Vorträge zu Kooperation, Konflikten und sozialer Identität

Individualisation Symposium 2026

Warum kooperieren manche mehr, während andere stärker konkurrieren? Das Individualisation Symposium 2026 brachte internationale Spitzenforschende verschiedener Disziplinen zusammen, um zu ergründen, wie individuelle Unterschiede soziale Beziehungen prägen. Im Zentrum stand die Frage, wie Kooperation, Wettbewerb und soziale Identität bei Mensch und Tier entstehen und sich entwickeln. Ab sofort sind zwei der Vorträge des Symposiums online verfügbar:

Athena Aktipis erklärt, wie Evolutionstheorie dabei hilft, die neue Macht der Algorithmen einzuordnen.
© Universität Bielefeld

Die Evolutionspsychologin Athena Aktipis (Arizona State University) beleuchtet in ihrem Vortrag "Organisms, algorithms, and alignment: old problems in new systems", wie sich grundlegende Fragen der Kooperation über biologische und technologische Systeme hinweg wiederfinden – von menschlichem Verhalten bis hin zur Krebsforschung.

Aufzeichnung auf YouTube

Michael Cant erläutert am Beispiel der Zebramangusten, wie Kooperation und soziale Identität in der Evolution entstehen.
© Universität Bielefeld

Der Evolutionsbiologe Michael Cant (University of Exeter), zeigt in "The evolution of social identity: insights from animal societies", wie sich soziale Identität und Unterschiede im Verhalten aus evolutionärer Perspektive erklären lassen. Seine Forschung verbindet theoretische Modelle mit Feldstudien und liefert neue Einsichten in Kooperation und Konflikt in sozialen Gruppen.

Aufzeichnung auf YouTube

Artikel der Universität Bielefeld
Individualisation Symposium 2026

Narzissmus in Familien ist überwiegend genetisch bedingt

Aktuelle Studie von JICE-Mitgliedern der Universitäten Münster und Bielefeld
Narzissmus in Familien ist überwiegend genetisch bedingt
In einer aktuellen Studie kommt ein Team um die Psychologen Prof. Dr. Christian Kandler (links) und Prof. Dr. Mitja Back zu dem Ergebnis, dass Narzissmus in Familien gehäuft vorkommt und diese Ähnlichkeit überwiegend genetisch bedingt ist.
© Meza Matej | Thomas Mohn

Narzisstische Persönlichkeitszüge treten innerhalb von Familien gehäuft auf. Eine neue Studie unter Beteiligung der JICE-Mitglieder Prof. Dr. Mitja Back und Prof. Dr. Christian Kandler legt nun nahe, dass diese familiären Ähnlichkeiten vor allem genetisch erklärt werden können. Gemeinsame Umweltfaktoren innerhalb der Familie, etwa allgemeine Erziehungsbedingungen oder das soziale Umfeld, das Geschwister teilen, trugen in den Analysen dagegen kaum zur Erklärung von Unterschieden im Narzissmus bei. Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Fachzeitschrift Social Psychological and Personality Science.

Back MD, Instinske J, Rohm T, Deppe M, Kandler C (2026): Narcissism runs in families due to genetics: an extended twin family analysis. Social Psychological and Personality Science. https://doi.org/10.1177/19485506261429556

Veröffentlichung in Social Psychological and Personality Science
Pressemitteilung der Universität Bielefeld
Pressemitteilung der Universität Münster

Individuen in sozialen Interaktionen

Individualisation Symposium 2026
Zwischen den Beteiligten der Podiumsdiskussion fand ein reger Austausch statt.
© JICE

Am 24. März 2026 fand an der Universität Bielefeld das fünfte Individualisation Symposium statt. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem komplexen Zusammenspiel zwischen individuellen Unterschieden und sozialen Beziehungen. Führende internationale Forschende aus verschiedenen Disziplinen gaben Einblicke, wie Individualität durch Interaktionen mit der Umwelt entsteht und sich entwickelt, wie sie sich in sozialen Beziehungen manifestiert und wie diese Prozesse Kooperation und Konflikte beeinflussen. Die behandelten Themen reichten von den neurobiologischen Grundlagen der Individualität bis hin zu sozialen Dynamiken über Artengrenzen hinweg, darunter Fische, Mäuse und Menschen.

Wir bedanken uns bei allen Vortragenden und Teilnehmenden für den angeregten Austausch und freuen uns darauf, das nächste Individualisation Symposium im Jahr 2027 auszurichten!

Artikel der Universität Bielefeld
Individualisation Symposium 2026

Melanie Dammhahn folgt auf Jürgen Gadau

Neue JICE-Kodirektorin
Melanie Dammhahn folgt auf Jürgen Gadau
Prof. Dr. Melanie Dammhahn von der Universität Münster übernimmt die Nachfolge von Prof. Dr. Jürgen Gadau als Kodirektorin des JICE.
© JICE

Die Mitglieder des JICE wählten Prof. Dr. Melanie Dammhahn von der Universität Münster zur neuen Kodirektorin. Sie tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Jürgen Gadau an, der nach fünf Jahren als Gründungskodirektor des JICE zurückgetreten ist. Melanie Dammhahn wird das JICE gemeinsam mit Prof. Dr. Barbara Caspers von der Universität Bielefeld leiten, die in ihrer Position als JICE-Kodirektorin bestätigt wurde.

Wir danken Jürgen Gadau für seinen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung und zum Erfolg des JICE und wünschen Melanie Dammhahn alles Gute in ihrer neuen Rolle!

Website von Prof. Dr. Melanie Dammhahn
Website von Prof. Dr. Barbara Caspers
Website von Prof. Dr. Jürgen Gadau

Warum kein Individuum dem anderen gleicht

 Warum kein Individuum dem anderen gleicht
Der Evolutionsbiologe Dr. Denis Meuthen ist einer der Hauptautoren der Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift Trends in Ecology und Evolution erschienen ist.
© Universität Bielefeld - Sarah Jonek

Warum verhalten sich Tiere unterschiedlich und was sind die Konsequenzen davon? Ein Forschungsteam des Sonderforschungsbereiches NC³, der Universitäten Bielefeld und Münster, liefert nun eine neue Erklärung: Epigenetische Prozesse – also chemische Markierungen auf der DNA – könnten eine Schlüsselrolle spielen. Die Studie verbindet Individualität, Umweltanpassung, Genetik, Ökologie und Evolution auf neuartige Weise.

Meuthen D, Hoffman JI, Kurtz J, Berthelsen AL, Chakarov N, Chen RS, Coculla A, Gadau JR, Gossmann TI, Mühlenhaupt M, Chavarria-Pizarro T, Rapp TM, Sepers B, Vellnow N, Xu S, Vendrami D (2026): Exploring the interplay of epigenetics and individualization. Trends in Ecology and Evolution. https://doi.org/10.1016/j.tree.2025.12.010

Veröffentlichung in Trends in Ecology and Evolution
Pressemitteilung der Universität Bielefeld

Die Kraft des Individuums

Individualisation Symposium 2026 in Bielefeld
Die Kraft des Individuums
In Tiergruppen wie in menschlichen Gesellschaften zeigen Individuen stabile Verhaltensunterschiede – etwa in Kooperation oder Wettbewerb.
© Oliver Krüger

Warum kooperieren manche mehr, andere konkurrieren stärker und was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Beim Individualisation Symposium 2026 kommen internationale Spitzenforscher:innen an die Universität Bielefeld, um zu zeigen, wie individuelle Unterschiede soziale Beziehungen bei Mensch und Tier prägen.

Artikel der Universität Bielefeld
Individualisation Symposium 2026

Neue Impulse für artübergreifende Persönlichkeitsforschung

Workshop "Integration of Personality Research Across Psychology and Biology"
Neue Impulse für artübergreifende Persönlichkeitsforschung
Teilnehmende des Workshops "Integration of Personality Research Across Psychology and Biology"
© JICE

Vom 9. bis 12. März 2026 richtete das JICE einen Folgeworkshop im Rahmen der laufenden Initiative "Integrating Human and Animal Personality Research" in Münster aus. Das Treffen ermöglichte es international führenden Forschenden aus verschiedenen Fachgebieten, interdisziplinäre Ansätze der Persönlichkeitsforschung bei Menschen und Tieren weiterzuentwickeln und voranzubringen. Die Initiative wird von Prof. Dr. Melanie Dammhahn (Verhaltensbiologie) und Prof. Dr. Mitja Back (Persönlichkeitspsychologie) geleitet und durch das Topical Programme "Animal Personality Meets Personality Psychology" der Universität Münster gefördert.

Weitere Informationen zur Initiative
Weitere Informationen zum Topical Programme

Wissenschaftlich belegt: Was macht uns einzigartig?

Bielefelds schlaues Abendbrot
Wissenschaftlich belegt: Was macht uns einzigartig?
Diesmal steht in der Wissenswerkstadt Bielefeld eine besondere Kombination auf dem Menü: Biologie trifft Philosophie.
© Wissenswerkstadt Bielefeld

Was kommt bei "Wissenschaftlich belegt. Bielefelds schlaues Abendbrot" der Wissenswerkstatt Bielefeld auf den Teller? Ideen und Perspektiven aus der Wissenschaft, die Appetit auf mehr machen. Und ein Thema mit Biss. Diesmal: Was macht uns einzigartig?

Zu Gast sind Marie Kaiser und Oliver Krüger. Mit einem interdisziplinären Blick fragen sie, was Individuen einzigartig macht. Haben nicht nur Menschen, sondern auch Tiere individuelle "Persönlichkeiten"? Wie findet jedes Individuum seine Nische in der Umwelt? Und welche Rolle spielen Entscheidungen, Verhalten und Anpassung dabei?

Wissenswerkstatt Bielefeld: Weitere Details und Anmeldung

Gemeinsame Perspektiven für die Erforschung von Individualität

Retreat am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung
Gemeinsame Perspektiven für die Individualisierungsforschung
Teilnehmende des Retreats tauschen sich in einem interaktivem Format aus.
© JICE

Vom 23. bis 27. Februar 2026 fand am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld der Individualisation Retreat 2026 statt, der im Rahmen der Bielefeld Focus Groups durch das ZiF gefördert wurde. Die Teilnehmenden nutzten die Woche, um disziplinübergreifende Forschung zu Individualität auf konzeptioneller, struktureller und strategischer Ebene gemeinsam weiterzuentwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei darauf, die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Bielefeld und Münster auf diesem Gebiet weiter zu stärken sowie gemeinsame Forschungs- und Publikationsvorhaben zu verwirklichen.

Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld [en]
Focus Group 'Individualisation in Changing Environments' am ZiF [en]

"Wir brauchen Gesetze zum Schutz der Tiere"

Neuveröffentlichung: Die Verhaltensbiologen Norbert Sachser und Niklas Kästner über die Anpassungsfähigkeit von Tieren
"Wir brauchen Gesetze zum Schutz der Tiere"
Schlaue Vögel: Im Großraum Sydney haben Kakadus herausgefunden, wie sie Mülltonnendeckel öffnen können, um an die Nahrungsreste in den Tonnen zu kommen.
© Terra Raponi - Unsplash.com

Wildtiere, aber auch Haus- und Nutztiere, können sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Allerdings ist der menschengemachte Wandel so groß, dass die Anpassungsmöglichkeiten nicht ausreichen – trotz erstaunlicher Widerstandsfähigkeit mancher Tierarten und schlauer Strategien. Die Verhaltensbiologen und Buchautoren Prof. Dr. Norbert Sachser und Dr. Niklas Kästner geben im Interview mit Christina Hoppenbrock Einblicke in die Leistungen der Tiere und ihre Grenzen.

Interview der Universität Münster mit Norbert Sachser und Niklas Kästner

Steuern wir auf ein drastisches Aussterbe-Ereignis zu?

Podcast zum Darwin-Tag: Wie der Biologe Joachim Kurtz die Bedeutung und Veränderung von Evolution bewertet
Steuern wir auf ein drastisches Aussterbe-Ereignis zu?
Evolutionsbiologe und JICE-Mitglied Prof. Dr. Joachim Kurtz schildert im „Umdenken“-Podcast die heutige Bedeutung der Evolution.
© Uni Münster - Linus Peikenkamp

Der Evolutionsbiologe Prof. Dr. Joachim Kurtz fordert mit Blick auf den Klimawandel und den drastischen Verlust von Biodiversität eine schnelle und entschlossene Antwort der Gesellschaft. "Wir kennen aus der Geschichte mehrere Aussterbe-Ereignisse. Machen wir so weiter wie bisher, steuern wir auf ein vom Menschen verursachtes Ereignis zu, das drastischer ausfallen wird als alle anderen zuvor. Wir sollten deswegen alles dafür tun, um das zu verhindern", unterstrich der Wissenschaftler in der neuen Folge des "Umdenken"-Podcasts der Universität Münster anlässlich des "Darwin-Tags" am 12. Februar.

"Umdenken"-Podcast mit Joachim Kurtz

Interdisziplinäre Einblicke in die Vielfalt der Individualisierungsforschung

Erster JICE Lecture Day für Studierende und Promovierende
Interdisziplinäre Einblicke in die Individualisierungsforschung
Der erste JICE Lecture Day 2026 bot Studierenden, Promovierenden und weiteren Interessierten einen interdisziplinären Einblick in die Vielfalt der Individualisierungsforschung.
© JICE

Unter dem Titel „Individualisation around the clock“ veranstaltete das JICE am 30. Januar 2026 seinen ersten Lecture Day an der Universität Bielefeld. Mit besonderem Fokus auf Studierende und Promovierende schuf die Veranstaltung über den Tagesverlauf hinweg Raum für interdisziplinären Austausch über zentrale Fragen der Individualisierungsforschung. Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen, wie Verhaltensbiologie, Kognitionswissenschaften oder Wissenschaftsphilosophie, präsentierten ihre aktuellen Forschungsthemen und -ergebnisse in allgemeinverständlicher Form und diskutierten diese im Rahmen von Podiumsdiskussionen mit den Teilnehmenden.

Weitere Informationen

Neues BI.research: Zusammen wachsen

Neue Ausgabe des Magazins stellt die 13 Fokusbereiche der Universität Bielefeld vor
Neues BI.research: Zusammen wachsen
Die neue Ausgabe des Magazins BI.research über die Fokusbereiche der Universität Bielefeld.
© deteringdesign

13 Fokusbereiche bringen Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und treiben herausragende Themen voran. Diese jungen Forschungsnetzwerke stehen dafür, wie die Universität zusammenwächst. Die neue Ausgabe des Magazins BI.research stellt sie alle vor – inklusive des Fokusbereichs "Individualisation in Changing Environments (InChangE)".

Die Fokusbereiche sind aus einem universitätsweiten Austausch – als Teil der partizipativen Profilbildung – entstanden. Sie sind eine starke Basis, auf der in kommender Zeit die neuen strategischen Profilbereiche der Universität aufbauen. Ihre Themen reichen von technologischen Entwicklungen über gesellschaftliche Herausforderungen bis zu wissenschaftlichen Grundlagenfragen.

"Was die Fokusbereiche verbindet, ist die Begeisterung der Forschenden für ihre Themen – eine ideale Voraussetzung für Erkenntnisse, die weit über die Universität hinaus wirken", schreibt Professorin Dr. Angelika Epple, Rektorin der Universität, im Editorial.

Aktuelle Ausgabe des Forschungsmagazins BI.research der Universität Bielefeld
Forschungsmagazin BI.research der Universität Bielefeld
Fokusbereich "Individualisation in Changing Environments (InChangE)" der Universität Bielefeld [en]

Städte verändern tierisches Sozialverhalten

Versiegelte Flächen im urbanen Raum stellen Tiere vor Herausforderungen.
© Avery Maune

Städte wirken massiv auf das soziale Miteinander von Tieren. Eine neue umfassende Übersichtsarbeit von Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld zeigt: Urbanisierung verändert das tierische Sozialverhalten von der Wahl ihrer Partner:innen bis zum Zusammenleben in Gruppen. Die Ergebnisse sind eindrucksvoll und hochrelevant für Naturschutz und Stadtplanung.

Maune AL, Caspers BA, Damas-Moreira I (2026): The impact of urbanisation on social behaviour: a comprehensive review. Biological Reviews. https://doi.org/10.1002/brv.70113

Veröffentlichung in Biological Reviews
Pressemitteilung der Universität Bielefeld