South African- German Research Hub on Religion and Sustainability (SAGRaS)
Um Wege in eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln, sind grundlegende sozial-ökologische Veränderungen erforderlich. Dieser Prozess erfordert nicht nur geeignete politische Maßnahmen, sondern auch Paradigmenwechsel und veränderte Denkweisen auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Religionsgemeinschaften können für das Erreichen dieser Paradigmenwechsel von entscheidender Bedeutung sein, da sie als Träger*innen sozialen Wandels, als Orte von Wissen und Bildung sowie als Institutionen des Wertewandels fungieren können. So prägen sie in hohem Maße soziale und kulturelle Werte, Weltanschauungen und religiöse Praktiken.
Vor diesem Hintergrund untersucht das South African-German Research Hub on Religion and Sustainability (SAGRaS) das transformative Potenzial unterschiedlicher religiöser Gemeinschaften in globaler Nord-Süd Perspektive. Die leitende Forschungsfrage „Wie tragen religiöse Gemeinschaften zur sozial-ökologischen Transformation und zur Nachhaltigkeit bei?“ wird im Rahmen von sechs Fallstudien in buddhistischen, muslimischen, christlichen sowie afrikanischen traditionellen Religionsgemeinschaften in folgenden Unterfragen untersucht:
Welche Formen sozialökologischen Engagements existieren in diesen religiösen Gemeinschaften und wovon hängt deren jeweilige Ausprägung ab?
Welche theologischen bzw. spirituellen Konzepte führen zu sozialökologischem Handeln?
Unter welchen Bedingungen wird ökotheologische bzw. spirituelle Verkündigung oder Schriftauslegung in konkretes Handeln in den Gemeinschaften übersetzt?
Welche ökologischen Praktiken und Handlungen wirken ihrerseits auf die jeweiligen Theologien oder Lehren zurück und prägen diese?
Das vom südafrikanischen National Research Fond seit 2022 geförderte SAGRaS ist ein innovatives Forschungskonsortium, das verschiedene Akteur:innen im Bereich Religion und Nachhaltigkeit zusammenbringt und dabei sowohl Praxispartner:innen als auch Wissenschaftler:innen umfasst.
Eine der sechs empirischen Case Studies, die von Prof. Dr. Ignatius Swart (UWC, Kapstadt) und mir geleitet wird, widmet sich muslimischen Gemeinschaften im deutsch-südafrikanischen Vergleich. Meine eigene Forschung in diesem Rahmen beschäftigt sich mit „Transformations of Religious Self- and World-Relations in the Muslim Context“, während zugleich in der Case Study auch ein Dissertationsvorhaben zu muslimischen Gemeinschaften in Berlin und Cape Town betreut wird.
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden in einem umfassend angelegten Band veröffentlicht.