Fachbereich 8 - Geschichte/Philosophie


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‚Aufklärung’ ist ein weites Feld. Der Begriff bezeichnet üblicherweise eine Epoche der Ideen- und Wissensgeschichte, so etwa von der zweiten Hälfte des 17. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, geprägt durch die Vorstellung, daß die Welt auf der Basis der Vernunft besser gemacht werden kann und deshalb auch Traditionen kritisch geprüft und gegebenenfalls verworfen werden müssen. Manche meinen, schon diese allgemeine Vorstellung sei zu eng, weil die Aufklärung noch gar nicht vorbei und eine bis heute bestehende Herausforderung sei. Daran wird deutlich, welche Bedeutung der Aufklärung für das Selbstverständnis der modernen Welt zugeschrieben wird – was nicht unbedingt heißt, daß ‚die‘ Aufklärung diesem Selbstverständnis tatsächlich entsprochen hat. Ein ganz großes Thema also. Im Proseminar gehen wir das historisch an und schauen genauer hin, wie denn ‚Aufklärung’ im 18. Jahrhundert konkret praktiziert worden ist. Das hat dann auch nicht nur mit Ideengeschichte zu tun, sondern auch sehr viel mit Gesellschaft, Bildungswesen, Kommunikation, Moral, Politik. Insofern dadurch unterschiedliche Zusammenhänge und Quellen zur Sprache kommen können, eignet sich das Thema in besonderer Weise für eine Einführung.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026

Von ‚Vaterlandsliebe‘ und ‚Patriotismus‘ war viel die Rede im 18. Jahrhundert. Die Themen bewegten freilich noch keine Massen, aber sie bewegten die bürgerliche Gesellschaft und ihre Öffentlichkeit, die beide in dieser Zeit überhaupt erst Kontur annahmen. Und die Debatten und Vorstellungen entwickelten sich vielschichtig, hin und her gerissen zwischen Vernunft und Leidenschaft, zwischen Philosophie, Geschichte und Religion, zwischen Fürstenherrschaft und Reichsidee, zwischen Fremdenhaß und Weltbürgertum, zwischen politischen Traktaten, historischen Dramen und enthusiastischen Gedichten, angefeuert maßgeblich durch den Siebenjährigen Krieg. Den Begriff des ‚Nationalismus‘ kannte das 18. Jahrhundert noch nicht, aber unausweichlich wird in der Forschung immer wieder nach den Wurzeln des Nationalismus, ja nach den ‚dunklen Seiten‘ der Aufklärung gefragt. Im Seminar schauen wir uns die Texte einfach selbst an. Und man wird ihnen am nächsten kommen, wenn man sich ihrer sozialen, kulturellen und politischen Kontexte bewußt bleibt. Schreiber und Leser der bürgerlichen Welt arbeiteten an ihrem Weltbild.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026

Taufe, Hochzeit, Bestattung – daß die großen Stationen des Lebens mit Gottesdiensten begangen und markiert werden, hat eine lange Tradition. Aber erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde es üblich, aus diesem Anlaß Texte, vor allem die Predigt, zu drucken und zu verteilen, eine Sitte, die sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wieder zu verlieren begann. Wir haben es also mit einem typisch frühneuzeitlichen Texttyp zu tun. Die größe Verbreitung fanden Leichenpredigten, die seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts als historische Quellen gewürdigt und ausgewertet werden und inzwischen in wachsender Zahl digital verfügbar sind. Die Leichenpredigten waren mitunter ziemlich umfangreich und enthielten nicht nur die Predigt, sondern beispielsweise auch biographische Skizzen. So fällt Licht auf viele Menschen, über die man sonst nichts erfahren würde, freilich nur Mitglieder der höheren Schichten, die sich so etwas leisten konnten. In der Übung sollen solche Texte gelesen und auf ihren Quellenwert für sozial- und kulturgeschichtliche Probleme hin befragt werden. Wenn uns die Texte zu sehr die Stimmung trüben, können wir auch einmal eine Hochzeitspredigt lesen. So oder so müssen Sie allerdings damit klarkommen, daß die Drucke, wie damals üblich, in Frakturschrift gesetzt worden sind.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026

Dass die Reformation und die Herausbildung unterschiedlicher Konfessionen ein großes Konfliktpotential barg ist hinlänglich bekannt. In den letzten 25 Jahren hat sich die Forschung aber auch verstärkt Phänomen der alltäglichen Koexistenz gewidmet. Weniger gut erforscht sind die nicht-konfessionellen, ‚christlichen‘ Normen und Werte, die auch in der Periode der konfessionellen Zersplitterung das Zusammenleben und die Interaktionen zwischen Christ:innen unterschiedlicher Bekenntnisse erleichterten. Ziel des Masterseminars ist es, diese zunächst gegensätzlichen Befunde der konfessionellen Gegensätze und der dennoch oft unproblematischen Koexistenz zu untersuchen und zu fragen, wie wir als Historiker*innen die verbindlichen aber oft impliziten universellen Handlungsnormen identifizieren und analysieren können.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026

Die Vorlesung vermittelt einerseits einen Überblick über zentrale Forschungsfelder und Untersuchungsgegenstände der Kultur- und Sozialanthropologie. Reflektiert wird dabei auch der begriffliche und konzeptuelle Wandel der Untersuchungsgegenstände im wissenschaftshistorischen Verlauf in den Themenfeldern Familie und Verwandtschaft, materielle Kultur, das Haus, Museum und Medien. Andererseits vermittelt die Vorlesung Einblicke in den Prozess der wissenschaftshistorischen Herausbildung von Forschungsfeldern auf Grundlage der ethnografischen Methode, gewandelter Definitionen des Forschungsgegenstandes der Ethnologie und der Formulierung und Re-Formulierung von Forschungsproblemen.

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Semester: ST 2026
Semester: Term-independent

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Semester: Term-independent
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