Nein danke!

Eine wissenschaftliche Lösung zur Quellenarbeit

Dr. Gerd Wädow, Fachreferent für China, Hongkong und Taiwan der Staatsbibliothek zu Berlin, informierte am 21. Mai 2015 Studierende der Sinologie Münster über die zahlreichen Angebote der Staatsbibliothek und der dortigen Ostasienabteilung. Dies sind vor allem Bestandskataloge, der blaue Leihverkehr (BL) und die virtuelle Fachbibliothek Ost- und Südostasien, "CrossAsia". Im Weiteren wird die Benutzung vom Letztgenannten dem Leser dieses Newsletters näher gebracht.

Der blaue Leihverkehr ist ein direkter Fernleihverkehr von Literatur in ostasiatischen Sprachen für Fachinstitute der deutschen und europäischen Universitäten. Einzelpersonen können nur über den BL bestellen, wenn sie einem am BL teilnehmenden Institut (z.B. dem Institut für Sinologie und Ostasienkunde der Uni Münster) angehören oder sich in dessen Namen registrieren. Der BL stellt jedoch ausschließlich Werke in ostasiatischen Sprachen zur Verfügung. Um Literatur zu finden, können entweder der Staatsbibliothekskatalog (StabiKat) genutzt werden oder bibliographische Angaben per Formular geschickt werden.

"CrossAsia" – die Virtuelle Fachbibliothek Ost- und Südostasien – ist die Anlaufstelle für Online-Fachinformationen zu den entsprechenden Fachbereichen für die Ost- und Südostasienwissenschaften. Ihre Themengebiete reichen von der Philologie über Geschichte, Politologie und Wirtschaft bis zur Landeskunde. All dies ist sowohl in gedruckter als auch in elektronischer Form verfügbar, ganz unabhängig von der Publikationsform.

Die Registrierung auf CrossAsia:

Fortgeschrittenen Studierenden wird über das Institut eine Registrierung bei CrossAsia ermöglicht. Interessierte Studierende können sich für nähere Informationen im Geschäftszimmer melden. Auf der Homepage crossasia.org werden persönliche Daten und das entsprechende Institut eingetragen. Daraufhin wird man aufgefordert, ein Bestätigungsformular auszudrucken und auszufüllen. Genau dieses Dokument muss vom Institut gestempelt werden, bevor es seine Briefreise nach Berlin antreten darf. Nach einigen Tagen wird per Mail mitgeteilt, dass der Benutzer-Account freigeschaltet ist und dem Eintauchen in die Masse an Informationen nichts mehr im Wege steht. Für Studenten unseres Fachbereiches ist es sicherlich empfehlenswert, Gebrauch von diesem Angebot zu machen. Wer weiß, wann zur nächsten Hausarbeit noch die ein oder andere Informationsquelle fehlt.

Denis Cohrs

Neuer Master, neues Glück!

Klassik und Moderne der Sinologie im Einklang

Mit dem neuen Modell "Master Sinologie" wird der alte Masterstudiengang "Klassische Sinologie" zum Wintersemester 2015/16 abgelöst. Die Freunde des Klassischen unter uns, die es trotzdem zur Moderne zieht und beides gerne kombinieren möchten, sie sind mit dem neuen Studiengang am Institut für Sinologie und Ostasienkunde genau richtig aufgehoben.

Zum einen kann das erworbene Wissen des klassischen und modernen Chinesisch vertieft werden und zum anderen lässt es sich in den vielfältigen Modulen direkt anwenden. Mit den neu erstellten Kursen in den Modulen "Tradition und Wandel" und "Kulturen im Kontakt", welche das gegenwärtige China stärker einbeziehen können, wird Studierenden die gleiche Symbiose wie in den Sprachkursen ermöglicht; das Alte und das Neue werden miteinander verbunden und die Lehre aus beiden ermöglicht ein noch tieferes Verständnis Chinas. Durch die Auswahlmöglichkeiten zwischen Forschen im Team, einem Auslandsstudium oder einem Praktikum im In- oder Ausland besteht außerdem ein großer Spielraum, Karrierepläne bereits auszuloten und weiter zu verfolgen oder mögliche Präferenzen zu eruieren. Auf diese Weise ist die Vorbereitung auf die angestrebte Laufbahn noch effizienter. Dem gleichen Zweck dienen auch das Seminar "Sinologie im Beruf" und die "Veranstaltungen des Career Service", mit denen fachnahe Berufsmöglichkeiten stärkere Berücksichtigung finden.

Der "Master Sinologie" ist ein neues Kapitel des Instituts für Sinologie und Ostasienkunde und eine Weiterentwicklung des Masterstudiums, bei dem nach eingehender Prüfung jene für gut befundenen Teile aus dem alten Master vermehrt wurden. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, inwieweit sich dieses Modell bewähren wird. Zu hoffen ist, dass es bei Interessierten auf der Suche nach einem Masterstudium viel Anklang findet.

Ich kann das neue Mastermodell für alle empfehlen, die in der Sinologie und in China ihre Zukunft sehen und für ihre weitere berufliche Laufbahn ein stabiles Fundament möchten, ob dies im akademischen, kulturellen, linguistischen, medialen, öffentlichen Bereich sein soll oder in der freien Wirtschaft. Mit der Expertise eines Bachelor- und Masterstudiums in der Sinologie stehen den Absolventen und Absolventinnen zahlreiche Türen offen in allen Bereichen mit Chinabezug. Für mich war es eine klare Entscheidung für den Master Sinologie, da ich davon überzeugt bin, dass man ohne die Wurzeln, die im Falle Chinas tief greifen, die Moderne einer Kultur nicht vollends verstehen kann. Mit dem Master Sinologie erschließen sich mir vielseitige Berufschancen und eine Karriere in einem faszinierenden Sektor.

Elisabeth Gödde

Kunstausstellung China 8

Ein Exkursionsbericht innerhalb und außerhalb der Ausstellung

Die Ausstellung CHINA 8 gewährte Einblicke in die chinesische Kunstszene. Entlang Rhein und Ruhr zeigten acht Städte in neun Museen die Vielfalt chinesischer Kunstschöpfer in allen erdenklichen Formen der bildenden Kunst. Mit dabei: ein siebenköpfiges Exkursionsteam aus Münster. Die Fachschaft des Instituts organisierte einen Besuch der Überblicksausstellung "Overview - Blicke auf China" in Düsseldorf.

Mit den klotzigen Formen, der länglichen Bauweise und den gelegentlichen Säulen erinnert das NRW-Forum Düsseldorf ein wenig an den wuchtigen Volkskongress der Volksrepublik in Peking. Vermutlich sind derlei Assoziationen jedoch nur der Erwartung des kleinen Expeditionstrupps des Sinologieinstituts Münster geschuldet: Das NRW-Forum beherbergt Werke von rund 30 chinesischen Künstlern. In zwei großzügigen Räumen sind unterschiedliche Malereien, Skulpturen, Installationen, Objektkunst, Fotografie und Videos zu sehen.

Obgleich es schwierig ist, einen roten Faden dieser "Overview"-Ausstellung zu finden, sticht das Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Natur hervor. Viele der ausgestellten Künstler beschäftigen sich mit den rasanten Umwälzungen in ihrer Heimat, der Urbanisierung und dem Menschen, der sich die Natur untertan macht. Beeindruckender Beleg dafür ist "View, Review" von Huang Min.

Im Vorfeld der Eröffnung gab es Diskussionen über den Umgang mit Autoritarismus in der Volksrepublik. Die Künstler reagieren auf ihre eigene Art. Einige Werke üben kaum verhohlene Kritik an bestehenden Strukturen, darunter diejenigen von Zhang Xiaogang, der die Ein-Kind-Politik thematisiert.

Viele Werke entziehen sich jedoch einer politisch-kritischen Dimension: So fand beispielsweise das Video "Related to YA" von Wang Gongxin großen Anklang bei den Exkursionsteilnehmern. Zu sehen sind unterschiedliche, stets äußerst geräuschvolle Sequenzen von meditierenden Menschen, folkloristischen Kostümen, tanzenden Jugendlichen und wackelnden Bäuchen. Alles begleitet von tanzbaren, frischen Takten. "Ich finde die Videoinstallation sehr spannend – durch die Rei-henschaltung in den Leinwänden muss man sich ähnlich viel bewegen wie die Protagonisten", kommentierte Exkursionsteilnehmer Jakob Aydt.

Wang konserviert auf diese lustvolle Weise die Diversität des chinesischen Großstadtlebens, den Elan einer aufgeschlossen Generation. Sein Werk bildet ein Highlight der Ausstellung. Auch Exponate klassischer chinesischer Tuschemalerei und Kalligraphie sind in Düsseldorf vertreten. Darunter "Square World Calligraphy" von Xu Bing. Es enthält dutzende authentisch anmutende, aber gänzlich ausgedachte Schriftzeichen.

Die Ausstellung "Overview – Blicke auf China" wird ihrem Namen gerecht. Die Schau im NRW-Forum macht Lust auf mehr. Ein Großteil der Künstler war nur mit ein bis zwei Bildern vertreten. Weitere Exponate waren in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Marl, Mülheim an der Ruhr und Recklinghausen zu sehen. "Die Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf versteht sich als Entrée, als Einladung an den Besucher, die gesamte Bandbreite zeitgenössischer Kunst aus China (...) kennenzulernen", sagt Prof. Dr. Walter Smerling, Initiator des Ausstellungsprojekts CHINA 8 und Kurator der Düsseldorfer Ausstellung. Das Fazit der Exkursionsteilnehmer fiel durchweg positiv aus: "Die Ausstellung war sehr abwechslungsreich – Der Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt", resümiert Karin Chau.

Wie es sich für Sinologie-Studenten gehört, ließ man den Tag bei einem reich gedeckten Tisch in einem chinesischen Restaurant in der Düsseldorfer City ausklingen: Im Rücken eine chinesische Familienfeier, in den Händen ein kühles Tsingtau und Stäbchen für Schweineohren, Ente-Ananas, Jiaozi und Baozi.

Jendrik Niebuhr

Fachschaft: Informationen zu den Wahlen und Programm

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

zwar muss der Zeitraum der Wahlen für das Wintersemester 2016/17 noch veröffentlicht werden, doch wollten wir auch diesen Weg nicht ungenutzt zu lassen, euch aufmerksam zu machen auf die

Fachschaftswahlen

Ganz gleich, ob ihr euch selbst aufstellen lasst oder die Bewerber mit eurer Stimme unterstützt, für die Fachschaftsvertretung ist wichtig, die Legitimation und Unterstützung vonseiten der Studenten ihres Instituts zu erhalten. Vor allem in unserem 2-Fach-Bachelor ist das etwas schwierig, da nicht alle Studenten für das Fach auch wahlberechtigt sind. Wenn man im 2-Fach-Bachelor studiert, ist man nur im eingetragenen 1. Fach wahlberechtigt.

Zudem möchten wir euch über das Programm der Fachschaft informieren: Wie in den letzten Semestern auch planen wir wieder Karaoke-Abende und der Deutsch-Chinesische Stammtisch wird auch im Programm sein. Den letzten Deutsch-Chinesischen Stammtisch haben wir gemeinsam mit den Vertretern der Chinesischen Sprechstunde organisiert. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.
Die regelmäßigen Termine für den Fachschafts-Stammtisch sind:

Jeweils donnerstags,
immer um 19:00 Uhr in der Cavete, Kreuzstraße 37/38

Für das kommende Semester planen wir ein "Chinesisches Wochenende". Es wird verschiedene Programmangebote zur chinesischen Kultur geben, sowie Spiele und chinesisches Essen. Auch darüber werden wir euch weiterhin informieren. Das wäre es fürs erste von uns. Sollte es von eurer Seite noch Probleme oder Anregungen geben, stehen wir wie immer zur Verfügung. Persönlich, auf Facebook oder über fssino@uni-muenster.de.

Wir wünschen euch ein schönes Semester!

Eure FSV Sinologie

Jan Kubandt

Auf und davon!

Wie organisiert man eigentlich ein Auslandssemester?

Taiwan oder China? Gehe ich an eine der Partneruniversitäten des Instituts in Taipeh oder Tianjin? Oder wage ich ein kleines Experiment und entscheide mich für eine Hochschule, die für Studierende unseres Instituts noch absolutes Neuland ist? Und wann ist der beste Zeitpunkt, ins Ausland zu gehen? Bevor es losgeht, muss man mit einigen Entscheidungen schwanger gehen und darf nicht müde werden, sich durch den bürokratischen Dschungel zu kämpfen. Doch es lohnt sich!

Wir Sinologiestudierenden haben die Qual der Wahl. Allein in der Volksrepublik China existieren mehr als zweitausend Universitäten, hinzu kommen etliche auf der schönen Insel Taiwan. Auch Singapur eignet sich, um die Amtssprache Mandarin zu vertiefen. Auslandssemester sind darüber hinaus auch außerhalb des chinesischen Sprachraumes möglich. Partnerschaften unseres Instituts bestehen mit Universitäten in Lettland, Slowenien und Japan. An guten Möglichkeiten mangelt es also nicht.

Für mich stand fest, dass ich meine Sprachkenntnisse im Chinesischen festigen wollte. Somit konzentrierte ich mich auf die Suche nach interessanten Universitäten in China und auf Taiwan. Ich verglich vor allem das Kursangebot und die Studiengebühren miteinander. Meine Entscheidung, letztendlich in die Volksrepublik zu gehen, traf ich vor allem, weil die Studiengebühren und die Lebenshaltungskosten dort niedriger sind.

Neben meiner Internetrecherche bat ich auch Herrn Yu Hong um Rat. Ich erzählte von meinem Vorhaben, einen Sprachkurs in China zu besuchen. Wenn es mir nur um die Sprache ginge, könne ich überall hingehen: "Hochchinesisch wird an allen chinesischen Universitäten gesprochen, darüber müssen Sie sich keine Gedanken machen." Das beruhigte mich und ließ meinen Blick auf den Süden Chinas schweifen. Ich entschied mich für das Programm "Chinesische Sprache und Kultur" an der Universität Hainan in Haikou.

Bereits vor meiner Bewerbung hatte ich Kontakt mit dem Betreuer der ausländischen Studierenden an der Universität Hainan. Die Universität hat außerdem eine übersichtliche (englische) Internetseite, die viele wesentliche Informationen bereitstellt. Weiteres erfuhr ich über einen "Freundesfreund", der zurzeit in Haikou studiert und einen interessanten Blog über die Studiensituation führt. Ein Semester kostet dort 6600 Yuan, das sind derzeit etwa 900 Euro. Im chinesischen Vergleich ist das ziemlich günstig. Zumindest uns Auslandsstudierenden kommt auch die aktuelle Abwertung des Yuan sehr entgegen. Die Miete für ein Semester kostet umgerechnet derzeit nur 440 Euro, was in Münster wohl nicht einmal für zwei Monatsmieten ausreichen dürfte. Die Finanzierung des Auslandssemesters kann unter anderem durch den DAAD gefördert werden, der für Sprachkurse und Studienaufenthalte im außereuropäischen Ausland die sogenannten PROMOS-Stipendien vergibt. Die Chancen, ein solches zu erlangen, scheinen noch immer sehr gut zu sein.

Der ganze Bewerbungsprozess begann bei mir tatsächlich erst Mitte April mit der PROMOS-Bewerbung über das International Office der WWU Münster. Erst nachdem ich Ende Mai die Zusage für das PROMOS-Stipendium erhalten hatte, habe ich mich an der Universität Hainan "beworben" (Ich vermute, dass diese Bewerbung rein formal ist und man normalerweise nicht abgelehnt wird). Dies war noch bis zum 30. Juni möglich, wobei jede Universität eigene Bewerbungsfristen hat.

Mit den 2650 Euro von PROMOS kann man sich ein Studium in China eigentlich schon finanzieren. Zusätzlich sollte man unbedingt versuchen, AuslandsBAföG zu beantragen, das man unter Umständen sogar für das siebte Fachsemester beziehen kann. Auch gibt es die Möglichkeit, ein Urlaubssemester in Münster zu beantragen, sodass man den Semesterbeitrag erstattet bekommt und offiziell in der Regelstudienzeit bleibt. Letzteres ist allerdings nicht mit dem BAföG-Bezug kombinierbar. Wer für ein Jahr nach China gehen möchte, sollte auf jeden Fall Mut und Energie zusammenkratzen und sich für das Vollstipendium des DAAD bewerben oder seinen Aufenthalt über das Selbstzahlerprogramm finanzieren.

An der Uni Hainan geht das Wintersemester für ausländische Studierende von Anfang September bis Januar. Nach einer kurzen Reservierungsmail an die Universität bekommt man bereits ein Zimmer im Studierendenwohnheim zugeteilt.
Letztendlich war die Organisation doch gar nicht so aufwändig und ich erhielt wirklich von vielen Seiten Unterstützung.

Nun muss ich Sachen packen. Gastgeschenke kaufen. Tschüss sagen.
Auf geht’s!

Isea Cieply