© Ludger Hiepel

Schulter an Schulter

Warum Christentum und Islam jüdisches Leben brauchen

Das Gedenken an den Holocaust macht deutlich, dass religiöse Verantwortung mehr sein muss als symbolische Erinnerung. Christentum und Islam sind historisch und theologisch eng mit dem Judentum verbunden und ohne dieses nicht denkbar. Antijüdische Einstellungen entstehen dabei weniger aus religiösen Lehren selbst als aus überlieferten Deutungsmustern, die bis heute fortwirken und kritisch reflektiert werden müssen.
Notwendig ist ein selbstkritischer interreligiöser Dialog „Schulter an Schulter“, der über bloßen Austausch hinausgeht und gemeinsames Lernen ermöglicht. Das Judentum wird dabei nicht nur erinnert, sondern als lebendiger und unverzichtbarer theologischer Bezugspunkt ernst genommen.

© ZIT │Peter Grewer

Grundlagen des Islams im Judentum

Ein Impuls gegen antisemitische Erzählungen

Am 15. Januar 2026 eröffnete Prof. Dr. Mouhanad Khorchide in Düsseldorf die Vortragsreihe „Zeichen setzen gegen Antisemitismus“. Im Mittelpunkt stand die Einordnung von Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Problem sowie eine islamisch-theologische Perspektive, die das Judentum als unverzichtbare Grundlage des Islams würdigt. Diese Sichtweise widerspricht antisemitischen Deutungen und betont gemeinsame religiöse Verantwortung.
Eine anschließende Podiumsdiskussion aus jüdischen, muslimischen, wissenschaftlichen und politischen Perspektiven vertiefte die Frage, wie antisemitischen Narrativen solidarisch begegnet werden kann.

Hier können Sie die Aufzeichnung der Veranstaltung ansehen (Video):
https://www.youtube.com/playlist?list=PLwPX7LXYDLeraruhf1U73A7k_jQtjuBbG

© Patmos Verlag

Neuerscheinung: Die Schönheit des Judentums

Eine muslimische Liebeserklärung

Ahmad Milad Karimi
Die Schönheit des Judentums - 
Eine muslimische Liebeserklärung

2026 | geb. | Patmos | 80 Seiten | ISBN 978-3-8436-1639-3

Mit „Die Schönheit des Judentums. Eine muslimische Liebeserklärung“ legt Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi eine persönliche und zugleich theologisch reflektierte Annäherung an das Judentum vor. Ausgehend von den spirituellen Überlieferungen beider Religionen erinnert er an die Nähe von Judentum und Islam, die sich auf Abraham, Sara und Hagar sowie auf gemeinsame Propheten und Erzählungen beziehen. Das Buch versteht diese Verbindung als Brücke, die – recht verstanden – in den Konflikten unserer Zeit Teil der Lösung sein kann. Im Blick auf jüdische Spiritualität entfaltet Karimi die Perspektive, dass Friede möglich bleibt: „dass das, was uns verbindet, größer ist als das, was uns trennt“.

 

© ZIT│Peter Grewer

„Gleichstellung neu denken. Geschlechtergerechtigkeit in der Schule als Beziehungskultur“

Fortbildung mit Prof. Dr. Mouhanad Khorchide

24. Januar 2026 | 10:00 - 16:00 Uhr | Geschäftsstelle des Philologenverbandes NRW

Auf Einladung des Referats Frauen, Familie und Gleichstellung des Philologenverbandes NRW.
Gleichstellungsarbeit wird an Schulen häufig reaktiv verstanden, statt als Teil einer proaktiven Schul- und Beziehungskultur. In einer vielfältigen Gesellschaft, in der Schüler:innen mit unterschiedlichen familiären, religiösen und kulturellen Prägungen aufwachsen, ist eine kultursensible Perspektive jedoch zentral.
Besonders traditionelle Rollenbilder – etwa zu Geschlechtertrennung, Scham oder Ehre – können das schulische Miteinander beeinflussen. Ein reflektierter Umgang damit eröffnet die Möglichkeit, Gleichberechtigung und religiöse Identität miteinander zu verbinden, ohne in stereotype Zuschreibungen zu verfallen.

© MSB NRW

Toleranz fördernd, positiv fürs Schulklima

Schulministerin Dorothee Feller und Professor Mouhanad Khorchide von der Universität Münster stellen im Landtag Abschlussbericht zum Islamischen Religionsunterricht vor

Der Abschlussbericht zum Islamischen Religionsunterricht (IRU), erstellt vom Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster im Auftrag des Schulministeriums NRW, bestätigt dessen positive Wirkung: Lehrkräfte und Schüler:innen erleben den IRU als wertschätzend, motivierend und orientierend.
Laut Schulministerin Dorothee Feller stärkt der IRU seit über zehn Jahren die gleichberechtigte Teilhabe muslimischer Schüler:innen und unterstützt sie besonders im kritischen Umgang mit polarisierenden Social-Media-Inhalten.
Prof. Mouhanad Khorchide betont, dass der IRU Religionsmündigkeit fördert und ein weltoffenes Islamverständnis vermittelt, das demokratische Werte stärkt und Identitätsbildung unterstützt.
Den Abschlussbericht finden Sie hier. 

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„Wenn Kinder von ihrer Religion erzählen. Inhaltliche Befunde und methodische Herausforderungen“

Donnerstag, 29. Januar 2026 | 14 Uhr c.t. | S8, Schlossplatz 2, 48149 Münster

Die Erhebung kindlicher Perspektiven auf Religion stellt die Forschung vor besondere methodische Herausforderungen: Kinder geraten schnell in erklärende Modi, stoßen an sprachliche Grenzen und reagieren sensibel auf Erwartungen. Ihre religiösen Erfahrungen sichtbar zu machen, verlangt daher ein sorgfältiges, responsives Vorgehen. Darauf aufbauend zeigt sich ein breites Spektrum kindlicher Deutungen, das weit über die Reproduktion erwachsener Modelle hinausgeht und eigenständige Zugänge zu Religion eröffnet. Es wird der Frage nachgegangen, warum diese Perspektiven für die islamische Theologie unverzichtbar sind und welches Potenzial sie besitzen, theologische Annahmen zu irritieren und neue Horizonte zu eröffnen.