Tagung "Work in Progress. Arbeit und auto/biographisches Erzählen"

Arbeit Autobiographie Mittel

25.-27.3.2015, Mannheim

Die (eigene) Arbeit ist maßgeblich prägend für das Selbstkonzept von Personen. Diese Erkenntnis wird bereits seit einigen Jahren im wissenschaftlichen Diskurs durchleuchtet. Dabei wird die Differenz und gleichzeitige Korrelation von Arbeits- und Lebenswelten erkannt und verschiedene Auswirkungen der (Re)Organisation der Arbeitswelt auf die Lebensgestaltung von Personen konstatiert: Der Wandel der Arbeitswelt erfordert Anpassung, Neudenken und Reorganisation menschlicher Gewohnheiten, Traditionen, Einstellungen, etc.

Ein wesentliches Merkmal des gegenwärtigen Wandels der Arbeitswelt ist die Entgrenzung der Arbeit, d.h. die Übertragung ihrer Strukturen und Inhalte auf andere Lebensbereiche, die für gewöhnlich als Sphären der Nicht-Arbeit gelten. Entsprechend großen Einfluss gewinnt die Arbeit auf die individuelle Lebensgestaltung und personale Identitätsbildung, wie sie in auto/biographischen Realisierungsformen Ausdruck finden: Die Arbeit – im Sinne einer holistisch verstandenen diskursiven Wissenskategorie – prägt das Schreiben und das Erzählen über das (eigene) Leben und die Darstellung der Persönlichkeit. Diese Befunde führen zu einer ganzen Reihe von Fragestellungen zum Verhältnis von Arbeit, Leben und Identität, die aus soziologischer, psychologischer und historischer Perspektive untersucht werden – doch auch die Literatur- und Sprachwissenschaften nehmen sich der Problematik an. Ziel der Tagung ist es daher, diese vielfältigen Diskursverknüpfungen in den Blick zu nehmen und zu fragen, wie verschiedene Dimensionen der Arbeit die Darstellung des (eigenen) Lebens prägen. Der Blick soll dabei einerseits auf Auto/Biographien und andere auto/biographische Medien gerichtet werden, auf Genres also, die eine explizite Fokussierung auf das Leben eines einzelnen Individuums bzw. auf das Individuum als Folie allgemeinerer, epistemologischer Reflexionen erlauben. Andererseits sollen auch auto/biographische Realisierungsformen in Betracht gezogen werden, die in den Geschichtswissenschaften, der Soziologie oder in der Psychologie als Datengrundlage benutzt werden.


Plakat und Programm zur Tagung stehen zum Download bereit.


Organisatoren:
Iuditha Balint (Mannheim)
Katharina Lammers (Münster)
Kerstin Wilhelms (Münster)
Thomas Wortmann (Mannheim)

Kontakt:  arbeit.und.autobiographie@gmail.com