Archäologisch-geophysikalische Prospektionen am Apollon-Amyklaios-Heiligtum bei Sparta

Gegenstand des vom DAAD geförderten Feldprojektes ist die archäologisch-geophysikalische Prospektion ausgewählter Areale am Agia Kyriaki Hügel ca. 6 km südlich von Sparta. Dort befand sich in der Antike das sogenannte Amyklaion, eines der Hauptheiligtümer der Polis Sparta – das aus zahlreichen antiken Schriftquellen bekannte Heiligtum des Lokalheros Hyakinthos sowie der allgemeingriechischen Gottheit Apollon.

Sparta, Amykles, Agia Kyriaki-Hügel
© Amykles Research Project

Die Identifizierung des Agia Kyriaki-Hügels mit dem aus den Schriftquellen bekannten Heiligtum erfolgte bereits zu Beginn des 19. Jhs., Gewissheit hatte man, als bei ersten Ausgrabungen unter Christos Tsountas Ende des 19. Jhs. mehrere gestempelte Dachziegel mit der Inschrift Apollon Amyklaiou bzw. Varianten zu Tage traten. Weitere Ausgrabungen fanden im ersten Drittel des 20. Jh. unter den deutschen Archäologen Buschor und Fiechter statt. Hauptaugenmerk der Forschungen am Amyklaion war lange die Rekonstruktion des „Thron des Apollon“, dem aus Pausanias gut bekannten Hauptbauwerk des Heiligtums, einem gigantischen Thron anstelle eines Tempels.

Seit dem Jahr 2005 findet eine systematische Ausgrabung (Amykles Research Project) auf dem Hügel statt, die inzwischen eine lange Nutzung des Ortes zunächst als Siedlung und ab der mykenischen Zeit als Heiligtum mit Kultkontinuität bis in die Spätantike nachgewiesen hat. Da die Arbeiten auf dem Hügel im Wesentlichen abgeschlossen sind, richtet sich nun das Interesse auf das unmittelbar an das Heiligtum angrenzende Gebiet außerhalb der Begrenzungsmauer, dem sogenannten Peribolos. Dieses Gebiet ist von Interesse, da zu dem Heiligtum auch viele sekundäre Strukturen gehört haben werden, die bisher auf dem Hügel selbst nicht identifiziert werden konnten.

Dr. Volkmar Schmidt bei der geomagnetischen Prospektion
© S. Nomicos

Während der zweijährigen Projektlaufzeit (2022-2024) ist die geophysikalische Prospektion der unmittelbar an das Heiligtum angrenzenden Areale geplant. Während des ersten Förderjahres erfolgte die Untersuchung der West- und Südseite mit Geomagnetik, Georadar und Geoelektrik. Für 2023 ist die Untersuchung der Ost- und Nordseite geplant. Das Projekt ist eine deutsch-griechische Kooperation und auf zwei Jahre ausgelegt. Gefördert wird es durch den DAAD sowie das griechische Pendant IKY. Die Maßnahme auf der griechischen Seite beinhaltet insbesondere die LiDAR-Befliegung des Hügels.

Projektverantwortliche:

Dr. Sophia Nomicos (Universität Münster, Institut für Klassische und Christliche Archäologie / Archäologisches Museum)

in Zusammenarbeit mit:

Prof. Stavros Vlizos (Ionian University Corfu, Department of Archives, Library Science and Museology)

Dr. Volkmar Schmidt (Universität Münster, Institut für Geophysik)

Prof. Michael Becken (Universität Münster, Institut für Geophysik)

Weitere Teammitglieder:

Ann-Kathrin Hönerloh

Moritz Wendel