Individuelle Dynamiken zur Personalisierung von Interventionen

In der Persönlichkeitsforschung wird zunehmend untersucht, wie sich Erleben und Verhalten in verschiedenen Situationen verändern und wie sich Menschen in diesen Dynamiken unterscheiden. Im Rahmen eines Artikels, der demnächst in der Fachzeitschrift American Psychologist veröffentlicht wird, schlägt ein Team um JICE-Mitglied Dr. Niclas Kuper vor, diese individuellen Dynamiken für Interventionen zu nutzen, mit denen Menschen gezielt an ihrer Persönlichkeit arbeiten können. Solche Interventionen gewinnen an Bedeutung, ihre Effekte fallen aber eher klein und heterogen aus. Die Autor:innen beschreiben drei Wege, sie wirksamer zu machen: Erstens können Dynamiken selbst Ziel einer Intervention sein, zum Beispiel wenn jemand lernen möchte, weniger stark auf Stress zu reagieren. Zweitens lassen sich Interventionen auf die einzelne Person zuschneiden, indem etwa Aktivitäten gefördert werden, von denen diese Person besonders profitiert. Drittens können Interventionen im passenden Moment ansetzen, etwa mit einer kurzen Entspannungsübung vor Situationen, die für eine Person erfahrungsgemäß stressig sind.
Kuper N, Juchem C, Allemand M, Kroencke L, Olaru G, Stieger M, Wrzus C, Haehner P (in press): Leveraging personality dynamics for volitional personality change interventions. American Psychologist. https://osf.io/preprints/psyarxiv/zu6v9_v2/

























