Kolleg-Forschungsgruppe
„Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“

Der digitale Wandel hat Möglichkeiten und Bedingungen des Zugangs zu kulturellen Gütern – d. h. zu Werken der Kunst, aber auch zu den Beständen von Archiven, Sammlungen und Museen und zu solchen „Gegenständen“ wie den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung – grundlegend verändert und wird auch künftig neue Formen und Praxen der Produktion, Reproduktion und Rezeption solcher Güter bedingen.

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Kolleg-Forschungsgruppe Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel (KFG 33) erforscht – insbesondere am Beispiel von Kunst – sowohl die neuartigen Formen des Zugangs zu kulturellen Gütern als auch die neuen Formen der Zugangsbeschränkung und Zugangskontrolle, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden. Sie trägt dabei auch dem Umstand Rechnung, dass der digitale Wandel die Produktion und Rezeption vieler kultureller Güter an techno­logische Voraussetzungen bindet, die sich als Zugangsbedingungen zweiter Ordnung charakterisieren lassen.

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© Lioba Keller-Drescher

Sechste Summer School Museologie: Materialitäten kuratieren

Eine Woche forschen und vermitteln, lernen und leben (mitten) im Museum: Vom 27. Juli bis 1. August 2026 veranstalten die Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ und das Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Münster gemeinsam mit dem LWL-Freilichtmuseum Detmold – Westfälisches Landesmuseum für Alltagskultur – einen einwöchigen Praxiskurs zu aktuellen Themen und Aufgaben von Museen. Unter dem Titel „Materialitäten kuratieren“ erhalten die Teilnehmer:innen vertiefende Einblicke in das Museum als Praxisfeld, als Forschungsort, als Sammlungs- und Vermittlungsinstitution und vieles mehr. Die Leitung haben Prof. Dr. Lioba Keller-Drescher (Münster), Professorin für Europäische Ethnologie und In-House Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe sowie die Internationale Gastkuratorin Hon.Prof. Dr. Birgit Johler (Graz/Wien), Kuratorin im Volkskundemuseum Graz – Universalmuseum Joanneum – und Senior Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe. Teilnehmen können Masterstudierende der Kulturanthropologie, der Geschichts­­wissenschaft, der Kunstgeschichte und anderer Studiengänge des Fachbereichs 8 (Geschichte/Philosophie) der Universität Münster. Das Angebot richtet sich zusätzlich an Masterstudierende museumsaffiner Fächer und ggf. interessierte Promovierende anderer Universitäten. Anmeldeschluss ist der 1. April 2026. 

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© Stefan Klatt

Tagung: „Kulturelle Teilhabe im digitalen Wandel – Ethik, Ästhetik und Praxis des Zugangs zu kulturellen Gütern von Menschen mit Behinderungen“

Wie verändert die Digitalisierung die kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen? Eröffnet sie neue Zugänge, Ausdrucksformen und Räume der Selbstbestimmung – oder entstehen neue Barrieren, Normierungen und Ausschlüsse? Die Tagung „Kulturelle Teilhabe im digitalen Wandel – Ethik, Ästhetik und Praxis des Zugangs zu kulturellen Gütern von Menschen mit Behinderungen“ widmete sich vom 18. bis 20. März 2026 diesen Fragen aus ethischer, ästhetischer, und praktischer Perspektive. Sie brachte wissenschaftliche, künstlerische und aktivistische Wissensformen miteinander ins Gespräch und schuf Raum für Dialog, Reflexion und gemeinsame Praxis. Das Programm umfasste Vorträge, künstlerische Beiträge und partizipative Formate zu Themen wie Universellem Design, inklusiver Gestaltung, ethischen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie medien- und technologiebezogenen Perspektiven. Die Veranstaltung richtete sich an Forschende, Studierende, Kulturschaffende, Menschen mit Behinderungen, Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie an eine interessierte Öffentlichkeit.
 

| Podcasts
© Stefan Klatt

Podcast: „Digitalgespräch“ mit Prof. Dr. Reinold Schmücker

Im Podcast „Digitalgespräch“ des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) der Technischen Universität Darmstadt ist Prof. Dr. Reinold Schmücker, Sprecher der Kolleg-Forschungsgruppe, zu Gast. Er spricht über digitalen Zugang zu Kulturgütern. Wertvolle Kunstwerke und historische Urkunden mögen gut behütet an besonderen Orten aufbewahrt werden, zu denen die Allgemeinheit nur unter bestimmten Bedingungen – oder gar nicht! – Zugang hat: Wenn digitale Abbildungen das erfassen, was uns an einem interessanten Objekten wesentlich erscheint, genügt uns in vielen Fällen der Blick auf diese Kopie. Und der, das ist die Erwartung in demokratischen Gesellschaften, sollte möglichst wenig verstellt sein. Open Access ist das Stichwort. Zudem schaffen digitale Aufbereitungen über die bloße Abbildung hinaus ganz neue Möglichkeiten des Zugangs, durch die sogar Barrieren in der Rezeption abgebaut werden könnten. Zur Realität der Digitalität gehören aber auch Software, Hardware und Lizenzverträge – die historischen Entwicklungen und Verfallsprozessen unterworfen sind, und Macht legen in die Hände privater, globaler, und nach eigenen Regeln handelnder Unternehmen. Was bedeutet das für ein zeitgemäßes Verantwortungsbewusstsein im Kunst- und Kulturbetrieb?

 

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© Foto: gemeinfrei

Access Points #10 erschienen: „Verharren im Besitz“

Band 10 der Publikationsreihe Access Points, „Verharren im Besitz. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Restitutionsfrage der 1970er Jahre“ ist erschienen. Ausgehend von aktuellen Debatten um die Dekolonisierung musealer Institutionen und ihrer Sammlungen widmet sich die Arbeit von Jolanda Saal der bundesdeutschen Vorgeschichte unserer Gegenwart. Am Beispiel der Stiftung Preußischer Kulturbesitz werden Entscheidungs­prozesse, Netzwerke und kulturpolitische Entwicklungen nachvollzogen, die in den 1970er und frühen 1980er Jahren den Umgang mit internationalen Restitutions­forderungen prägten. Dabei stellt sich die Frage, ob sich hinter der offiziellen Ablehnung eine systematische Blockadehaltung verbarg. 

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© Anna Sokolova

Tagung: „Digital Curating: Ethics of Access and Sustainability“

Die internationale Tagung „Digital Curating: Ethics of Access and Sustainability“ (Digitales Kuratieren: Ethik des Zugangs und Fragen der Nachhaltigkeit) widmete sich vom 4. bis 6. März 2026 den Veränderungen kuratorischer Praktiken im Zuge der digitalen Transformation und den daraus entstehenden ethischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Expertinnen und Experten aus Museen, Universitäten und kulturellen Institutionen diskutierten, wie digitale Technologien den Zugang zu kulturellem Erbe erweitern, bestehende Hierarchien hinterfragen und neue Formen partizipativer Wissensproduktion ermöglichen. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Authentizität, Repräsentation und Verantwortung im Umgang mit digitalen Artefakten, Reproduktionen und virtuellen Räumen. Ebenso wurden die Möglichkeiten und Risiken von Künstlicher Intelligenz für kuratorische Prozesse sowie die ökologischen Auswirkungen digitaler Infrastrukturen thematisiert. Ziel der Tagung war es, Perspektiven auf eine nachhaltige und gerechte Gestaltung kulturellen Zugangs im digitalen Zeitalter zu eröffnen sowie die ästhetischen, ethischen und ökologischen Dimensionen einer global vernetzten Kulturpraxis zusammenzuführen.

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© KFG 33

Fotowettbewerb: KFG-Beitrag im DFG-Kalender

Die Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ ist einer der zwölf Sieger des DFG-Fotowettbewerbs und mit dem März-Bild im DFG-Fotokalender 2026 vertreten. Gezeigt werden Postkarten von Kasper König. Kasper König war Mitbegründer der Skulptur Projekte Münster und Direktor des Museum Ludwig in Köln. Über Jahrzehnte verschickte er etliche collagierte Postkarten voller Witz und mit klar erkennbarem Duktus an Künstler:innen, Kolleg:innen und Weggefährt:innen. Als Zeugnisse der Netzwerke, auf denen kuratorische Praktiken beruhen, verweisen die Karten auf biografische Spuren, deuten Beziehungen und persönliche wie professionelle Konstellationen an. Für die Ausstellung „Zugänge zu kuratorischen Netzwerken“ der Kolleg-Forschungsgruppe haben Studierende erstmals Postkartensammlungen mehrerer Kontakte Königs zusammengetragen und so das informelle Kommunikationssystem freigelegt. 

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Abbildung KI-generiert
Abbildung KI-generiert

Wikipedia Edit-a-thon – Workshop in Kooperation mit dem ZKM Karlsruhe

Vom 27. Februar bis 1. März 2026 fand der Workshop „Wikipedia Edit-a-thon – Medienkunst sichtbar machen“ am ZKM Karlsruhe statt. Die Veranstaltung war eine Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im Digitalen Wandel“, des Zentrums für Kunst und Medien | ZKM Karlsruhe und Wikimedia Deutschland. Wer entscheidet darüber, welche Künstler:innen gesehen werden – und welche kaum Beachtung finden? Soziale Medien spielen dabei eine Rolle, doch die wichtigste und verlässlichste Informationsquelle im Internet ist weiterhin Wikipedia. Hier entsteht Wissen, das weltweit gelesen und genutzt wird. Beim zweiten Edit-a-thon am ZKM Karlsruhe konnten Studierende selbst mitgestalten und dabei helfen, Medienkünstler:innen online mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.

| Fellows
© Universität Münster | Stefan Klatt

Neu am Kolleg: Atsuki Morishima

Am 21. Februar 2026 begrüßte die Kolleg-Forschungsgruppe Atsuki Morishima als neuen Junior Fellow. Er forscht im Fach Philosophie an der Graduate School of Humanities der Universität Osaka (Japan) mit den Schwerpunkten Rechtsphilosophie und Politische Philosophie. In seiner Forschung beschäftigt er sich insbesondere mit der Legitimität von Normen und der Öffentlichkeit. Sein besonderes Interesse gilt den weiteren Veränderungen der Öffentlichkeit durch die Digitalisierung und deren Bedeutung für die Legitimität von Normen.

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© Kunsthalle Osnabrück/Universität Osnabrück | Angela von Brill

Keynote beim Thementag „Stille Monumente. Sprechende Geister“ in der Kunsthalle Osnabrück

Im Rahmen des Thementags „Stille Monumente. Sprechende Geister“ an der Kunsthalle Osnabrück hielt Prof. Dr. Ursula Frohne, Ko-Sprecherin der Kolleg-Forschungsgruppe, die Keynote mit dem Titel „Stille Monumente, neue Stimmen: Kunst im öffentlichen Raum zwischen Erinnerung, Archiv und Zukunft“. Der Vortrag untersuchte zeitgenössische künstlerische Strategien im öffentlichen Raum, die tradierte Monumentalität hinterfragen und neue Formen der Erinnerungsarbeit entwickeln. Im Zentrum standen künstlerische Positionen, die Denkmäler nicht als abgeschlossene historische Setzungen begreifen, sondern als dynamische, prozessuale Gefüge zwischen Archiv, Gegenwart und Zukunft. Dabei wurde deutlich, wie „stille“ Monumente durch performative, mediale oder partizipative Interventionen neue Stimmen gewinnen können – insbesondere im Spannungsfeld von Erinnerungspolitik, Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Aushandlung. Darüber hinaus wurde reflektiert, wie sich durch digitale Archive, vernetzte Bildpraktiken und hybride Öffentlichkeiten die Bedingungen von Zugang, Rezeption und kultureller Teilhabe verschieben. Kunst im öffentlichen Raum erscheint so als ein Feld, in dem sich analoge Erinnerungskulturen und digitale Wissenszirkulation zunehmend verschränken.

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© gemeinfrei

Access Points #3 erschienen: „Abbildungen in der Kunstwissenschaft. Eine kleine Rechtsfibel““

Band 3 der Publikationsreihe Access Points, „Abbildungen in der Kunstwissenschaft. Eine kleine Rechtsfibel“, ist erschienen. Diese Rechtsfibel von Paul Klimpel zur Nutzung von Abbildungen in der Kunstwissenschaft reagiert auf ein verbreitetes Dilemma: Bilder sind für die Kunstgeschichte unerlässlich, doch die Unsicherheit über Bildrechte und Lizenzen behindert die Publikation. Die Fibel zeigt, dass meist Abbildungen legal ohne kostenpflichtige Lizenzen genutzt werden können, und beleuchtet die urheberrechtlichen Rahmenbedingungen.

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© KFG 33

Access Points #8 erschienen: „Nutzen und erfreuen“

Band 8 der Publikationsreihe Access Points, „Nutzen und erfreuen. Vereinfachte Gegenwartsliteratur im Spannungsfeld zwischen kultureller Teilhabe und Urheberschutz“, ist erschienen. Darin befasst sich Thomas Kater mit dem Zugang zu Gegenwartsliteratur für Menschen mit Leseschwierigkeiten. Diesen bleibt die deutsche Gegenwartsliteratur oft weitgehend unzugänglich. Dieser Zugangsproblematik liegt ein Zugangskonflikt zugrunde: Eine Spannung zwischen dem Menschenrecht auf kulturelle Teilhabe von Menschen mit Leseschwierigkeiten und den Urheberrechten von Autoren. Aus zugangsethischer Perspektive werden zwei mögliche Lösungen dieses Zugangskonflikts diskutiert.

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Abbildung KI-generiert

Tagung: „Strukturwandel des Publikums? Konsequenzen des digitalen Wandels für den Zugang zum Theater“

Im Zentrum der Tagung „Strukturwandel des Publikums? Konsequenzen des digitalen Wandels für den Zugang zum Theater“ vom 5. bis 7. Februar 2026 stand die Auseinandersetzung mit dem Wandel des Theaters in der Gegenwart. Zuschauer:innen und Akteur:innen teilen nicht mehr in allen Fällen denselben physischen Raum; die unmittelbare Ko-Präsenz wird durch digitale Formate verändert. Theater-Streamings, hybride Aufführungen, immersive Räume oder interaktive Vorstellungen modifizieren das Verhältnis von Bühne und Publikum und werfen auch die Frage auf, wer Theater macht – und für wen. Wie verändert der digitale Wandel die Zugangsbedingungen zum Theater, sowohl hinsichtlich neuer Möglichkeiten der Teilhabe als auch hinsichtlich potenzieller Herausforderungen? Wie verändern sich Ästhetik und soziale Funktionen des Theaters und welche Konsequenzen hat das für das Verhältnis zwischen Bühne und Publikum? Stellt das Theater noch eine eigenständige Kunstform neben Film und Gaming dar?

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© Stefan Klatt

Fellow-Lecture: „Ethical and Responsible Use of AI in Research and Information Science“

Am 26. Januar 2026 hielt Prof. Dr. Nosheen Fatima Warraich (Lahore/Pakistan) ihre Fellow-Lecture zum Thema „Ethical and Responsible Use of AI in Research and Information Science“ („Ethischer und verantwortungsvoller Einsatz von KI in Forschung und Informationswissenschaft”). Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art und Weise, wie wir forschen, Daten verwalten und Wissen teilen. Ihr Potenzial zur Steigerung von Effizienz und Innovation ist offensichtlich, doch wirft sie auch wichtige ethische Fragen auf, mit denen sich Forscher und Informationsfachleute sorgfältig auseinandersetzen müssen. Der Vortrag diskutierte, wie KI-Tools die Datenerfassung, -organisation, -ermittlung und -entscheidung beeinflussen und welche Risiken sie mit sich bringen – wie Voreingenommenheit, Fehlinformationen, Datenschutzbedenken und den Verlust des menschlichen Urteilsvermögens. Anhand von Beispielen aus der Praxis lernten die Teilnehmenden, wie sie diese ethischen Herausforderungen erkennen und angehen können, während sie gleichzeitig die Möglichkeiten der KI optimal nutzen.

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© Universität Münster | Stefan Klatt

Video: Vortrag „Mastering the Art of Systematic Literature Review“

Am 22. Januar 2026 hielt Prof. Dr. Nosheen Fatima Warraich, Senior Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe und Professorin am Institut für Informationsmanagement der University of the Punjab in Lahore (Pakistan), einen Vortrag für Studierende zum Thema „Mastering the Art of Systematic Literature Review – Techniques, Tools, and Best Practices“ in der Universitätsbibliothek der FernUniversität Hagen. Der Vortrag ist als Video abrufbar.