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GRASB

Taktile Greifhilfe - Entwicklung eines KI gesteuerten vibrotaktilen Armbands zur Unterstützung des zielgerichteten, natürlichen Greifens bei blinden Menschen.

Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit haben in ihrem Alltag häufig Schwierigkeiten, komplexe und präzise Greifaufgaben zu lösen, da ihnen die visuellen Komponenten der Hand-Auge-Koordination fehlen. So sind sie besonders in unbekannten oder sich ständig verändernden Umgebungen auf die Hilfe sehender Personen angewiesen oder müssen Gegenstände mühevoll ertasten. Der Markt für Blindenhilfen bietet derzeit keine befriedigende Lösung für dieses spezifische Problem.

Deshalb ist das Ziel des ZIM-geförderten Innovationsprojektes „GRASB“, die Entwicklung eines KI gesteuerten vibrotaktilen Navigations-Armbands zur Unterstützung des zielgerichteten, natürlichen Greifens bei blinden Menschen.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen Universität Münster, der Firma feelSpace GmbH sowie der Universität Osnabrück. Der Verantwortungsbereich der feelSpace GmbH umfasst die iterative Entwicklung von Hardware, Software, Firmware und Sprachinterface für ein vibrotaktiles Armband als Greifhilfe. An der Universität Osnabrück erfolgt die Entwicklung einer KI-Anwendung mit Sprachverarbeitung sowie Objekterkennung basierend auf Methoden der „embodied Cognition“ zur Steuerung des Griffs zu einem gewünschten Zielobjekt.

An der Universität Münster steht die Erarbeitung einer intuitiven Greiflogik mittels vibrotaktiler Stimulation zur präzisen Interaktion blinder Menschen mit Objekten im dreidimensionalen Raum im Fokus. Das Ziel ist es, seheingeschränkten Personen ein möglichst natürliches Greifverhalten zu ermöglichen. Dafür müssen die Vibrationsmuster so gestaltet werden, dass Anwender*innen die räumliche Lage eines Objekts (Richtung und Distanz) mit minimalem kognitivem Aufwand eindeutig verstehen können und somit die Hand präzise dorthin führen können, um das Objekt erfolgreich zu greifen. So stellt das angestrebte System nicht nur eine taktile Informationsübertragung dar, sondern fördert darüber hinaus eine komplexe, feingestufte räumliche Wahrnehmung und Interaktion mit Objekten im Raum.

Forschungsteam:

Förderzeitraum:

01.09.2025-31.08.2027 (24 Monate)

Förderer:

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)

Kooperationspartner:

Kontakt:
Carola Baier: carola.baier@uni-muenster.de