Warum kein Individuum dem anderen gleicht

 Warum kein Individuum dem anderen gleicht
Der Evolutionsbiologe Dr. Denis Meuthen ist einer der Hauptautoren der Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift Trends in Ecology und Evolution erschienen ist.
© Universität Bielefeld - Sarah Jonek

Warum verhalten sich Tiere unterschiedlich und was sind die Konsequenzen davon? Ein Forschungsteam des Sonderforschungsbereiches NC³, der Universitäten Bielefeld und Münster, liefert nun eine neue Erklärung: Epigenetische Prozesse – also chemische Markierungen auf der DNA – könnten eine Schlüsselrolle spielen. Die Studie verbindet Individualität, Umweltanpassung, Genetik, Ökologie und Evolution auf neuartige Weise.

Meuthen D, Hoffman JI, Kurtz J, Berthelsen AL, Chakarov N, Chen RS, Coculla A, Gadau JR, Gossmann TI, Mühlenhaupt M, Chavarria-Pizarro T, Rapp TM, Sepers B, Vellnow N, Xu S, Vendrami D (2026): Exploring the interplay of epigenetics and individualization. Trends in Ecology and Evolution. https://doi.org/10.1016/j.tree.2025.12.010

Veröffentlichung in Trends in Ecology and Evolution
Pressemitteilung der Universität Bielefeld

Die Kraft des Individuums

Individualisation Symposium 2026 in Bielefeld
Die Kraft des Individuums
In Tiergruppen wie in menschlichen Gesellschaften zeigen Individuen stabile Verhaltensunterschiede – etwa in Kooperation oder Wettbewerb.
© Oliver Krüger

Warum kooperieren manche mehr, andere konkurrieren stärker und was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Beim Individualisation Symposium 2026 kommen internationale Spitzenforscher:innen an die Universität Bielefeld, um zu zeigen, wie individuelle Unterschiede soziale Beziehungen bei Mensch und Tier prägen.

Artikel der Universität Bielefeld
Individualisation Symposium 2026

Wissenschaftlich belegt: Was macht uns einzigartig?

Bielefelds schlaues Abendbrot
Wissenschaftlich belegt: Was macht uns einzigartig?
Diesmal steht in der Wissenswerkstadt Bielefeld eine besondere Kombination auf dem Menü: Biologie trifft Philosophie.
© Wissenswerkstadt Bielefeld

Was kommt bei "Wissenschaftlich belegt. Bielefelds schlaues Abendbrot" der Wissenswerkstatt Bielefeld auf den Teller? Ideen und Perspektiven aus der Wissenschaft, die Appetit auf mehr machen. Und ein Thema mit Biss. Diesmal: Was macht uns einzigartig?

Zu Gast sind Marie Kaiser und Oliver Krüger. Mit einem interdisziplinären Blick fragen sie, was Individuen einzigartig macht. Haben nicht nur Menschen, sondern auch Tiere individuelle "Persönlichkeiten"? Wie findet jedes Individuum seine Nische in der Umwelt? Und welche Rolle spielen Entscheidungen, Verhalten und Anpassung dabei?

Wissenswerkstatt Bielefeld: Weitere Details und Anmeldung

"Wir brauchen Gesetze zum Schutz der Tiere"

Neuveröffentlichung: Die Verhaltensbiologen Norbert Sachser und Niklas Kästner über die Anpassungsfähigkeit von Tieren
"Wir brauchen Gesetze zum Schutz der Tiere"
Schlaue Vögel: Im Großraum Sydney haben Kakadus herausgefunden, wie sie Mülltonnendeckel öffnen können, um an die Nahrungsreste in den Tonnen zu kommen.
© Terra Raponi - Unsplash.com

Wildtiere, aber auch Haus- und Nutztiere, können sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Allerdings ist der menschengemachte Wandel so groß, dass die Anpassungsmöglichkeiten nicht ausreichen – trotz erstaunlicher Widerstandsfähigkeit mancher Tierarten und schlauer Strategien. Die Verhaltensbiologen und Buchautoren Prof. Dr. Norbert Sachser und Dr. Niklas Kästner geben im Interview mit Christina Hoppenbrock Einblicke in die Leistungen der Tiere und ihre Grenzen.

Interview der Universität Münster mit Norbert Sachser und Niklas Kästner

Steuern wir auf ein drastisches Aussterbe-Ereignis zu?

Podcast zum Darwin-Tag: Wie der Biologe Joachim Kurtz die Bedeutung und Veränderung von Evolution bewertet
Steuern wir auf ein drastisches Aussterbe-Ereignis zu?
Evolutionsbiologe und JICE-Mitglied Prof. Dr. Joachim Kurtz schildert im „Umdenken“-Podcast die heutige Bedeutung der Evolution.
© Uni Münster - Linus Peikenkamp

Der Evolutionsbiologe Prof. Dr. Joachim Kurtz fordert mit Blick auf den Klimawandel und den drastischen Verlust von Biodiversität eine schnelle und entschlossene Antwort der Gesellschaft. "Wir kennen aus der Geschichte mehrere Aussterbe-Ereignisse. Machen wir so weiter wie bisher, steuern wir auf ein vom Menschen verursachtes Ereignis zu, das drastischer ausfallen wird als alle anderen zuvor. Wir sollten deswegen alles dafür tun, um das zu verhindern", unterstrich der Wissenschaftler in der neuen Folge des "Umdenken"-Podcasts der Universität Münster anlässlich des "Darwin-Tags" am 12. Februar.

"Umdenken"-Podcast mit Joachim Kurtz

Neues BI.research: Zusammen wachsen

Neue Ausgabe des Magazins stellt die 13 Fokusbereiche der Universität Bielefeld vor
Neues BI.research: Zusammen wachsen
Die neue Ausgabe des Magazins BI.research über die Fokusbereiche der Universität Bielefeld.
© deteringdesign

13 Fokusbereiche bringen Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und treiben herausragende Themen voran. Diese jungen Forschungsnetzwerke stehen dafür, wie die Universität zusammenwächst. Die neue Ausgabe des Magazins BI.research stellt sie alle vor – inklusive des Fokusbereichs "Individualisation in Changing Environments (InChangE)".

Die Fokusbereiche sind aus einem universitätsweiten Austausch – als Teil der partizipativen Profilbildung – entstanden. Sie sind eine starke Basis, auf der in kommender Zeit die neuen strategischen Profilbereiche der Universität aufbauen. Ihre Themen reichen von technologischen Entwicklungen über gesellschaftliche Herausforderungen bis zu wissenschaftlichen Grundlagenfragen.

"Was die Fokusbereiche verbindet, ist die Begeisterung der Forschenden für ihre Themen – eine ideale Voraussetzung für Erkenntnisse, die weit über die Universität hinaus wirken", schreibt Professorin Dr. Angelika Epple, Rektorin der Universität, im Editorial.

Aktuelle Ausgabe des Forschungsmagazins BI.research der Universität Bielefeld
Forschungsmagazin BI.research der Universität Bielefeld
Fokusbereich "Individualisation in Changing Environments (InChangE)" der Universität Bielefeld [en]

Städte verändern tierisches Sozialverhalten

Versiegelte Flächen im urbanen Raum stellen Tiere vor Herausforderungen.
© Avery Maune

Städte wirken massiv auf das soziale Miteinander von Tieren. Eine neue umfassende Übersichtsarbeit von Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld zeigt: Urbanisierung verändert das tierische Sozialverhalten von der Wahl ihrer Partner:innen bis zum Zusammenleben in Gruppen. Die Ergebnisse sind eindrucksvoll und hochrelevant für Naturschutz und Stadtplanung.

Maune AL, Caspers BA, Damas-Moreira I (2026): The impact of urbanisation on social behaviour: a comprehensive review. Biological Reviews. https://doi.org/10.1002/brv.70113

Veröffentlichung in Biological Reviews
Pressemitteilung der Universität Bielefeld