Für den Monat Juni 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an:
Priv.-Doz. Dr. Michael Oertel und Prof. Hans Theodor Eich aus der Klinik für Strahlentherapie – Radioonkologie
Radiotherapy for indolent primary cutaneous B-cell lymphoma: an international multicenter ILROG analysis
Oertel, M; Dabaja, B; (…); Eich, HT
JUN 2026 | BLOOD 147(25): 3051-3060. [Volltext]
Die Strahlentherapie ist eine etablierte Behandlungsform für niedrigmaligne primär kutane B-Zell-Lymphome. Die Empfehlungen zu ihrer Anwendung variieren international, was die vorgestellte Analyse initiierte. Das Hauptziel bestand darin, den Stellenwert der Strahlentherapie bei Patienten mit diesen Lymphomen in einer großen multizentrischen Analyse zu bewerten, insbesondere im Hinblick auf Niedrigdosiskonzepte.
Es wurden 535 Patienten in die Studie eingeschlossen, die an 22 internationalen Zentren innerhalb der International Lymphoma Radiation Oncology Group (ILROG) behandelt wurden. Hierbei zeigte sich die eingesetzte Strahlendosis als signifikanter Prädiktor der lokalen Kontrolle ohne Einfluss auf das Gesamtüberleben. Auch hatte die verwendete Strahlendosis keinen signifikanten Einfluss auf die Gesamt- und Komplettansprechraten. Schon eine Niedrigdosisbestrahlung von nur zwei Sitzungen (4 Gray) war mit einer Ansprechrate von 90 Prozent verbunden, mit einem kompletten Ansprechen bei 84 Prozent der Patienten. Die beobachteten Nebenwirkungen der Therapie waren meist geringgradig und auf die Haut limitiert (v.a. vorübergehende Hautrötung).
Diese Analyse umfasst die größte Patientenserie mit primärem kutanem B-Zell-Lymphom im Frühstadium, die mittels Strahlentherapie behandelt wurden. Sie unterstreicht das Potenzial der Radiotherapie hinsichtlich einer langfristigen Tumorkontrolle. Auch Niedrigdosiskonzepte bieten eine hohe Ansprechrate.
Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.
Foto: MFM/Christian Albiker

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