
GIM - Geschlechtsspezifisches Injury-Monitoring im Leistungssport
Verletzungen gehören im Leistungssport zu den häufigsten Ursachen für Trainingsausfälle, Leistungseinbußen und vorzeitige Karriereenden. Ein systematisches Gesundheitsmonitoring kann helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Doch aktuelle Monitoring-Ansätze vernachlässigen häufig geschlechtsspezifische Unterschiede und die Notwendigkeit, Prävention gezielt auf die physischen und physiologischen Voraussetzungen von Athletinnen im Leistungssport abzustimmen. Eine flächendeckende Implementierung fehlt bislang, zu wenig ist darüber bekannt, welche Faktoren eine erfolgreiche Umsetzung in Vereinen und Verbänden fördern oder hemmen.
Das vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderte Forschungsprojekt schließt genau diese Lücke. Das Forschungsteam am Institut für Sportwissenschaft der Universität Münster untersucht, wie ein geschlechtersensibles, praxisnahes und nachhaltiges Verletzungsmonitoring im organisierten Leistungssport etabliert werden kann.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines modularen Implementierungs-Toolkits mit konkreten Handlungsempfehlungen, Checklisten und Transfermaterialien, das Vereine und Verbände dabei unterstützt, ein geschlechterspezifisches Verletzungsmonitoring schrittweise und passgenau in ihre bestehenden Strukturen zu integrieren.
Das Projekt baut auf dem IOC Consensus Statement zu frauenspezifischen Gesundheitsdomänen auf (darunter Menstruationsgesundheit, Zyklusstörungen, hormonelle Einflussfaktoren und ernährungsbedingte Risiken wie REDs) und verfolgt drei Ziele:
- Definition eines wissenschaftlich fundierten Mindestdatensatzes geschlechtsspezifischer Monitoring Parameter
- Identifikation von Erfolgsfaktoren und Barrieren der Implementierung
- Partizipative Entwicklung praxisnaher Handlungsempfehlungen als Grundlage für das Implementierungs-Toolkit
Methodisch kombiniert das Projekt Literaturanalysen, Delphi-Verfahren, Online-Befragungen; qualitative Interviews und Co-Design Ansätze. So werden die Perspektiven von Athletinnen, Athleten und dem Betreuungspersonal direkt in das Implementierungs-Toolkit einfließen, das nach Projektabschluss frei zur Verfügung steht.
Forschungsteam:
- Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage
- Matthias Hendricks
- Dr. Jessica Coenen
- Dr. Ross Julian
- Dr. Mara Konjer
Förderzeitraum:
01.04.2026 – 30.09.2027 (18 Monate)
Förderer:
Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp)
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