

Johannes Müller-Salo:
Digitaler Zugang zu kulturellen Gütern. Eine befähigungstheoretische Perspektive
forthcoming
ISBN: 978-3-69012-021-0
ISBN of the print edition: 978-3-69012-521-5
DOI: 10.17879/38818752359
URN: urn:nbn:de:hbz:6-38818753643
ISSN: 3054-4092
Abstract (English)
The paper develops a capabilitarian perspective on digital access to cultural goods and contains two strands of argument. In a first step, I sketch how a capability-oriented theory of justice can integrate the claim that individuals are entitled to access cultural goods into its normative framework. Following Martha Nussbaum, the author conceptualizes claims of justice as being focused on those human capabilities that enable human beings to lead a flourishing life. If the development of some of such capabilities depends upon access to cultural goods, then the provision of these goods falls within the scope of society’s duties of justice. In a second step, I apply the sketched framework to the digital sphere. Here, the strength of the capability approach becomes evident as it enables a systematic integration of individual and institutional perspectives: Fair access to cultural goods is secured where individual competences meet enabling institutional offers in the digital sphere.
Abstract (German)
Der Beitrag entwickelt eine befähigungstheoretische Sicht auf den digitalen Zugang zu kulturellen Gütern. Die Argumentation ist in zwei Stränge unterteilt. Zunächst wird eine gerechtigkeitstheoretische Antwort auf die Frage entwickelt, warum Menschen einen Anspruch auf Zugang zu kulturellen Gütern besitzen. Dabei geht der Autor im Anschluss an Martha Nussbaum davon aus, dass Gerechtigkeit in der Sicherung der für die Möglichkeit eines gelingenden Lebens notwendigen menschlichen Befähigungen besteht. Wenn die Entwicklung relevanter Befähigungen vom Zugang zu kulturellen Gütern abhängt, fällt die Bereitstellung dieser Güter in den Bereich gesellschaftlicher Gerechtigkeitspflichten. In einem zweiten Abschnitt wird die gewonnene theoretische Systematik auf den digitalen Raum übertragen. Dabei zeigt sich, dass die Stärke des Befähigungsansatzes darin besteht, individuelle digitale Fähigkeiten und institutionelle digitale Zugangsstrukturen systematisch zusammenzudenken.