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Auswirkungen historischen Landnutzungswandels auf Artenreichtum und Zusammensetzung von Artengemeinschaften in fragmentierten und neu geschaffenen Habitaten

  • Projektbeschreibung

    Historischer Landnutzungswandel kann erheblichen Einfluss auf heutige Artengemeinschaften haben. Zum Beispiel kann frühere Nutzung den Standort nachhaltig verändert haben und es können Arten „von früher“ in der Artengemeinschaft oder der Bodensamenbank überdauern. Auf der Landschaftsebene kann es durch Landnutzungswandel zu drastischen Veränderungen der Fläche und Konnektivität von Lebensräumen kommen. Starke Veränderungen der Landschaftsstruktur können sich auf den Artenreichtum und die Artenkombination der aktuellen Artengemeinschaften auswirken.

    Wir untersuchen im Rahmen des Verbundprojektes Biodiversitäts-Exploratorien die Auswirkungen historischer Landnutzung zwischen 1850 und 2010 auf aktuelle Artengemeinschaften der Pflanzen und Arthropoden im Grünland. Die historische Landnutzung wird hierfür im GIS aus alten digitalisierten Kartenwerken (z.B. Urmesstischblätter) rekonstruiert.

    Seit Mai 2018 wird das Projekt weitergeführt am:

    Thünen-Institut für Biodiversität
    Bundesallee 65
    38116 Braunschweig

  • Ziele

    1. Historische Landnutzungs- und Landschaftsanalyse: wir werden Landnutzung von historischen Karten abdigitalisieren, Landnutzungstrajektorien auf der lokalen und landschaftlichen Ebene analysieren und Maße der historischen Landschaftstruktur berechnen. Für Hainich-Dün ist dies bereits durchgeführt worden.
    2. Modellierung der Auswirkungen historischer Landschaftsdynamik auf Artenreichtum der Pflanzen und Arthropoden: wir werden testen, ob sich die historische Habitatkonfiguration auf den aktuellen Artenreichtum auswirkt und dabei wichtiger als die aktuelle Konfiguration ist, wenn es starke Veränderungen der Grünlandfläche gegeben hat (Zu-/ Abnahme). Des Weiteren werden wir spezifischere Analysen von EP mit neu entstandenem Grünland (z.B. in Hainich-Dün) sowie mit Grünlandfragmentierung durchführen und bei Letzterem auch Aussterbeschuld untersuchen.
    3. Modellierung der Auswirkungen früherer Landnutzung und historischer Habitatkonfiguration auf die Trait-Zusammensetzung von Artengemeinschaften: unter diesem Objective werden wir historische Effekte auf die multivariate Trait-Zusammensetzung, die Anteile bestimmter Artengruppen (z.B. Habitatspezialisten) und Trait-Mittelwerte der Gemeinschaften modellieren.
    4. Quantitative Modellierung der Interaktionen zwischen Traits und früherer Landnutzung und historischer Habitatkonfiguration: hierfür werden wir einen neuen Modellierungsansatz verwenden, der auf Verallgemeinerten Linearen Gemischten Modellen basiert, um zu quantifizieren, wie stark bestimmte Traits die Zusammenhänge zwischen dem Vorkommen von Arten und früherer Landnutzung sowie historischer Konfiguration modifizieren.
  • Finanzierung

    Das Projekt wird von der DFG für eine Laufzeit von drei Jahre finanziert.

  • Partner

    Wissenschaftliche Bearbeitung durch:

  • Publikationen

    Zur Zeit liegen noch keine Publikationen vor.