Digital erzeugtes Orthofoto des Grabungsareals auf Hügel XIII
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Armenian-German Artaxata Project

Seit 2018 erforscht ein Team von armenischen und deutschen Wissenschaftler*innen unter der Leitung von Prof. Dr. Achim Lichtenberger (WWU Münster), Dr. Mkrtich Zardaryan (Armenische Akademie der Wissenschaften) und Torben Schreiber (WWU Münster) die hellenistische Metropole Artaxata in der Ararat-Ebene (Armenien). Gefördert wird das Grabungsprojekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien.
Artaxata war die Hauptstadt des armenischen Königreichs der Artaxidendynastie. Gegründet durch Artaxias I. (189-160 v. Chr.) entwickelte es sich in hellenistischer Zeit zu einer bedeutenden Metropole. Die antike Stadt wurde rund 10 km südlich des heutigen Artaschat auf insgesamt 14 Hügeln beim Kloster Khor Virap lokalisiert. Bisher wurde im Stadtgebiet in den 1970er und 1980er Jahren nur punktuell gegraben. Die durch die armenische Akademie der Wissenschaften durchgeführten Arbeiten dienten der topographischen aber auch der chronologischen Erfassung des Stadtgebietes und widmeten sich der Erforschung der Fortifikation, der Nekropolen und der Wohnbebauung.
Wichtige Fragen zur Urbanistik, zum kulturellen Profil der Stadt im Hellenismus und zu Fragen der Epochengrenzen blieben allerdings noch offen. So ist weiterhin zu klären, wie lange der „Hellenismus“ in Armenien andauerte und inwiefern Vorgänge der „Romanisierung“ kulturgeschichtlich fassbar sind.
Ziel des Projektes ist es, im Bereich von „Hügel XIII“ und der Unterstadt die Urbanistik und die materielle Kultur der Stadt Artaxata von der hellenistischen Gründung bis in die nachchristlichen Jahrhunderte zu erforschen und somit zu einer kulturgeschichtlichen Einordnung der Stadt beizutragen.
2018 wurden geomagnetische Prospektionen und eine erste Sondage durchgeführt. Auf den Ergebnissen dieser Untersuchungen aufbauend fand 2019 unter der Beteiligung von armenischen und deutschen Studierenden eine vierwöchige Grabungskampagne statt, deren Ergebnisse mehr als vielversprechend sind. 2020 und 2021 sind zwei weitere Feldforschungskampagnen geplant.

A. Lichtenberger und T. Schreiber