Archiv des Autors: Medizin-Bibliothek

Fehlentwicklung im Peer-Review in der Coronavirus-Krise

Es ist bekannt, dass Scientific Publishing & Peer Review is not doing pretty well. Die Coronakrise macht – wie vieles – auch dieses Problem sichtbarer. Wir hatten ja schon vor Corona-Forschung aus China gewarnt, weil aus diesem Land besonders viele schlechte Studien kommen:

Das Peer-Review-System, das normalerweise die besonders schlechten Artikel aussondert oder zumindest von den renommierten Zeitschriften fernhält, funktioniert in der Coronavirus-Krise nicht besonders gut, da aufgrund der drängenden Problematik oft auf nicht peer-reviewte Artikel in Preprint-Archiven wie medXriv oder bioXriv zurückgegriffen wird.

Doch Preprint-Server sind nur die Spitze des Eisbergs. Jeder Forscher weiß, dass sich hier alles mögliche tummelt – weil nicht peer-reviewed -, und ist entsprechend vorsichtig. Das größere Problem sind Chefredakteure von renommierten, hochrangigen Zeitschriften, die unbedingt mit sensationeller Forschung in die Massenmedien kommen wollen, wie Christian Drosten im NDR Corona-Podcast Nr.6 thematisiert:

Es gibt Wissenschaftler, die sind interessiert an schnellen, gehuschten, oberflächlichen Papieren und schnellen Untersuchungen, die sich in möglichst hochrangigen wissenschaftlichen Journalen veröffentlichen lassen. Denen im Prinzip egal ist, was sie anrichten mit irreführender wissenschaftlicher Forschung, die nur noch zählen, wo sie eigentlich publizieren und wie viel Punkte sie dafür kriegen. Und das ist leider auch eine Fehlentwicklung in der akademischen Leistungsbewertung.

Im Detail geht er auf Wissenschaftler ein, von denen es gottseidank nicht viele, aber einige geben würde, „die versuchen im Vorfeld schon Stimmung zu machen“ z.B. mit angeblichen Befunden zur Herkunft des Virus: “ ‚Ah, dieses neue Virus – wir haben da etwas ganz Interessantes gefunden. Wir sagen euch noch nicht so ganz das Detail, aber wir können schon mal sagen, im Schuppentier haben wir etwas gefunden. Das erklärt wahrscheinlich die Herkunft von dem neuen Virus.‘
Und dann sind alle ganz wuschig. Das wird dann über Twitter verteilt. Und in Twitter sind neben den Wissenschaftlern, die sowas betreiben, auch Editoren von wissenschaftlichen Journalen unterwegs. Und die sehen das dann und denen läuft im Prinzip schon das Wasser im Mund zusammen, weil die hoffen, dass sie ein Manuskript bekommen von diesen Autoren über diesen vermeintlichen Sensations–Befund. Und diese Journal–Editoren können nicht alle wissenschaftlichen Details genau verstehen. […] Und die haben dann eine höhere Tendenz, so etwas über die erste Schranke der wissenschaftlichen Begutachtung zu heben, nämlich die Editorial Board Begutachtung.“

Konsequenterweise fordert Drosten, im Nachgang der Krise sich das akademische Bewertungssystem einmal genauer anzuschauen, weil durch diese Sensationsorientierung und durch die Impact-Faktor-Anreize auch Qualitätskriterien in der Wissenschaft verletzt würden.

Weitere Artikel zum Peer-Review im Blog Aktuelles.

Foto: (c) Adobe Indesign Clipart-Bibliothek

Elsevier Coronavirus Research Hub

Elsevier bietet freien Zugang zu einer Reihe von biomedizinischen Forschungsinstrumenten und -inhalten, um Forschern und Unternehmen der Biowissenschaften dabei zu helfen, die Bemühungen zur Bekämpfung der aktuellen Pandemie zu beschleunigen.

Der neue Elsevier Coronavirus Research Hub umfasst derzeit freien Zugang zu Embase, ClinicalKey, Mendeley, Mendeley Data, dem COVID-19 Research Collaboration Center, SSRN und Elsevier Text Mining (MedScan), sowie den Zugang zu anderen Elsevier-Lösungen wie Pathway Studio – wobei Reaxys und Veridata EDC (Electronic Data Capture) folgen werden. Der Zugang ist bis zum 28. Oktober 2020 verfügbar.

Der Coronavirus Research Hub ist Elseviers jüngster Beitrag zur Unterstützung von Forschern und Klinikern während dieser globalen Notlage. Darüber hinaus stellt Elseviers Novel Coronavirus Information Center die neuesten, von Experten kuratierten Informationen für die Forschungs- und Gesundheitsgemeinschaften zum Novel Coronavirus (aka COVID-19) zur Verfügung.

Grafik © Elsevier

 

ULB Münster: Neue zeitlich befristete E-Book-Pakete im Angebot

In Absprache mit den Fachbereichen hat die ULB Münster zusätzlich das E-Book-Angebot folgender Verlage bzw. Anbieter für ein Jahr lizenziert:

  • Brill + Partnerverlage (ca. 18.000 E-Books)
  • Taylor & Francis + Partnerverlage u. a. Routledge (ca. 21.000 E-Books der Geistes- und Sozialwissenschaften ab Erscheinungsjahr 2016)
  • Wiley (ca. 21.000 E-Books aller Fachgebiete, u.a. Medizin)

Nach Ablauf der Jahreslizenz werden viel genutzte E-Books aus diesen Sammlungen erworben und gehen dauerhaft in den Bestand der ULB Münster über.

Diese zeitlich befristet zugänglichen E-Books sind in disco recherchierbar, aber nicht im ULB-Katalog nachgewiesen.

Originalmeldung der ULB.

 

Bibliothek unterstützt Sportpaten-Projekt mit iPads


Dr. Marie-Christine Ghanbari (r) und cand. med. Clara Hennecke (m) freuen sich über die zehn iPads, die von der Zweigbibliothek Medizin in Person von Dr. Oliver Obst (l) zur Verfügung gestellt wurden.

Anfang April wurde die Bibliothek angefragt, ob ausrangierte iPads aus dem easystudium-Service bedürftigen Familien (z.B. in Flüchtlingsunterkünften) zur Verfügung gestellt werden könnten. In der Folge lernten wir ein besonderes Münsteraner Projekt kennen, die sogenannten Sportpaten. Das Sportpaten-Projekt setzt „sowohl bei dem Kind als auch bei den Studierenden an, um Chancengleichheit zu schaffen und empathische und globale Kompetenzen bei den Studierenden auszubilden, [um] die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen.“

Sportpaten ist seit 2012 ein Bestandteil der Universität Münster und seit 2018 in der Medizinischen Fakultät integriert. Medizinstudierende werden als Sportpaten im Rahmen von Theorie-Praxis-Modulen der einzelnen Fachbereiche (u.a. Sportwissenschaften, Medizin, BWL) ausgebildet. Sie begleiten dann wöchentlich Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen.

Die Medizinstudierende Clara Hennecke kümmert sich in einer besonderen Taskforce der Sportpaten um Kinder, die besonders unter der aktuellen Kontaktsperre leiden und viel zu Hause bleiben müssen, und die vom Jugendamt betreut werden. Diesen Kindern fehlt es akut an digitalem Equipment, um an alltäglichen Leben, an der Schule und sozialen Kontakten teilhaben zu können – und so kam die Bibliothek ins Spiel, denn Frau Hennecke kannte deren iPad-Service aus eigener Erfahrung.

Dr. Obst: „Die aus Mitteln der Fakultät angeschafften iPads werden von uns fünf Jahre lang an Studierende der Medizin verliehen. Danach werden sie ausgesondert, da sie dann für unsere anspruchsvollen anatomischen Programme nicht mehr leistungsfähig genug sind. Technisch gesehen ist die Lebensdauer jedoch länger. Wenn man weniger speicherhungrige Anwendungen benutzt, können die iPads durchaus noch 2-3 Jahre sinnvoll benutzt werden.“ In Absprache mit dem Studiendekan Prof. B. Marschall konnte die Bibliothek dieses überzeugende Projekt kurzfristig mit zehn ausrangierten iPads unterstützen.

Die iPads wurden von der Sportpaten-Gründerin, Frau Dr. Marie-Christine Ghanbari, und Clara Hennecke persönlich in Empfang genommen.

Ausleihe von Büchern: mehr und schneller

Wie berichtet können ja ab dem 04. Mai wieder Bücher ausgeliehen und zurückgegeben werden. Dazu hat die Bibliothek von Montag bis Freitag, 9:00-15:00 Uhr, geöffnet. Das Betreten der Bibliothek ist allerdings nur zur Rückgabe von Büchern bzw. Ausleihe von vorab bestellten Büchern per Formular gestattet.

Bisher haben 250 Studierende diesen Service in Anspruch genommen und insgesamt 1.100 Bücher bestellt, von denen bereits 900 ohne längere Warteschlangen abgeholt wurden. Da es bisher – auch dank der Disziplin der Benutzer – so gut läuft, können wir nun einige Verbesserungen einführen:

  1. Die Bücher werden nun schneller für Sie bereit gestellt. Statt 3 Tagen wie bisher können wir nun die Abholung innerhalb von 2 Werktagen garantieren (die Bücher sind aber meist nach 24 Stunden abholbar, schauen Sie dazu in Ihr Buchkonto).
  2. Sie dürfen zwar weiterhin nur maximal 7 Bücher bestellen, dies aber nicht mehr nur alle 2 Wochen wie bisher, sondern jede Woche.
  3. Die Bücher stehen 10 Werktage für Sie bereit. Danach verfällt die Bestellung.


Folgende Bibliotheken bieten ebenfalls ab Montag, 4. Mai, eine Ausleihe für Studierende der WWU und das wissenschaftliche Personal der WWU an: Zentralbibliothek, Zweigbibliothek Sozialwissenschaften, Bibliothek des Instituts für Erziehungswissenschaft sowie Bibliothek im Haus der Niederlande. Weitere Informationen.

Foto: (c) Luxuz at photocase.de

Digitale Hochschule NRW: Online-Rechtsinformationszentrum

Über die Digitale Hochschule NRW widmen sich 42 Hochschulen aus NRW sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen dem Thema der digitalen Transformation. Für das Online-Landesportal für Studium und Lehre ist dementsprechend eine Rechtsinformationsstelle aufgebaut worden, an die Lehrende und Studierende der Hochschulen in NRW ihre rechtlichen Fragen unmittelbar richten können und von der sie Auskunft erhalten.

„Das „Rechtsinformationszentrum“ ist ein von der DH.NRW gefördertes Programm unter dem Dach des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) in Münster. Zweck des Zentrums ist die Beantwortung von rechtlichen Fragen, die im Zusammenhang mit der Online-Lehre entstehen. Hier können sich Lehrende und Studierende mit Fragestellungen direkt an das Informationszentrum wenden. Durch die Bereitstellung zahlreicher Informationsmaterialien werden neben der Beantwortung von Anfragen die lokalen Beratungseinrichtungen an den Hochschulen unterstützt. Außerdem finden Informationsveranstaltungen, Schulungen und Webinare zu ausgewählten Rechtsthemen statt. Themenschwerpunkte stellen insbesondere das Urheber-, Datenschutz-, Medien- und Prüfungsrecht dar. Durch dieses Konzept des Rechtsinformationszentrums soll die digitale Lehre juristisch gefördert und unterstützt und sollen bestehende Rechtsunsicherheiten beseitigt werden.“

Komplette Meldung des ITM nebst weiterführenden Links hier.

 

Grafik © Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW   

easystudium: In Corona-Zeiten kann man die Bibliothek kontaktlos mit zu sich nach Hause nehmen


Eine glückliche Studentin nach Entgegennahme eines taufrischen iPads

In diesen Tagen werden das Horner- und das Schuchardt-Semester mit iPads beglückt. Über 180 Studierende hatten sich für easystudium angemeldet, davon nahmen 77 das Angebot der Bibliothek wahr, sich ein iPad bis zum Physikum auszuleihen. Wegen der Kontaktbeschränkungen wurden die Ausleiher diesmal nicht gemeinsam in den Gebrauch der Geräte eingeführt, sondern einzeln und kontaktlos. Die zahlreichen Anleitungen und Inhalte im Wiki der ZB Med können ebenfalls aus sicherer Entfernung genutzt werden.

Der preisgekrönte easystudium-Service trifft den Nabel der Zeit: iPads bringen die Bibliothek den Studierenden ins Homeoffice, ermöglichen ihnen alle fürs Studium benötigte Literatur zu Hause verfügbar zu haben #stayathome.


Die iPads wurden diesmal einzeln und kontaktlos übergeben.

Scopus Webinare: Bootcamp Special Edition

Optimieren Sie Ihre Informationssuche („Infectious Diseases“ o.a.) mit Scopus, Topic Pages & eBooks

In diesem Webinar wird Ihnen einen Einblick in übergreifende Suchstrategien ermöglicht: Von der Suche in Scopus zum Volltext in Zeitschriften und Büchern auf ScienceDirect. Unter anderem wird gezeigt, wie Sie mithilfe der frei zugänglichen „Topic Pages“ zusätzliche Informationen zu Themenschwerpunkten erhalten und aus Ihrer Websuche zur entsprechenden Definition gelangen.

Dieses Webinar wird in deutscher Sprache durchgeführt. Die Slides stellen wir Ihnen zur weiteren Verbreitung auf Englisch zur Verfügung.

Datum/Zeit: 04.05. / 11:30 Uhr (45 Min.)
Registrierung zur Teilnahme am Webinar

 

Unterstützung für AutorInnen in Krisenzeiten und darüber hinaus/ Supporting authors during times of pandemic (and beyond): Researcher Academy & Author Resilience Center

Bitte beachten Sie: Dieses Webinar wird wahlweise in deutscher oder englischer Sprache gehalten. Teilen Sie uns in dieser kurzen Abfrage Ihre sprachliche Präferenz mit. Die Slides der Präsentation stellen wir Ihnen im Anschluss an das Webinar auf Englisch über unsere Webseite zur Verfügung.

Dieses Webinar soll Ihnen einen Einblick in die Möglichkeiten bieten, die Elsevier AutorInnen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie – und darüber hinaus – zur Verfügung stellt. Wir möchten Ihnen einen Einblick in die Elsevier Researcher Academy geben, einer kostenlosen Lehr- und Lernplattform für wissenschaftliche AutorInnen, die Sie nicht nur beim Publizieren unterstützten soll, sondern auch nützliche Tipps zum digitalen Zusammenarbeiten und Ihrer Karriereentwicklung bietet. Zudem stellen wir Ihnen das Researcher Resilience Center vor: eine Zusammenstellung hilfreicher Ressourcen, die AutorInnen in diesen schwierigen Zeiten nutzen können.

Datum/Zeit: 12.05. / 11:30 Uhr (45 Min.)
Registrierung zur Teilnahme am Webinar

 

Researcher Academy Virtual Campus: Grundlagen des wissenschaftlichen Publizierens und Manuskript-Schreibens/ Essentials of manuscript writing

Bitte beachten Sie: Dieses Webinar wird wahlweise in deutscher oder englischer Sprache gehalten. Teilen Sie uns in dieser kurzen Abfrage Ihre sprachliche Präferenz mit. Die Slides der Präsentation stellen wir Ihnen im Anschluss an das Webinar auf Englisch über unsere Webseite zur Verfügung.

Zu Beginn Ihrer wissenschaftlichen Karriere erscheint es oft so, als gäbe es eine ganze Reihe von Verfahren, Protokollen und bewährten Praktiken, die Sie für das erfolgreiche Publizieren als AutorIn verstehen und befolgen müssen. In diesem Webinar führen wir Sie durch einige der wichtigsten Punkte, auf die Sie während des Publikationsprozesses und insbesondere der wichtigen Phase der Manuskriptvorbereitung achten sollten. Wir erklären, wie der Publikationszyklus von der Einreichung und Begutachtung bis zur Entscheidungsphase abläuft. Sie lernen die verschiedenen Elemente eines traditionellen Forschungsartikels kennen und erhalten wertvolle Tipps, wie Sie deren Potenzial maximieren können. Darüber hinaus heben wir die Bedeutung des Abstracts hervor und zeigen Ihnen, wie Sie dafür sorgen können, dass Ihr Abstract gut ankommt.

Datum/Zeit: 28.05. / 11:30 Uhr (60 Min.)
Registrierung zur Teilnahme am Webinar

ReferentInnen aller drei Webinare sind Eva Podgoršek/ Anja Zimmermann, Consultants Research Platforms

Wenn Sie an einem Webinar nicht live teilnehmen können, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die Aufzeichnung des Webinars im Nachgang zu erhalten. Registrieren Sie sich auch in diesem Fall für das jeweilige Webinar. Sie erhalten die Informationen zur Aufzeichnung im Anschluss von uns per Email. Die übermittelten Daten werden streng vertraulich behandelt und nur für diesen Zweck genutzt. Informationen zu unseren Ansprechpartnerinnen und vorherigen Scopus Bootcamp Webinaren finden Sie hier.

Grafik © Elsevier

Webinar: Urheberrecht für Lehrende

In einer Mitteilung der Universitätsverwaltung teilt diese mit:

Das Sommersemester 2020 stellt viele Herausforderungen an die Lehrenden – die Vorlesungen, Seminare und Prüfungen sollen nun in digitaler Form durchgeführt werden. Bezüglich des Urheberrechts entstehen juristische Fragen. Hierzu hat die Personalentwicklung kurzfristig ein Webinar organisiert: http://go.wwu.de/h7rda (nur intern).

Die „Mitteilungen der Verwaltung“ sind ein offizieller Dienst der WWU-Verwaltung, der Sie im Intranet über wichtige Änderungen aus den Dezernaten und Stabsstellen informiert. Für den Inhalt der Mitteilungen sind die jeweiligen Fachabteilungen verantwortlich:
Archiv: http://go.wwu.de/pykcp.

Aktuelle News und Infos für Beschäftigte der WWU:
Gut vorbereitet ins erste Online-Semester: Digitale Werkzeuge ersetzen Präsenzlehre / Uni-Gebäude weiterhin geschlossen:
http://go.wwu.de/ocwh0

Neuer WWU-Cast mit Doris Fuchs: Wie kann die Transformation zur Nachhaltigkeit gelingen?
http://go.wwu.de/dcptm

Corona-Pandemie: Expertise aus der Wissenschaft
http://go.wwu.de/naf01

Logo © WWU

 

32 deutschsprachige Elsevier Lehrbücher für drei Monate online frei zugänglich während der Coronavirus-Krise

Die folgenden Lehrbücher aus der Medizin stellt Elsevier für drei Monate (bis zum 15. Juli) kostenfrei zur Verfügung, um die Literaturversorgung während der Coronakrise zu verbessern. (Wir hatten nochmal um deutschsprachige Inhalte gebeten, da uns die letzte Liste nun so gar nicht gefallen hatte…)

Foto: (c) Elsevier

„Paper of the Month“ März 2020 geht an Laura Sòria-Martínez aus dem Institut für Zelluläre Virologie

Für den Monat März 2020 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der WWU Münster an Laura Sòria-Martínez aus dem Institut für Zelluläre Virologie für die Publikation: Prophylactic Antiviral Activity of Sulfated Glycomimetic Oligomers and Polymers  in der Zeitschrift Journal of the American Chemical Society, 142(11).2020, 5252-5265, [Volltext]

Virale Infektionen stellen ein großes Risiko für die allgemeine Gesundheit dar. Oft sind ihre Prävention und Behandlung problematisch. Vielversprechende Ansätze zielen darauf ab, konservierte Mechanismen im viralen Eintritt, wie die Bindung an Zellglykane, zu beeinflussen. Eine Komplikation der bisherigen Behandlung durch natürlich vorkommende Glykane sind ihre Heterogenität und mögliche biologische Nebenwirkungen.

Glykananaloga (auch Glykomimetika) wurden chemisch als Alternative zu natürlichen Glykanen synthetisiert, um eine vielseitige Plattform von Substanzen gegen verschiedene Viren zu schaffen. Diese Glykananaloga verhinderten nicht nur die Infektion von humanen Papillomviren (HPVs), Herpes-Simplex-Viren, und anderen ins Ziel genommenen Viren, sondern auch von Influenza-Viren, die kein Ziel waren. Die antivirale Wirkung gegen HPVs konnte in präklinischen Tiermodell bestätigt werden. Von den synthetisierten Substanzen wirkte ein Teil durch Inhibierung der Virusbindung, während ein anderer Teil seine Wirkung nach Zellbindung entfaltete.

Synthetische sulfatisierte Glykoanaloga sind eine ernstzunehmende Alternative zu natürlich vorkommenden Glykanen. Sie bieten eine geeignete Plattform, um antivirale Mittel mit einer Breitbandwirkung zu entwickeln, sowie den inhibitorischen Mechanismus spezifisch anzupassen.

 

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

Herzlich willkommen, liebes Horner- und Schuchardt-Semester!

Die Zweigbibliothek Medizin der Medizinischen Fakultät begrüßt Sie herzlich an der Medizinischen Fakultät! In unserem Informations-Flyer (als PDF zum Ausdrucken) finden Sie alles, was Sie normalerweise für den Start ins Studentenleben brauchen würden – jedenfalls bibliotheksseitig.

Diesmal ist aber alles anders.

Bücher finden Sie nicht mehr in unseren Regalen, da die Bibliothek wegen Coronavirus-Pandemie geschlossen hat. Für Ihr digitales Sommersemester haben wir aber jede Menge E-Books, Datenbanken und weitere Ressourcen für die Lehre eingekauft.

Wenn sie Fragen haben: Sie können uns jederzeit per Email (info.zbmed@uni-muenster.de) oder von 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr per Telefon (0251-83/58561) erreichen.

Sie sollten schon mal Ihre neue Studierendenkarte online aktivieren lassen, damit Sie später Bücher bei uns ausleihen können – wenn die Situation dies wieder erlaubt. Sie erhalten eine Nachricht an Ihre uni-muenster E-Mail-Adresse, wenn die Aktivierung erfolgt ist.

So oder so – Wir wünschen Ihnen einen guten Studienbeginn!

Ihr Bibliotheksteam

Johann Friedrich Horner, am 27. März 1831 in Zürich geboren, war ein Schweizer Ophthalmologe. Horner studierte ab 1849 an der Universität Zürich Medizin. 1854 wurde er Mitglied, später Ehrenmitglied des Corps Tigurinia. 1854 wurde er promoviert. Studienreisen führten ihn u.a. nach Prag, Dresden und Halle. Später wurde er Assistent bei Albrecht von Graefe und Louis-Auguste Desmarres in Paris. In Zürich eröffnete Horner 1856 eine Arztpraxis. Er habilitierte sich für Augenheilkunde. 1862 wurde Horner zum a.o. Professor und Direktor der Ophthalmologische Klinik Zürich ernannt. 1869 beschrieb er das nach ihm benannte Horner-Syndrom, eine auch von Claude Bernard berichtete Augenmuskellähmung. Ab 1873 war er o. Professor. Zu seinen Schülern zählt der Lausanner Augenarzt und Politiker Marc Dufour (1843-1910). Er starb mit 55 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Werke:

  • Zur Retinalerkrankung bei Morbus Brightii. 1863
  • Ein Fall von Periostitis orbitae und Perineuritis nervi optici. 1863
  • Tumor retinae. 1863
  • Fremde Körper in der Iris. 1863
  • Carcinom der Dura mater. Metastase der Mm. recti Exophthalmus. 1864
  • Colobom des Augenlids mit Zahlreichen Dermoidgeschwülsten. 1864
  • Eine kleine Epidemie von Diphteritis conjunctivae. 1869
  • Zur Behandlung des Keratoconus. 1869
  • Ueber Herpes corneae. 1871
  • Refractionsänderungen. 1873
  • Desinficierende Behandlung einiger Hornhauterkrankungen. 1874
  • Ueber den anatomischen Befund bei entzündlichem Kapselcataract. 1874
  • Keratitis mycotica. 1874

Übersicht der Lehrveranstaltungen von Johann Friedrich Horner an der Universität Zürich (Wintersemester 1856 bis Wintersemester 1885): http://www.histvv.uzh.ch/dozenten/horner_jf.html

Friedrich Horner. 1831 – 1886, Leben u. Werk
Ott, Elisabeth
Zürich, Univ., Diss., 1980
[Im Präsenzbestand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin]

Karl Albert Schuchardt (24.12.1901-05.04.1985) war ein deutscher Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg und Hochschullehrer. Als Sohn eines Dentisten in Itzehoe geboren, studierte er Medizin und Zahnmedizin in Freiburg, Kiel und München. Promotion 1928 in Kiel zum Dr. med., 1930 zum Dr. med dent., danach Facharzt-Weiterbildung in Berlin, wo er sich 1934 als Facharzt für Kieferchirurgie niederliess. 1944 Habilitation bei Prof. Hofer in Berlin. 1946 Ordinarius für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. 1970 wurde er emeritiert, erhielt 1973 da Große Bundesverdienstkreuz, und verstarb 1985.

Silke Katharine Riemer:
Karl Schuchardt – Leben und Werk.
Dissertation, Med. Fakultät Universität Hamburg 2005

Die Rundstiellappenplastik und weitere Fortschritte der Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie [Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. med. h.c. Karl Schuchardt zum 80. Geburtstag] / 1. Tagung d. Nordwestdt. Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen 1982. Hrsg. Von Gerhard Pfeifer]
Stuttgart; New York 1982

Dominik Groß (2018): Karl Schuchardt – der wirkmächtigste Nachkriegs-Chirurg. Zahnärztliche Mitteilungen. 108(14): 82-3 [online]

 

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