© Elisa Wessels

Kontakt

Elisa Wessels M.A.

Westfälische Wilhelms-Universität
Germanistisches Institut
Abteilung für Sprachwissenschaft
Stein-Haus, Schlossplatz 34
48143 Münster

Raum: SH 146
Telefon: (0 251) 83 24657
E-Mail: elisa.wessels@uni-muenster.de

  • Sprechstunde

    In der vorlesungsfreien Zeit:

    Dienstag, 4. Februar 2020, 15 – 16 Uhr

    Mittwoch, 12. Februar 2020, 14 – 15 Uhr

    Mittwoch, 18. März 2020, 10 – 11 Uhr

    Bitte melden Sie sich über E-Mail an.

  • Forschungsinteressen

    • Forschungsdisziplinen
      • Ethnographische Gesprächsanalyse und Interaktionale (Sozio-) Linguistik
      • Linguistische Anthropologie
      • Jugendsprachforschung
    • Arbeitsschwerpunkte
      •          Fremdwiederholungen und Resonanzherstellung in der Face-to-Face Interaktion

      • Reflexivität kommunikativer Praktiken
      • Gedanken- und Redewiedergaben in der Alltagsinteraktion
  • Promotionsprojekte

    Fremdwiederholungen – Formen, Funktionen und Gebrauchsweisen in der Alltagsinteraktion von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

    Untersuchungsgegenstand der Dissertation sind Fremdwiederholungen, die im Gegensatz zu Selbstwiederholungen als Wiederholungen einer Äußerung eines ersten Sprechers durch einen zweiten Sprecher zu definieren sind (vgl. Tannen 2007: 63; 1987). Diese sind nicht nur auf lexikalische Wiederholungen beschränkt, sondern können auch syntaktische und prosodische Einheiten betreffen. Konversations- und diskursanalytische Studien haben Fremdwiederholungen bereits aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick genommen (vgl. u.a. Stivers 2005; Sorjonen 1996; Wells 2010; Brown 1998; Keenan-Ochs 1977; Wong 2000), wobei Studien, die Fremdwiederholungen als eine Praktik zur Initiierung und Durchführung von Reparaturen beschreiben, besonders prominent sind (vgl. Schegloff 1996; Selting 1987; Jefferson 1974, 1983).

    In authentischer Alltagsinteraktion von insgesamt 12 Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ihren FreundInnen, Geschwistern und PartnerInnen, die mit einem Umfang von 34 Stunden die Datengrundlage des Dissertationsprojekts darstellt, fällt auf, dass Fremdwiederholungen nicht nur der bloßen Diskurssteuerung, sondern insbesondere auch der Aushandlung von sozialen und intersubjektiven Bedeutungsgrößen, wie etwa Beziehung, Status, Hierarchie und Identität dienen. Die Untersuchung folgt dieser Beobachtung, mit dem Ziel verfestigte Gebrauchsweisen in der Alltagsinteraktion von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu rekonstruieren. Zentrale Forschungsfragen sind, welche Wiederholungsmuster sich klassifizieren lassen, wozu sie verwendet werden und in welchen Kontexten sowie zur Herstellung welcher sozialen Bedeutung sie gebraucht werden. Die Eigenschaft, dass Fremdwiederholungen aufgrund ihrer sequenziellen Position immer in Relation zu einer Erstäußerung produziert und rezipiert werden als auch die Herstellung von Resonanzphänomenen (vgl. Du Bois 2014: 359, Zima / Brône 2011: 258), die durch die Wiederholung einer Äußerung im Spektrum von „perfect copy“ einerseits und „mere copy“ (Couper-Kuhlen 1996: 368) andererseits entstehen, werden dabei als konstitutiv verstanden. Die Analyse folgt den methodischen und theoretischen Prämissen der Gesprächsanalyse (vgl. Deppermann 2000, 2008) und versteht sich als ein materialgestütztes Untersuchungsverfahren, das an der Schnittstelle von ethnographischer Gesprächsanalyse, Interaktionalen Soziolinguistik und Linguistischen Anthropologie einzuordnen ist.

    Der verstehende und interaktional-linguistische Ansatz verspricht fundierte Ergebnisse sowohl zu den Formen, Funktionen und Strukturen von Wiederholungen in der Face-to-Face Interaktion als auch zu deren Einsatzweisen in der sozialen Alltagsinteraktion von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Dissertationsprojekt ist damit nicht nur für die interaktionale Linguistik von Bedeutung, sondern auch für eine Jugendsprachforschung, die die kommunikative Alltagswelt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus einer interaktional-soziolinguistischen Perspektive untersucht.

     

    Schlüsselbegriffe: Fremdwiederholungen, Resonanz, soziale Interaktion, Jugendliche und junge Erwachsene, Gesprächsanalyse, Interaktionale (Sozio-) Linguistik

     

    Literatur

    Brown, Penelope (1998): Conversational Structure and Language Acquisition. The Role of Repetition in Tzeltal Adult and Child Speech. Journal of Linguistic Anthropology 8, 197–221.

    Deppermann, Arnulf (2000): Ethnographische Gesprächsanalyse: Zu Nutzen und Notwendigkeit von Ethnographie für die Konversationsanalyse. Gesprächsforschung – Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion 1, 96–124.

    Deppermann, Arnulf (2008): Gespräche analysieren. Eine Einführung. 4. Auflage. Wiesbaden: Springer.

    Du Bois, John (2014): Towards a Dialogic Syntax. In: Giora, Rachel / John Du Bois (Eds.): Dialogic Resonance: Activating Affinities across Utterances. (Special Issue) Cognitive Linguistics 25/3, 359–410.

    Keenan-Ochs, Elinor (1977): Making it last. Repetition in Children’s Discourse. In: Ervin-Trip, Susan / Claudia Mitchell-Kernan (Eds.): Child Discourse. New York: Academic Press, 125–138.

    Jefferson, Gail (1974): Error correction as an interactional resource. Language in Society 2, 181–199.

    Jefferson, Gail (1983): On exposed and embedded correction in conversation. Studium Linguistik 14, 58–68.

    Schegloff, Emanuel A. (1996): Practices and Actions: Boundary Cases of Other-Initiated-Repair. Discourse Processes 23, 499–545.

    Selting, Margret (1987): Fremdkorrekturen als Manifestationsformen von Verständigungsproblemen. Zeitschrift für Sprachwissenschaft 6, 37–58.

    Sorjonen, Marja Leena (1996): Repeats and Responses in Finnish Conversation. In: Ochs, Elinore / Emanuel A. Schegloff / Sandra A. Thompson (Eds.): Interaction and Grammar. Cambridge: University Press, 277–327.

    Stivers, Tanya (2005): Modified Repeats: One Method for Asserting Primary Rights from Second Position. Research on Language and Social Interaction 38(2), 131–158.

    Tannen, Deborah (1987): Repetition in Conversation as spontaneous Formulaicity. Text & Talk 7, 215–243.

    Tannen, Deborah (2007): Talking Voices. Repetition, Dialogue and Imagery in Conversational Discourse. 2. Edition. Cambridge: University Press.

    Wells, Bill (2010): Tonal Repetition and tonal Contrast in English Carer-Child Interaction. In: Barth-Weingarten, Dagmar / Elisabeth Reber / Margret Selting (Eds.): Prosody in Interaction. Amsterdam/Philadelphia: Benjamins, 243–262.

    Wong, Jean (2000): Repetition in Conversation. A Look at 'First and Second Sayings'. Research on Language and Social Interaction 33/4, 407–424.

    Zima, Elisabeth / Gert Brône (2011): Ad-hoc-Konstruktionen in der Interaktion: Eine korpusbasierte Studie dialogischer Resonanzerzeugung. In: Lasch, Alexander/ Alexander Ziem (Hrsg.): Konstruktionsgrammatik III: Aktuelle Fragen und Lösungsansätze. Tübingen: Stauffenburg, 255–273.

  • Vorträge

    • Stimmliche Ressourcen zur Kontextualisierung des Nachäffens. 44. Österreichische Linguistentagung (ÖLT 2018). Sektion: Stimme und Interaktion. Universität Innsbruck, 27.10.2018.
    • Formen und Funktionen von so-Quotativen unter Jugendlichen. 10. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprache (DGfS 10). Sektion: Rede- und Gedankenwiedergabe in narrativen Strukturen. Universität Stuttgart, 09.03.2018.
    • Allorepetitionen in der Alltagskommunikation von Jugendlichen. Vortrag im Kolloquium „Sprache und Interaktion“ von Peter Auer, Susanne Günthner, Helga Kotthoff, Karin Birkner, Wolfgang Imo. Universität Freiburg, 15.02.2018.
    • Doing Repetiton – Formen und Funktionen allorepetiver Praktiken unter Jugendlichen. Gastvortrag im Forschungskolloquium von Vivien Heller, Universität Wuppertal, 10.01.2018.
    • Zum Umgang mit (Un)Höflichkeit in generationeller Perspektive (zus. mit Neuland/Könning). Internationale Fachkonferenz „Sprachliche Höflichkeit: Historische, aktuelle und künftige Perspektiven“, Universität Wuppertal, 03.10.2016.
    • 'Höflich? Respekt!' Jugendtypische Umgangsformen mit sprachlicher Höflichkeit (zus. mit Neuland). 8. Internationalen Konferenz zur Jugendsprache, Universität Graz, 31.10.2016.
  • Publikationen

    • Wessels, Elisa (2020): Gedankenwiedergaben mit „PERS+denk-Aff+so+x / denk-Aff+PERS+so+x“ in Alltagserzählungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen – Eine erste Form und Funktionsbestimmung. In: Engelberg, Stefan et al. (Hgg.): Rede- und Gedankenwiedergabe in narrativen Strukturen - Ambiguitäten und Varianz. Hamburg: Buske.
    • Wessels, Elisa (zus. mit Neuland/Könning) (2018) (Hrsg.): Jugendliche im Gespräch: Anwendungsfelder aus der Werkstatt der empirischen Sprachforschung. Frankfurt am Main: Lang.
    • Wessels, Elisa (zus. mit Neuland/Könning) (2018): Gebrauchs- und Verständnisweisen sprachlicher Höflichkeit von Jugendlichen. Korrespondenzanalysen von Fragebogen- und Spontandaten am Beispiel von Komplimentieren/Loben. In: Neuland/Könning/Wessels (Hrsg.): Jugendliche im Gespräch: Anwendungsfelder aus der Werkstatt der empirischen Sprachforschung. Frankfurt am Main: Lang, 15–38.
    • Wessels, Elisa (zus. mit Neuland/Könning) (2017): Zum Umgang mit (Un)Höflichkeit in generationeller Perspektive. In: Ehrhardt/Neuland (Hrsg.): Sprachliche Höflichkeit. Historische, aktuelle und künftige Perspektiven. Tübingen: Narr.
    • Wessels, Elisa (2016): Von ‚Narrativer Identität‘ zur Positionierung in der Interaktion. Selbst- und Fremdpositionierungen durch Redeinszenierung im narrativen Interview mit demenzkranken Menschen. In: StudSpIn – Studentische Arbeitspapierreihe Sprache und Interaktion 24, Universität Münster.
    • Wessels, Elisa (zus. mit Mense/Hübner): Tagungsbericht zu Konstruktionen im Spannungsfeld von sequenziellen Mustern, Gattungen und Textsorten zur internationalen Tagung vom 15–16 November 2012 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In: Gesprächsforschung – Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion 14, 94–100.
  • Tagungsorganisation

    • Reflexivität kommunikativer Praktiken. Neue Perspektiven auf Metakommunikation. Linguistisches Symposium zus. ausgerichtet mit Busch/Droste, Universität Hamburg, 29–30.08.2019.
    • Jugendliche im Gespräch: Forschungskonzepte, Methoden und Anwendungsfelder aus der Werkstatt der empirischen Sprachforschung. DFG-Projektworkshop zus. ausgerichtet mit Neuland/Könning, Bergische Universität Wuppertal, 5–6.10.2017.
    • Sprachliche Höflichkeit in der Schule – Erfahrungsaustausch und Unterrichtsvorschläge. Didaktischer Tagesworkshop für Lehrkräfte, WissenschaftlerInnen der Sprachdidaktik und interessierte Studierende zus. ausgerichtet mit Neuland/Könning, Bergische Universität Wuppertal, 26.06.2017.
  • Lehre

    Sommersemester 2020

    • Grammatik der deutschen Sprache (090041) *Übung im Grundlagenmodul Sprache

    In dieser Übung werden wir uns mit den Grundlagen der Grammatik der deutschen Sprache beschäftigen. Die Übung richtet sich an Studierende, die am Anfang ihres Germanistikstudiums stehen und sich grundlegend in die Grammatik der Deutschen Sprache einarbeiten möchten. Grundlagentext der Übung ist: Imo, Wolfgang (2016): Grammatik. Eine Einführung. Stuttgart: Metzler.

    Wintersemester 2019/20

    • Grammatik der gesprochenen Sprache (098089) *Seminar im Aufbaumodul Sprache

    In diesem Seminar werden wir uns mit sprachlichen Formen, Funktionen und Strukturen aus der Perspektive einer Grammatikschreibung der gesprochenen Sprache beschäftigen. Hierzu werden wir uns zu Beginn mit der theoretischen sowie methodologisch-methodischen Konzeption einer Grammatikforschung der gesprochenen Sprache beschäftigen. Darauf aufbauend werden wir ausgewählte Phänomene anhand von Beispielstudien diskutieren. Ziel des Seminars ist es, ein erstes Spektrum von grammatischen Phänomenen der gesprochenen Sprache kennenzulernen und zentrale Arbeitsmethoden im betreffenden Forschungsfeld einzuüben.

    Das Seminar richtet sich an Studierende, die ihr Grundlagenwissen über Grammatik und Sprache ausbauen und in Hinblick auf grammatische Phänomene der gesprochenen Sprache erweitern möchten sowie vor der Herausforderung stehen, erstmalig eine sprachwissenschaftliche Hausarbeit zu verfassen.

    • Formen, Funktionen und Strukturen sozialer Interaktion (098090) *Seminar im Aufbaumodul Sprache

    In diesem Seminar werden wir uns mit sprachlichen Formen, Funktionen und Strukturen von sozialer Interaktion aus der Perspektive der Konversationsanalyse und der ethnographischen Gesprächsanalyse beschäftigen. Hierzu werden wir uns zu Beginn in zentrale Grundlagen der Erforschung von sozialer Interaktion einarbeiten, um daraufhin das erworbene Wissen am authentischen Datenmaterial aktiv einzuüben. Das Seminar richtet sich an Studierende, die an der Erforschung sozialer Interaktion aus einer linguistischen und soziologischen Perspektive interessiert sind und vor der Herausforderung stehen, erstmalig eine sprachwissenschaftliche Hausarbeit zu verfassen.

    • Grammatik der deutschen Sprache (098059) *Übung im Grundlagenmodul Sprache

    In dieser Übung werden wir uns mit den Grundlagen der Grammatik der deutschen Sprache beschäftigen. Die Übung richtet sich an Studierende, die am Anfang ihres Germanistikstudiums stehen und sich grundlegend in die Grammatik der Deutschen Sprache einarbeiten möchten. Grundlagentext der Übung ist: Imo, Wolfgang (2016): Grammatik. Eine Einführung. Stuttgart: Metzler.

    Wintersemester 2018/19

    • Syntax (094104) *Übung im Aufbaumodul Sprache
    • Strukturen, Formen und Funktionen der deutschen Sprache (094106) *Übung im Aufbaumodul Sprache

    Wintersemester 2017/18

    • Grammatische Tendenzen des Gegenwartsdeutsch (090102) *Seminar im Aufbaumodul Sprache

  • Vita

    Seit 10/2019 Vertretung einer LfbA-Stelle an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
    2018–2019 Stipendiatin der der Bergischen Universität Wuppertal
    2016–2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Forschungsprojekt: „Sprachliche Höflichkeit bei Jugendlichen – Empirische Untersuchungen von Gebrauchs- und Verständnisweisen im Schulalter“, Leitung: Eva Neuland, Bergischen Universität Wuppertal.
    2014–2015 Studentische Hilfskraft im QVM-Forschungsprojekt: „Lehrkorpus Sprachbiographien“, Leitung: Susanne Günthner und Katharina König, Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
    2013 Studentische Hilfskraft in der Kommission für Mundart- und Namenforschung des Landesverbands Westfalen-Lippe Münster, Leitung: Markus Denkler.
    2012-2015 Masterstudium der Angewandten Sprachwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
    2008–2012 Bachelorstudium der Fächer „Anglistik“ und Germanistik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster