News und Pressemitteilungen 2026

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Wie klar ist die Bibel? – öffentlicher Abendvortrag mit Historiker Volker Leppin

Die reformatorische Bewegung des 16. Jahrhunderts etablierte mit dem Prinzip „Sola Scriptura“ (Allein die Schrift) einen radikalen Anspruch: Die Bibel sollte die alleinige und eindeutige Quelle für das sein, was im Christentum verbindlich ist. Doch trägt dieser Anspruch tatsächlich? Wie klar ist die Bibel? Über diese Frage und die daraus entstandenen reformatorischen Konflikte spricht der Historiker Volker Leppin von der Yale University kommende Woche am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster. Der öffentliche Abendvortrag trägt den Titel „Wie klar ist die Bibel? Autorität und Argument im reformatorischen Streit um die Wahrheit“.

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Alfred Bodenheimer ist neuer Hans-Blumenberg-Professor

Alfred Bodenheimer, Leiter des Zentrums für Jüdische Studien an der Universität Basel, ist Hans-Blumenberg-Professor 2026 am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster. Der Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte spricht am Dienstag, 16. Juni 2026, am Forschungsverbund über die Rechtfertigung heutigen jüdischen Handelns durch historische und zum Teil biblische Ereignisse oder Verhaltensmodelle.

© BnF, D unter épartement des Manuscrits, NAL 2290, f. 13v-14

Festkolloquium „Dynamiken des Religiösen“

Religion und sozialer Wandel in mittelalterlichen Gesellschaften stehen im Mittelpunkt eines Festkolloquiums zum 60. Geburtstag des Historikers Prof. Dr. Wolfram Drews, Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“. Die Tagung mit Beiträgen von Wissenschaftler*innen der mittelalterlichen Geschichte, Islamwissenschaft, Judaistik und Byzantinistik betrachtet das Religiöse in seiner Dynamik und setzt es in Beziehung zu umfassenderen Wandlungsprozessen in mittelalterlichen Gesellschaften. Das Kolloquium „Dynamiken des Religiösen. Zum Verhältnis von Religion und gesellschaftlichem Wandel im Mittelalter“ findet vom 23. bis 24. April 2026 statt. Weiterlesen

© L. Kerl

„Wir betreten zum Teil völliges Neuland“

Interview mit den Sinologinnen Kerstin Storm und Lisa Kerl

Das Forschungsprojekt „Neues aus China? – Wissensquellen, Wissensaneignung und Wissenstransfer von Missionaren in China im 19./20. Jahrhundert“ am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ widmet sich der zentralen Fragestellung, zu welchem Zweck und in welchem Kontext christliche Missionare im genannten Zeitraum vor Ort ein sogenanntes „Chinawissen“ gewannen.  Sinologin und Projektleiterin Kerstin Storm sowie die Promovierende Lisa Kerl berichten von ihrer Arbeit mit den Quellen und den Erkenntnissen, wie Wissen an Einzelne, Gruppen oder Institutionen transnational transferiert wurde.

© EXC/Richard Sliwka

„Der löwenköpfige Apedemak ist vielleicht gar kein Gott im ägyptischen Sinne“

Interview mit Ägyptologin Angelika Lohwasser

Die Ägyptologin Angelika Lohwasser erforscht am Exzellenzcluster die Beziehung von Kult und Königtum im antiken Königreich von Kusch, Ägyptens südlichem Nachbarn. Da Kusch im 2. Jt. v. Chr. als Kolonie an das pharaonische Ägypten angegliedert war, finden sich dort auch in späteren Zeiten viele ägyptische Einflüsse. In der Forschung hat sich daher ein stark ägyptischer bzw. ägyptologisch geprägter Blickwinkel auf die kuschitische Kultur und Religion etabliert. Im Interview berichtet Angelika Lohwasser darüber, wie sie das Königreich von Kusch und insbesondere die Beziehung zwischen dem aus Ägypten stammenden Königsgott Amun und dem kuschitischen Gott Apedemak aus einer neuen, nicht nur ägyptischen Perspektive betrachtet.

© exc/Istanbul, Süleymaniye-Bibliothek

„Auftraggeber, Kopisten, Besitzer und Leser prägten die Übersetzungen und machten die Abschriften zu einem „lebenden“ Werk“

Interview mit Islamwissenschaftler Philip Bockholt

Mit einer der wichtigsten religiösen Textgattungen in der islamischen Kultur, den arabisch-osmanischen Übersetzungen von Werken der Koranexegese (arab. tafsīr), befasst sich Islamwissenschaftler Philip Bockholt in seinem Forschungsprojekt „Arabisch-osmanische Übersetzungen von Werken der Koranexegese (Tafsīr) als Ausdruck des innerislamischen Wissenstransfers im östlichen Mittelmeerraum zwischen 1400–1750“ am Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Warum die Übersetzungen vom Arabischen ins Türkische so wichtig waren, welche Anpassungen während der Übersetzungen am Text festzustellen sind und welche Rolle die Übersetzungen bei der Vermittlung religiösen Wissens spielten, darüber spricht er im Interview.

© Pexel/Afif Ramdhasuma

„In Indonesien gibt es eine beeindruckende Religionskompetenz" – Interview mit Religionswissenschaftlerin Simone Sinn

Indonesien zählt zu den vielfältigsten Ländern der Welt – in geografischer, gesellschaftlicher und auch religiöser Hinsicht. Mit über 17.000 Inseln und mehr als 270 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern steht der Inselstaat vor besonderen Herausforderungen, gleichzeitig spielt das Archipel eine immer wichtigere Rolle in regionalen und globalen Zusammenhängen. Im Interview über ihre Indonesien-Forschung spricht die Religionswissenschaftlerin und evangelische Theologin Simone Sinn vom Exzellenzcluster über vergangene und gegenwärtige Konflikte, die Kolonialvergangenheit des Landes und die Rolle von Religion in der indonesischen Verfassung.

© ARP

„Die Lakonienforschung kommt gerade richtig in Bewegung“

Interview mit Historiker Hans Beck

Wie entstanden Formen der Zugehörigkeit im antiken Griechenland und welche Rolle spielte dabei das Amyklaion Heiligtum als zentraler Knotenpunkt in Lakonien? Dieser Frage geht das Forschungsprojekt von Historiker Hans Beck, „Belonging in/to Lakonia. An archaeohistorical study on the Sanctuary of Apollo at Amyklai and its surroundings“, am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ nach. Untersuchungsgegenstand ist der Hügel Agia Kyriaki, 5 km südlich von Sparta, der seit langem mit dem antiken Kultzentrum des Apollon Amyklaios in Verbindung gebracht wird. Die Forschungen ergänzen die bereits seit mehr als 20 Jahren vor Ort stattfindenden Ausgrabungen.