Zu Heiligenverehrung und Stifterwesen in Neapel

Untersuchung zum spätantiken Katakomben- und Kirchenkomplex von S. Gennaro und seiner Entwicklung im Frühmittelalter


Ziel des von der DFG und aus privaten Mitteln geförderten Projektes ist es, einen Beitrag zum Verständnis von Heiligenkult und Stifterwesen in der Spätantike und im Frühmittelalter zu leisten. Vor dem Hintergrund dieser Fragestellung steht im Zentrum der interdisziplinären Untersuchung die archäologische Dokumentation sowie kunstgeschichtliche und historische Erschließung der Kernbereiche der Katakomben- und Kirchenanlagen von San Severo und von San Gennaro in Neapel. Es sollen neue Erkenntnisse über die bauliche Entwicklung der Anlagen und die bischöflichen Stifter gewonnen sowie die vorhandenen exzeptionellen Wandmalereien und -mosaiken hinsichtlich der Ikonographie von Heiligenbildern und der Repräsentation hochrangiger Stifter analysiert werden. Dabei kann ein wichtiger Beitrag zu der vieldiskutierten Frage nach der Herkunft der künstlerischen Einflüsse auf die besondere Bildgestaltung und -aussage geleistet werden. Die gleichzeitige Verortung der Denkmäler im Kontext der Neapler (Kirchen-)Geschichte und des lokalen und regionalen Heiligenkultes bietet die Möglichkeit, unsere Kenntnisse von der Verehrung indigener und endogener Heiliger in der Spätantike exemplarisch zu erweitern. In diesem Zusammenhang lässt sich zudem neues Wissen über die reziproke Beziehung zwischen der Institution des Episkopats und dem Phänomen des Heiligenkultes generieren.

Projektleitung:
Prof. Dr. Dieter Korol in Verbindung mit Prof. Dr. Michael Schmauder (Bonn)

Projektmitarbeiter:
Dr. Pamela Bonnekoh und Marcel Wegener-Rieckesmann, M. A.