Ecological-social religious Leadership
Ausgangspunkte dieses interreligiös ausgerichteten Forschungsprojekts sind die vielfältigen sozial-ökologischen Herausforderungen in der kapitalistischen Spätmoderne, die auch die Ausgestaltung des gemeinschaftlichen religiösen Lebens betreffen. Das bedeutet, dass Kernbereiche der Sozialarbeit wie die Förderung der Autonomie und Handlungsmacht von Individuen in Krisensituationen oder die Entwicklung von Kompetenzen zur Lebensgestaltung mit dem Nachhaltigkeitsdiskurs verbunden werden.
In diesem Forschungsprojekt wird induktiv die Rolle der religiösen Führung in Gemeinschaftssettings mit dem selbst entwickelten analytischen Fokus auf „Ecological-social religious Leadership“ untersucht. Dabei umfasst „religiöse Führung“ jegliche Personen, die von anderen Muslim*innen als solche anerkannt werden: Gruppenleiter*innen, Referent*innen in muslimischen Sozialvereinen, Imam*innen, Senior*innen in Familiensettings, Influencer*innen u.a. Die vielfältigen Formen religiöser Führung werden unter sozial-ökologischen Gesichtspunkten in der Perspektive der Nachhaltigkeitsforschung untersucht. Damit rücken Aspekte von Demokratisierung, Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit von religiöser Führung in den Mittelpunkt, die im wissenschaftlichen Diskurs über Imam*innen und religiöse Führung bisher nicht abgedeckt werden. Das analytische Konzept des „Ecological-social religious Leadership“ vereint damit Elemente nachhaltiger Transformation mit spirituell gefestigter und dem Menschen zugewandter (Gruppen-)Führung, die demokratische Partizipation in lokalen Settings unterstützt und damit empowernd ist.
Zugleich ist das zusammen mit Prof. Dr. Ignatius Swart (University of the Western Cape, Kapstadt, Südafrika) entwickelte Forschungsprojekt christlich-islamisch und in globaler Nord-Süd-Perspektive ausgerichtet. Die vergleichende Analyse soll sowohl systemische Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede herausarbeiten, um im Kontext von Nachhaltigkeitsforschung und Sozialer Arbeit Orientierung zu geben.
Die Datenerhebung in Deutschland und in Südafrika wird im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen. Die Datenanalyse der explorativen Studie wird ca. Mitte 2027 abgeschlossen.