27. Münstersche Vorlesungen 2027 mit Julia Jorati

© J. Jorati

Zur Person

Julia Jorati (1981) ist Professorin für Philosophie an der University of Massachusetts Amherst (USA) mit einem historischen Schwerpunkt in der frühen Neuzeit. Seit ihrer Promotion an der Yale University im Jahr 2013 hat Jorati eine herausragende Karriere in den Vereinigten Staaten verfolgt, deren Werk bereits beträchtliche internationale Resonanz gefunden hat.

Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschichte der frühneuzeitlichen Philosophie, mit besonderem Fokus auf Metaphysik, Handlungstheorie, Ethik und Philosophie des Geistes. Einen zentralen Stellenwert in ihrem Werk nimmt die Philosophie von Gottfried Wilhelm Leibniz ein, zu der sie zahlreiche Aufsätze und die Monographie Leibniz on Causation and Agency (Cambridge University Press, 2017) veröffentlicht hat.

In den vergangenen Jahren hat Jorati ihren Fokus auf philosophische Debatten über Sklaverei und die historischen Konzeptualisierungen von „Race“ im 16., 17. und 18. Jahrhundert verlagert. Zuletzt erschienen bei Oxford University Press ihre beiden Monographien Slavery and Race: Philosophical Debates in the Sixteenth and Seventeenth Centuries (2024) und Slavery and Race: Philosophical Debates in the Eighteenth Century (2024) sowie die zweiteilige Anthologie Slavery in Early Modern Philosophy 1500-1765: Essential Readings und Slavery in Early Modern Philosophy 1765-1800: Essential Readings (beide 2026). Für das erstgenannte Werk wurde ihr der renommierte JHP Book Prize (Journal of the History of Philosophy) für das Jahr 2025 zuerkannt. Darüber hinaus hat sie den Sammelband Powers: A History (Oxford University Press, 2021) herausgegeben.

Zur Veranstaltung

Am Mittwoch, 2. Juni 2027, wird Prof. Dr. Jorati die 27. Münstersche Vorlesung zur Philosophie halten und im Rahmen eines zweitägigen Kolloquiums (3. bis 4. Juni 2027) mit jungen Forscherinnen und Forschern sowie fortgeschrittenen Studierenden ihre Schriften diskutieren. Wir laden herzlich zur Teilnahme und Mitwirkung ein!

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen philosophische Debatten über Sklaverei und die historischen Konzeptualisierungen von „Race“ in der Neuzeit. Jorati rekonstruiert diese Debatte nicht allein anhand der bekannten, meist männlichen Protagonisten des philosophischen Kanons, sondern bezieht auch zahlreiche Autorinnen und Autoren ein, die bislang kaum wahrgenommen oder gänzlich übersehen wurden – darunter sowohl Philosophinnen als auch Personen, die versklavt waren und sich befreien konnten. Das Kolloquium bietet die Gelegenheit, Joratis Thesen gemeinsam zu diskutieren und kritisch zu überprüfen – im direkten Dialog mit den historischen Quellen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an dieser Auseinandersetzung zu beteiligen. Um Anmeldung wird gebeten.

Termine

  • Mittwoch, 2. Juni 2027, 18 Uhr c.t.:
    Öffentlicher Abendvortrag von Prof. Dr. Julia Jorati Raum
    JO1, Johannisstr. 4
  • Donnerstag und Freitag, 3. und 4. Juni 2027:
    Kolloquium
    Festsaal der Universität Münster, Schlossplatz 5

Organisation