Access Points #15
© Abbildung: gemeinfrei (Thomas Philipps: George Gordon Byron, 6th Baron Byron, Poet, 1813)
  • Abstract (English)

    The term ‘cultural appropriation’ describes a broad class of circumstances in which someone uses or co-opts elements of the culture of a group they do not belong to in supposedly objectionable ways. This essay provides a philosophical and legal analysis of the underlying normative assumptions of such allegations. It concludes that the idea of ‘cultural appropriation’ is inconsistent, misleading and useless as a tool for criticism. It then outlines which behaviours and institutions targeted by the misleading accusation of ‘cultural appropriation’ are actually problematic and identifies their wrong-making features. Ultimately, the argument is that it is the flawed premises of the discourse on ‘cultural appropriation’ that prevent an adequate analysis of the potentially harmful features of co-opting elements of other people’s cultures, hindering a discussion that can confront them politically in a meaningful and sustainable way.

  • Abstract (German)

    Der Begriff ‚kulturelle Aneignung‘ beschreibt eine breite Palette von Situationen, in denen jemand Elemente oder Ausdrucksformen der Kultur einer Gruppe, der er nicht angehört, auf vermeintlich verwerfliche Weise verwendet oder sich zu eigen macht. Dieser Essay bietet eine philosophische und juristische Analyse der solchen Vorwürfen zugrunde liegenden normativen Vorstellungen. Er zeigt, inwiefern die Idee einer ‚kulturellen Aneignung‘ auf Fehlannahmen gründet, in sich widersprüchlich und als Instrument der Kritik unbrauchbar ist. Anschließend wird erläutert, welche Verhaltensweisen und Institutionen, die unter der irreführenden Begrifflichkeit ‚kultureller Aneignung‘ kritisiert werden, tatsächlich problematisch sein können, und was an der Übernahme oder Imitation bestimmter kultureller Ausdrucksformen unter Umständen falsch oder verletzend sein kann. Gerade die fehlerhaften Prämissen des Diskurses über kulturelle Aneignung verhindern eine angemessene Analyse der potenziell schädlichen Formen der Verwendung von Elementen fremder Kulturen und stehen damit einer Diskussion im Weg, mit der solchen Praktiken auf begründete und nachhaltige Weise politisch begegnet werden könnte.